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Restaurant des Monats: Café Tallinn, Taunusstraße 41

Von Jan Gorbauch. Fotos Frank Meißner

Nach kurzen neun Monaten mit „Astanofka Superfood“ ist in der Taunusstraße 41 nun mit dem „Café Tallin“ baltische Küche eingezogen. Nicht ganz zufällig: Karoline Ulman hat schon im Vorgänger gearbeitet. Als dieser auszog, griff ihre Mutter Jelena zu und übernahm das schmale, kleine Restaurant mit zwei Ebenen. Jelena stammt aus Tallinn in Estland, ist eigentlich Bäckerin und hatte schon immer den Traum, ein eigenes Restaurant zu eröffnen. Lange geplant hatte sie das „Café Tallinn“ allerdings nicht, sondern vielmehr eine spontane Entscheidung getroffen. Zunächst kümmerte sie sich dann auch um das Wichtigste: Interieur und Karte.

Von früh bis spät baltisch und skandinavisch geprägt

Auf beiden Ebenen dominieren ganz gewollt schwarz (Tische und Stühle, Regale, Deko) und weiß (Wände), wobei der kleine obere Bereich, der einem großen Balkon gleicht, mit samtigen Sesseln und schwarzen Vorhängen geradezu zum Dinner zu Zweit einlädt. Schwarz-weiß sind auch die Fotografien von Tallinn und anderen baltischen Orten an den Wänden. Dazu passt natürlich auch die Karte: Ob Frühstück, Mittagessen, Abendkarte, Kuchen, Cocktails – alles ist baltisch bzw. skandinavisch geprägt, denn „die Einflüsse auf die estnische Küche sind vielfältig, kommen aus Russland, Schweden, Finnland, Lettland und teilweise sind die Gerichte auch recht deutsch“ wie Jelena erklärt.

Es gibt vorweg zum Beispiel leckeren Rote-Bete-Salat mit Knoblauch, russischen Borschtsch und ebenfalls russischen Salat „Olivier“ mit Gurken, Ei, Rindfleisch und Kartoffeln. Weiter geht es dann mit Blinis (Pfannkuchen mit unterschiedlichen Füllungen, zum Beispiel mit selbst gebeiztem Lachs und Kaviar), Pelmenis (Teigtaschen mit Fleischfüllung), Soljanka (Wurst- und Fleischsuppe), schwedischer Fischsuppe, gegrilltem Lachs, „Sealiha meega“ (karamellisiertes Schweinefleisch) und Beef Stroganoff nach altem Rezept.

Koch mit U-Boot-Erfahrung

Spezielle Gerichte wie der Schichtsalat „Hering im Pelzmantel“ mit Hering und Kartoffeln sollten vorbestellt werden, da sie einen Tag vorher vorbereitet werden und durchziehen müssen. Jelenas Mann Grigori Burows, der aus Riga in Lettland stammt und schon auf einem U-Boot unter engsten Bedingungen gekocht hat, sorgt dafür, dass alles authentisch schmeckt. In der kleinen, offenen Küche bereitet er alles frisch und à la Minute zu. Dass das dann auch mal ein klein wenig länger dauern kann, darauf weist Jelena mit einem Augenzwinkern hin und empfiehlt zur Überbrückung der Wartezeit einen Likör aus 24 unterschiedlichen Kräutern, den „Riga Black Balzam“. Abgesehen vom Essen sind die weiteren Pläne momentan noch vage, wenngleich Jelena und Grigori vor Ideen nur so sprudeln: Karaoke, Degustationsabende, Kunstausstellungen, Livemusik, Live-Fußball während der WM – all das können sich die beiden vorstellen und tasten sich nun schrittweise heran.

Café Tallinn, Taunusstraße 41, 65183 Wiesbaden, Tel.: 0170/9250666, Mo 17-22 Uhr, Di-Do 12-22 Uhr, Fr 12-24 Uhr, So 12-20 Uhr

Rezept für Salat „Olivier“ für ca. 4 Personen:

300g Rindfleisch ca. 40 Minuten in Wasser kochen. Dann das Fleisch sowie 350g gekochte Kartoffeln, 150g gekochte Karotten (jeweils ca. 20 Minuten kochen), 3 hart gekochte Eier, 100g Saure Gurken klein würfeln und mit 150g fein gehackten Zwiebeln, 400g Erbsen und 150ml Mayonnaise vermengen. Mit Pfeffer und Salz abschmecken und am besten über Nacht (mindestens aber ein paar Stunden) ziehen lassen.

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