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„Die Schwalben von Kabul“ und Beiträge aus aller Welt beim Internationalen Trickfilmfestival im Schloss Biebrich

Unfreiwillig aktuell. Der Film am Eröffnungsabend erzählt vom Schicksal eines jungen Paares in dem von den Taliban besetzten Kabul 1998.

90 Filme aus 24 Ländern – das 22. Internationale Trickfilmfestival Wiesbaden findet im Rahmen der „Filme im Schloss“ vom 10. bis 12. September statt. Die Vorführungen laufen im Vorführsaal der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) im Biebricher Schloss. Der Eröffnungsfilm könnte aktueller kaum sein.

Am Eröffnungstag steht der in den deutschen Kinos nicht gezeigte französisch-luxemburgisch-schweizerische Langfilm „Les hirondelles de Kaboul“ (Die Schwalben von Kabul) der Regisseurinnen Zabou Breitman und Éléa Gobbé-Mévellec auf dem Programm. Der auf einem von der FAZ vorabgedruckten Roman des algerischen Autors Yasmina Khadra basierende Film erzählt vom Schicksal eines jungen Paares in dem von den Taliban besetzten Kabul 1998. Es läuft als Rhein-Main-Premiere die französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln (Freitag, 10. September, 20 Uhr). Der Eintritt ist frei nach vorheriger Reservierung im Rahmen der Zusammenarbeit mit den „Abenden der Vielfalt“ im Stadtteil Biebrich.

New Generations

Im Programmteil „New Generations“ laufen 17 Filme aus 12 Ländern, meistens Hochschulfilme und Debüts, unter anderem Jennifer Kolbe (Foto) mit „Milk“, ihrer bereits ausgezeichneten Bachelorarbeit an der Hochschule RheinMain (Freitag, 10. September, 17 Uhr).

In deutscher Erstaufführung läuft die in CGI-Computer-Technik mit südostasiatischen Animatoren produzierte japanisch-indonesische Koproduktion „True North“ von Eiji Han Shimizu. Der Film schildert anhand einer inhaftierten Familie eindrucksvoll den grausamen Alltag in einem Internierungslager in Nordkorea. Die einzige Möglichkeit, über die Vorgänge dort zu erfahren, sind Menschen, denen es gelungen ist, auf teils abenteuerliche Weise zu fliehen (Samstag, 11. September, 20 Uhr).

Best of International Animation

Unter dem Motto „Best of International Animation“ wird eine vierteilige Auswahl der bemerkenswertesten Kurztrickfilme 2019/20 gezeigt, darunter die mehrfach preisgekrönten Filme „The Physics of Sorrow“ von Theodore Ushev, Kanada, „Dont Know What“ von und mit Thomas Renoldner, Österreich, „Portrait of Suzanne“ von Izabela Plucińska“ Polen/Frankreich/Deutschand, „Deep Love“ von Mykyta Lyskov, Ukraine, und „Movements“ von Jeong Dahee, Taiwan (Samstag, 11. September, und Sontag, 12. September).

Eigenes Programm für deutschen Trickfilm

Dem deutschen Trickfilm wird wieder ein gesondertes Programm gewidmet. Zu den elf ausgewählten Beiträgen gehören Gewinner internationaler und nationaler Auszeichnungen wie „Just a Guy“ von Shoko Hara, „Serial Parallels“ von Max Hattler, „Gravedad“ von Matisse Gonzalez oder „The Beauty“ von Pascal Schebli. (Sonntag, 12. September, 17.30 Uhr).

Kinderprogramm

In der Sonntagsmatinee „Tricks für Kids“ wird der britische Halbstundenfilm „Die Schnecke und der Buckelwal“ (The Sail and the Whale) gezeigt. Dazu laufen im Vorprogramm sieben kurze Trickfilme aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich (Sonntag, 12. September, 11 Uhr).

Preisverleihung

Der mit einer Prämie von 1.000 Euro dotierte „Preis des Kulturamts der Landeshauptstadt Wiesbaden“ wird an einen Filmemacher, ein Studio oder eine Trickfilmschule vergeben – diesmal an den 1995 geborenen Londoner Illustrator und Animator Steve Cutts, der die Auszeichnung im Biebricher Schloss persönlich entgegennehmen wird (Preisverleihung Samstag, 11. September, 20 Uhr).

(apo/Foto: Veranstalter)

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