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Geschäft des Monats: Marinedepot, Rheingaustraße 51, Wiesbaden-Schierstein

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Von Anja Baumgart-Pietsch. Fotos Kai Pelka.

„Sie können so eine Yacht, inklusive Anhänger fürs Auto, für 34.000 Euro bekommen“, sagt Bodo Günther. Darauf legt der Inhaber des gleichnamigen „Marinedepots“ in Schierstein Wert: Seine Kunden sind keine „Milliardäre“. Auch wenn man den Besitz einer Yacht immer mit Superreichtum gleichsetzt: „Ein gebrauchtes Boot ist schon für 5000 Euro zu haben.“ Natürlich ist das Boot selbst nicht alles. Man benötigt den entsprechenden Führerschein, den Liegeplatz und allerlei Zubehör. Aber „superreich“ muss tatsächlich niemand sein, um Kunde bei Bodo Günther und seinem Sohn Kai zu werden. Das „Marinedepot“ eröffnete der Vater in den achtziger Jahren in Schierstein. Nach dem Start in Frankfurt verlegte er sein Geschäft hierher, wegen der Nähe zum Rhein. „Jetzt sind wir in ziemlich weitem Umkreis die Einzigen mit diesem umfangreichen Angebot“, sagt er. Wer möchte, kann sich hier auch einfach eine hochwertige Allwetterjacke, einen Fleecepullover guter Qualität, Gummistiefel oder rutschfeste Schuhe kaufen, eine Schiffsglocke zur Dekoration oder auch bestimmte, spezielle Schrauben und andere Kleinteile, die nicht nur bei Booten eingesetzt werden können.

Auch Handwerker und Winzer gehören zur Kundschaft

„Es kommen auch Handwerker zu uns, die einzelne Teile finden“, sagt Günther senior bei der Führung durch das Lager der unterschiedlichsten Teile. 20.000 Artikel sind vorrätig. Stahlseile in verschiedenen Querschnitten werden in der Werkstatt professionell gespannt – auch für Gardinenaufhängung sehr beliebt. „Es kommen auch Winzer, die solche Drahtseile verwenden“, sagt der Seniorchef. Es gibt Taue in allen Stärken und Farben. Besondere Edelstahlschrauben, -schellen,- klemmen sind dabei, Farben, Lacke, Harze in großer Anzahl. Pumpen in unterschiedlichen Größen sind im Sortiment, auch Fahnen diverser Nationalitäten. Von der Decke baumeln „Fender“, das sind Abstandhalter für Boote, damit sie im Hafen keine Kratzer bekommen. Manchmal sieht man zu diesem Zweck auch Autoreifen. „Aber die gehen unter, wenn sie sich losreißen. Die sind in manchen Häfen deswegen auch verboten“, gibt Günther Auskunft.

Seine 80 Jahre sind ihm nicht anzusehen, noch immer steht der Senior täglich bis zum Abend im Geschäft. Er habe ursprünglich sein Hobby, das Segeln, zum Beruf machen wollen, sagt der gelernte Kaufmann. „Aber das war ein Trugschluss.“ Zum Segeln muss er sich extra Zeit nehmen, beteiligt sich aber dann gerne an Rennen, am liebsten in Kanada. Das macht er in der Klasse der „Shark24“-Segelyachten, die er selbst produziert und vertreibt. Eine Werft in Breslau stellt die Yachten nach strengen Vorgaben her. Die Kunden können sich dann die Ausstattung aussuchen.  Die „Shark 24“ ist eine Segelbootklasse von 7,31 Meter – 24 Fuß – Länge. Sie hat Schlafplätze für vier Personen. Von diesen Booten, sagt Bodo Günther, gibt es ungefähr 150 in der Umgebung, in diesem Jahr habe er bereits elf Stück verkauft. Auch Pazifik und Atlantik wurden schon mit diesen „Haifischen“ überquert.

Tipps für Segel-Einsteiger

Im „Marinedepot“ wird natürlich auch repariert, restauriert, lackiert und beraten. Für die Reparaturen ist Sohn Kai zuständig. Der Vater zeigt stolz ein restauriertes Boot, das im Hof in dezentem Grün glänzt. „Das hat er in wochenlanger Arbeit wieder instand gesetzt.“ Wer erst mit dem Gedanken spielt, Segler zu werden, der erhält bei den Günthers alle nötigen Informationen, wie man in den Sport – oder ins Hobby – einsteigt. Wo man den Führerschein machen kann, welche Vereine am besten für den Einstieg sind, wo Regatten stattfinden: Vater und Sohn wissen Bescheid. Längst gibt es auch einen umfangreichen Internet-Shop. Und darin sind auch originelle Geschenkartikel vertreten: Schachspiele zum Beispiel, Grog- Gläser, Türschilder mit der Aufschrift „Captain“, Wanduhren in Form von Steuerrädern oder Bullaugen, Buddelschiffe und vieles mehr, was den Liebhaber maritimen Designs erfreut. Oder wie wäre es mit dem – kein Witz! – gelben  Nebelhorn „Trump“ für 18,20 Euro?

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