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Geschäft des Monats: TriCycles, Nerostraße 41 / Ecke Röderstraße

IMG_5361Anja Baumgart-Pietsch
Fotos Foto Kathrein / Danuta Urbanowicz

Letztes Mal hatten wir Schuhe, präsentiert wie Juwelen. Dieses Mal gibt es Fahrräder, präsentiert wie exklusive Mode: „TriCycles“, ein Fahrradladen für den ganz besonderen Geschmack, hat jetzt neu an der Röderstraße eröffnet. Und zieht jede Menge Blicke auf sich – schon von außen und erst recht im Innern. Die edlen Boliden werden effektvoll ausgeleuchtet, jedes auf seinem eigenen Podest, dazwischen auch mal ein Vintage-Modell, das Ganze im schwarz-weißen Industrial-Chic. Wer kauft sich hier ein Fahrrad? „Das sind schon Leute, die das Radfahren ernst nehmen“, meint Inhaber Stefan Hartrampf. Genau wie er selbst: Der ausgebildete Zweiradmechaniker ist immer schon gerne und viel Mountainbike gefahren. Zusammen mit Hendrik Schäfer, einem Industriedesigner und genauso begeisterten Biker, und anfangs noch Daniel Gediga, der heute „City Bike“ in der Oberen Webergasse betreibt, zogen sie die Firma zunächst als Vertrieb  amerikanischer High-End-Bikes auf. Besonders haben sie sich auf die kalifornische Marke „Ibis“ spezialisiert, von denen sie sogar eine gut versteckte, aber sehr wirkungsvolle „Wohnzimmer-Style“-Ausstellung älterer Modelle präsentieren. Die Geschäftsräume eines ehemaligen Supermarkts sind riesig, der Verkaufsraum ist eigentlich nur der kleinste Teil.

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Ein Fahrradrahmen so leicht wie eine Tafel Schokolade
„Unser Hauptgeschäft ist der Vertrieb, im Augenblick für Deutschland und Österreich, später wollen wir das für ganz Europa machen“, erklärt Hartrampf. Daher ist auch schon viel Platz für Lagerkapazität reserviert. Komplette Fahrräder, aber auch einzelne Komponenten landen dann hier. „Heben Sie das mal an“, drückt mir der Chef einen bunten Rahmen in die Hand. Verblüffend – das Carbon-Teil wiegt gefühlt gerade mal so viel wie eine Tafel Schokolade. Leicht und gleichzeitig sehr stabil, das ist der Vorteil dieses Werkstoffes, der so ein High-End-Bike aber ziemlich teuer macht. Doch es gibt genug Sportler, die so viel Geld für ihr Rad ausgeben wollen. Die kommen dann auch von weiter her zu TriCycles und dürfen, ebenso wie Interessenten aus Wiesbaden natürlich, ausgiebig Probe fahren. Der Taunus hat da ja einiges zu bieten, und die Geschäftsführer fahren auch gerne mit den Kunden raus. Überhaupt: „Eigentlich fahren wir jeden Mittag eine Tour“, sagt Stefan Hartrampf. Mal eben auf die Platte – kein Problem für die trainierten Biker, die sich den Vormittag fürs „Großhandelsgeschäft“ und den Nachmittag für den Laden vor Ort, der übrigens auch über eine gut ausgestattete Werkstatt verfügt, eingeteilt haben.

Bikes pur heißt die Philosophie
„Wir reparieren auch andere Bikes“, verspricht Hertrampf und zeigt die wohl ordentlichste Werkstatt der Welt: Exakt nach Größe aufgereiht, hängen da die Fahrradwerkzeuge, da sieht es genauso schick aus wie im Verkaufsraum. Was es bei TriCycles jedoch nicht gibt, ist das ganze Drumherum: Nur ein paar Trikots der Marken Ibis, Morpheus, Knolly, Pyga – Freaks kennen sie – hängen im Showroom. Aber: Keine Helme, keine Einzelteile, keine Klamotten, keine Luftpumpen: Bikes pur heißt die Philosophie. Nur der Kicker im Verkaufsraum fällt ein wenig aus dem Rahmen. „Der dient aber nicht nur zur Bespaßung“, erklärt Hartrampf grinsend und zeigt auf die ganz besonderen Griffe: „Sensus“ heißen sie, der Bike-Profi Cameron Zink hat sie entwickelt, sie zeichnen sich durch besonderen Grip aus, und das kann beim Kickern ja auch nicht schaden: „Das macht auf Messen immer total Eindruck.“

Auf Events und Bike-Messen ist das TriCycles-Team oft vertreten, zum Beispiel auf der Eurobike in Friedrichshafen. Dort zeigen sie die Kultmarken, die sonst keiner hat. Sie kommen nicht nur aus den USA, sondern auch aus Kanada (Knolly) oder Südafrika (Pyga). Die sind dann auch noch in diversen Feinabstimmungen erhältlich, je nachdem ob man Downhill, Cross Country, Enduro oder wie auch immer fahren möchte. Alle Spezialisten, die sich auch oft ihr Rad „customizen“, also selbst zusammen stellen wollen, finden hier das Passende. Zur Kundschaft gehören, so berichtet Hartrampf, auch immer mehr Frauen, die sich so ein Luxusgefährt leisten: „Ich würde sagen, 60 zu 40“, beschreibt er das Geschlechterverhältnis. Und schaut sich zufrieden im neuen Laden um: „Das macht uns hier richtig Spaß!“