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Editorial: Was ist nach fünfzig Jahren übrig von der Liebe?

Was ist nach fünfzig Jahren übrig von der Liebe,

liebe sensor-Leserinnen und -Leser? Von der Liebe des „Summer of Love“, der zwar tatsächlich bereits 1967 stattfand, dessen Kernattribut aber auch gerne und nicht zu Unrecht auf das Woodstock Festival übertragen wurde und wird. „3 Days of Peace and Music“ wurden vom 15. bis 17. August 1969 offiziell gefeiert, „Love“ kam und gehörte ganz selbstverständlich ebenso dazu. Und dieses Festival feiert in diesem Jahr 50-jähriges Jubiläum. Und wir feiern dieses Jubiläum mit dieser sensor-Sommer-2019-Ausgabe, in die wir – wie natürlich in alle 75 Ausgaben zuvor – ganz viel Liebe hineingesteckt haben.

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Was ist übrig von der Liebe des „Summer of Love“, von der Liebe des Woodstock-Festivals? Schaut man sich die Welt als Ganzes an, dann herzlich wenig. Zoomt man auf einzelne Bereiche, Gebiete und vor allem auf Menschen, dann erfreulich viel. Zwischen all dem Schrecklichen, Bösen, Zerstörerischen, Kriegerischen der Welt gibt es doch immer und überall auch immer wieder Menschlichkeit, Zuversicht, Mut, Optimismus. Und Sehnsucht.

Sehnsucht nach „Love & Peace“, mal hippiehaft verklärt, mal ganz pragmatisch. Mal als Idee und Gedanke, mal als „Aktion“. Und in diesem Woodstock-Jubiläums-Sommer auch ganz oft als konkrete Veranstaltung. Sie erfahren in dieser Ausgabe, wer alles in unserer Region wie mit welchen Events und Festivals an Woodstock erinnert im „Summer of 2019“.

Der jungen Autorin unserer Titelstory, Jahrgang 1995, hat es genauso viel Spaß gemacht, in die Woodstock-Welt und ihre bis heute spürbaren Spirit einzutauchen wie mir selbst, Jahrgang 1969, geboren fast genau einen Monat vor Woodstock. Die Idee von „Music, Peace, Love, Happiness“ scheint also haltbar zu sein, zeitlos und generationenübergreifend. Das macht doch Hoffnung, dass unsere Welt am Ende vielleicht doch nicht den Bach runtergeht.

Ganz besonders viel Freude hat mir persönlich bei der Arbeit an dieser Ausgabe der intensive Mailkontakt mit Elliott Landy bereitet. Er war 1969 der offizielle Woodstock-Fotograf, engagiert vom Festivalveranstalter Michael Lang. Meine Frage nach seinem Alter – „Pflichtangabe“ für das 2×5-Interview, das wir mit ihm für diese Ausgabe geführt haben -, beantwortete er: „I was born December 20, 1942 in New York City. I have been very much alive for 76 years and expecting many more because I have so much work left to do.” “Yes, please!”, schrieb ich ihm zurück.

Elliott Landys legendärer Bildband „Woodstock Vision – The Spirit of a Generation“, wurde gerade erstmals auf Deutsch veröffentlicht (und  Sie können ihn in dieser Ausgabe gewinnen). Für seine große Ausstellung in diesem Sommer lohnt sich sicher ein Trip nach Karlsruhe oder Nürnberg oder auch nach Papenburg.

Elliott Landy lebt bis heute in Woodstock. Elliott Landy lebt bis heute Woodstock. Lebt ihr auch Woodstock. Wenigstens ein bisschen. Vielleicht auch einfach mal ein bisschen mehr.

Love & Peace!

Dirk Fellinghauer, sensor-Hippie

PS: Diese Sommerausgabe ist wieder eine Doppelausgabe für die Monate Juli und August. Wir lassen es mal etwas ruhiger angehen, auch an wunderbaren Auszeit-Orten unserer Stadt wie die „Art Bar“ in der Blücherstraße (Foto oben – am 13. Juli gibt´s hier noch mehr Urlaubsfeeling mit „Cuba Vibes“), und melden uns dann Ende August mit der September-Ausgabe in den monatlichen Rhythmus zurück. „Pausenlos“ aktiv sind wir natürlich hier auf www.sensor-wiesbaden.de und auf unseren Facebook-, Twitter– und Instagram-Seiten.

 

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