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Irgendetwas läuft schief mit dem Geld, aber was? Kapitalismus-Doku „Oeconomia“ als Premiere im Caligari

Regisseurin Carmen Losmann wird anwesend sein und für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung stehen: Am 12. Oktober um 17 Uhr präsentiert das Caligari vor dem Kinostart die Premiere des Dokumentarfilms „Oeconomia“.

„Oeconomia“ wird am 15. Oktober bundesweit im Kino starten. Losmanns Dokumentarfilm macht die weltweit einheitlichen Spielregeln des Kapitalismus sichtbar und offenbart einen systembedingten Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum, Verschuldung und Vermögenskonzentration. Mit ihrem Debütfilm „Work Hard – Play Hard“ sorgte die deutsche Regisseurin bereits für große Aufmerksamkeit und gewann zahlreiche Preise.

Wie wird Geld produziert? Eine simple Frage bringt Peter Praet, ehemaliger Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, in Erklärungsnot. Foto: Neue Visionen Filmverleih.

Unser Wirtschaftssystem hat sich unsichtbar gemacht und entzieht sich dem Verstehen. In den letzten Jahren blieb uns oft nicht viel mehr als ein diffuses und unbefriedigendes Gefühl, dass irgendetwas schiefläuft. Aber was?

Der Dokumentarfilm „Oeconomia“ legt die Spielregeln des Kapitalismus offen und macht in episodischer Erzählstruktur sichtbar, dass die Wirtschaft nur dann wächst, dass Gewinne nur dann möglich sind, wenn wir uns verschulden. Jenseits von distanzierten Phrasen der Berichterstattung, die ein Verstehen des Ungeheuerlichen letztlich immer wieder verunmöglichen, macht sich Oeconomia mit viel Scharfsinn und luzider Stringenz daran, den Kapitalismus der Gegenwart zu durchleuchten.

Erkennbar wird ein Nullsummenspiel, das uns und unsere ganze Welt in die Logik einer endlos fortwährenden Kapitalvermehrung einspannt – koste es was es wolle. Ein Spiel, das bis zur totalen Erschöpfung gespielt wird und vielleicht kurz vor seinem Ende steht.

Mit ihrem preisgekrönten Dokumentarfilm „Work Hard – Play Hard“ setzte die Regisseurin Carmen Losmann sich mit den Wirkungen des modernen Human Ressource Managements auseinander. Mit „Oeconomia“, der auf der Berlinale 2020  von der Kritik hoch gelobt wurde, setzte sie ihre eindringlichen Recherchen zu den zerstörerischen Grundlagen unseres Wirtschaftssystems fort und öffnet den Blick jenseits der gängigen Erklärungsmuster und Dogmen auf den Nucleus eines hochexplosiven Systems: Der Schuldner als zentraler Akteur. – Ein Film von brennender Aktualität. Weitere Infos und Tickets unter www.booking.cinetixx.de.

(apo/Fotos: Veranstalter)

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