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Restaurant des Monats: Huacas Perú, Stiftstraße 12

Von Jan Gorbauch. Fotos Frank Meißner.

Lange hatte Gino Koplin den Traum, seinen Job in der Luftfahrtbranche an den Nagel zu hängen und ein peruanisches Restaurant zu eröffnen. Seine Mutter ist Peruanerin, und er kommt ursprünglich aus Lima, lebt aber seit zwanzig Jahren in Deutschland. „Peru hat so viel zu bieten, und so viele Lebensmittel, die man heute in Europa kennt, kommen ursprünglich aus Südamerika, werden dort aber ganz anders zubereitet“ erklärt Koplin, „und genau das möchte ich hier herüberbringen“. Im letzten Jahr bot sich dann die einmalige Gelegenheit, er schlug zu, und so war vor drei Monaten das Huacas Perú in der Stiftstraße geboren.

Allein schon atmosphärisch hat Koplin hier etwas ganz Besonderes geschaffen: durch einen langen, weiß gestrichenen Flur gelangt man in das ebenfalls weiß gestrichene, stilvolle Souterraingewölbe und wird entlang des Weges von Tempelwächtern und anderen Reliquien der Chimú-Kultur (die sich vor vielen hundert Jahren im Norden Perus durchgesetzt hatte) begleitet. Holzfiguren und Tontöpfe dienen auch zur Dekoration des Gewölbes, ohne es zu überfrachten oder kitschig zu wirken. „Der Stil ist sehr minimalistisch und damit ziemlich originalgetreu – aber das Highlight ist der aus Sand geformte Tresen“ erläutert der Inhaber, dem man spürbar die Freude an seinem Restaurant anmerkt.

Gerichte und Geschichten aus Peru

Dieser Funke springt schnell auf die Gäste über, es geht entspannt und familiär zu. Koplin kann dabei viel erzählen über Peru, dessen Leute, Kultur, aber vor allem auch die Landesküche. Die Küche des Huacas Perú hat sich seit Eröffnung stetig weiterentwickelt. Zunächst zur Optimierung der Abläufe mit kleiner Karte gestartet, wurde das Angebot inzwischen erweitert und in Kürze wird es neben dem Kolumbianer Yeison Velez einen zweiten Koch (und dann auch einen Mittagstisch) aus Peru geben, der auf Gerichte aus der Regenwald-Region spezialisiert ist. „Viele Zutaten bekommt man hier nur schwer, so dass wir viel importieren müssen“, schildert Koplin sein (kleines) Dilemma. Schließlich legt er Wert darauf, dass alles frisch und authentisch zubereitet wird. Und das Essen ist wirklich hervorragend.

Ceviche ist Pflicht, die Kür ist ebenso lecker

Extrem gutes Ceviche wird serviert, das mit rohem Fisch, zarter Säure sowie Chili und Koriander sowohl als Vor- wie auch als Hauptspeise schmeckt. Dass Peru aber noch viel mehr zu bieten hat, als das Trendgericht, zeigen der frühlingshafte Quinoa-Salat mit Lachs und Avocado, frittierte Kochbananenscheiben, frittierte Maniokwurzel unterschiedliche Causas (kleine Speisen mit Kartoffelteig und verschiedenen weiteren Zutaten, zum Beispiel scharf mit Garnelen), Wildschwein mit Brombeersoße und gekochter Yuka, Panna Cotta mit Lukuma-Frucht und Inka-Cola (die weder farblich – gelb – noch geschmacklich – wie Gummibärchen – etwas mit der uns bekannten Cola zu tun hat). Die Bandbreite der Geschmäcker ist überwältigend. Am besten man probiert sich selbst einmal quer durch möglichst viele Speisen und lernt so die Aromen Südamerikas kennen. Jetzt im Frühling und Sommer auch auf der wirklich schönen Terrasse, wo man mit einem Pisco (dem hochprozentigen Nationalgetränk) Sour warme Tage gemütlich ausklingen lassen kann.

Huacas Perú

Stiftstrasse 12

65183 Wiesbaden

Tel.: 0611/88020158

www.huacas-peru.com

Di-Fr 18-23 Uhr, Sa-So 12-15 Uhr und 18-23 Uhr

Rezept für Quinoa-Salat mit Lachs (für 4 Personen)

Zutaten: 300g geräucherter Lachs, 1 Avocado, 150g Quinoa, Salz und Pfeffer, 1EL Olivenöl, 1 Zitrone/Limette.

Zubereitung: Die Quinoa mit fließendem Wasser gut waschen und danach in einem Topf mit ca. 1l Wasser und ½ TL Salz kochen lassen. Wenn die Quinoa durchsichtig geworden ist, aus dem kochenden Wasser nehmen und das Wasser durch ein Sieb abgießen, dann mit Olivenöl mischen. Avocado in Scheiben schneiden. Den Lachs in kleine Würfel oder Streifen schneiden und mit ein bisschen Limette/Zitrone und einer Prise Salz marinieren. Zum Anrichten einen kleinen Servierring nehmen und zu gleichen Teilen mit Quinoa, Avocado und Lachs füllen, dann den Ring abnehmen.

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