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“Kulturlos im Kulturpark”: Leeres Zirkuszelt symbolisiert Missstand in unserer Stadt – Heißer Stuhl und offene Diskussion

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Welchen Raum geben wir Kultur? Wie tolerant sind wir? Und wie wichtig ist uns das Mitgestalten? Was macht eine Gemeinschaft zur Gemeinschaft? Diese und andere Fragen stehen am Donnerstag, dem 10. September, um 19.30 Uhr unter dem Motto „KULTURLOS – bitte kein Applaus“ im Wiesbadener Kulturpark zur Diskussion – in einem Zirkuszelt. Dieses wird im Anschluss an diese Veranstaltung acht Tage lang leerstehen. Das leere Zirkuszelt soll symbolisch auf die paradoxe kulturelle Situation in Wiesbaden aufmerksam machen.

Aufhänger der Aktion ist die Absage der Stadt Wiesbaden an den Cirque Bouffon, der diesen Herbst seine Rückkehr in die Wiesbadener Innenstadt feiern wollte. Das einzigartige Gastspiel vor zwei Jahren auf den Reisinger Anlagen hatte nicht nur für Erlebnisse gesorgt und das Kulturangebot der Stadt immens bereichert, sondern auch für eine Belebung eines Ortes, der sonst oft gemieden wird. Nun wird der poetische Wanderzirkus ab dem 24. September in der Reduit in Mainz-Kastel gastieren.

Nix los oder zu viel los in Wiesbaden?

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Hauptgrund für die Nicht-Genehmigung eines erneuten Gastspiels im Zentrum: In der Stadt fänden bereits zu viele Veranstaltungen statt. Paradox – wo doch die vorherrschende Meinung Wiesbaden eher als verschlafen beschreibt. Hinzu kommt, dass einzelne Anwohnerbeschwerden immer wieder zu Gerichtsverfahren führen. Das erschwert die Möglichkeiten, neue Kulturveranstaltungen zu genehmigen, noch zusätzlich.

Leiter des Ordnungsamtes auf dem “hot chair”

Der Leiter des Wiesbadener Ordnungsamtes Winnrich Tischel wird auf dem „hot chair“ zur aktuellen Problematik der Genehmigungsverfahren Stellung beziehen. Auch der Präsident der Hochschule RheinMain, Prof. Detlev Reymann, wird Impulse geben. In anschließenden Diskussionsrunden werden bekannte und rührige Wiesbadener Kulturschaffende und Stadtgestalter (Beatrice Schenk vom Schloss Freudenberg, Dominik Hofmann vom heimathafen, Gerhard Schulz vom Schlachthof, Dirk Fellinghauer vom sensor) die paradoxe Situation diskutieren und nach Lösungsvorschlägen suchen. In der „Fish Bowl Diskussion“ kann sich jeder in einbringen.

Veranstalter sind MySocialCity, Social Business City sowie der sensor. In einem aktuellen ausführlichen Interview mit der Frankfurter Rundschau erklären Hans Reitz und Sascha Eschmann die Hintergründe. Zur Facebookseite mit allen Infos und Updates geht es hier.