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Restaurant des Monats: Mi – Kunstgalerie und koreanische Köstlichkeiten, Nettelbeckstraße 21

Galerie Mi-23
Von André Werner. F
otos Frank Meißner.

„Mi – Kunstgalerie und koreanische Köstlichkeiten“ steht auf der Scheibe dieses neu eröffneten Geheimtipps für Fans der asiatischen Gaumenfreuden. Ein Blick durch eben diese Scheibe zeigt dann auch direkt: Hier erwartet den Besucher ein kulinarisches Erlebnis fernab von Asia-Kitsch und Standardküche.  Der vordere Gastraum dient zugleich als Galerie für die Werke des Wiesbadener Malers Bruno Reinbacher (1913-1993), was für ein ganz besonderes Flair sorgt in dem mit ein paar wenigen Antiquitäten sehr sorgfältig eingerichteten Raum. Im hinteren Bereich befindet sich eine gemütliche Lounge mit stilechter asiatischer Einrichtung. Denn „Mi“ hat im koreanischen zwei Bedeutungen: Schönheit und Geschmack.

Galerie und Restaurant betreibt Frau Ho-Jeong Reinbacher, daneben ist sie aber auch noch Tanzlehrerin an der Helene-Lange-Schule und der koreanischen Schule in Frankfurt, sowie selbst aktive Tänzerin für traditionelle koreanische Tänze. Das Mi ist keine One-Women-Show, die ganze Familie hilft mit. Tochter Sarah und Sohn Benjamin kümmern sich um die Social-Media-Aktivitäten und unterstützen ihre Mutter im Restaurant, wenn es die Zeit zulässt.

Tagesgerichte und koreanische Klassiker

Auf ihrer Facebook-Seite posten sie mittwochs bis samstags das jeweilige Tagesgericht. Ohne verlockendes Foto, dafür handgeschrieben, steht es auf der Tafel direkt vor dem Restaurant: mal vegetarisch, mal mit Fleisch, aber freitags gibt es immer Fisch, natürlich frisch vom Markt und nach original koreanischem Rezept zubereitet.  Neben den wechselnden Tagesgerichten gibt es im Mi auch Kimbab, eine köstliche, vegetarische Kleinigkeit. Ähnlich wie beim japanischen Sushi wird hier Reis mit gebratenen Karotten und Eierstich in ein Algenblatt gerollt und dann mit Sojasoße gegessen.

Als Getränk reicht die freundliche Besitzerin traditionellen würzig-rauchigen Mais-Tee, der bei  keiner koreanischen Mahlzeit fehlen darf. Der Pfannkuchen Pajeon gehört ebenso zu den Klassikern und dient in Korea als leichter Snack zu alkoholischen Getränken. Zu vielen Gerichten wird auch fermentierter Weißkohl alias Kimchi gereicht. Das leicht säuerlich-scharfe Aroma verbindet sich perfekt mit Rindfleisch und Fischgerichten, kann aber auch einfach so als leichter Sommersnack genossen werden. 

Lunchbox mit Liebe

Alle Gerichte gibt es auch zum mitnehmen, in sogenannten Dosiraks, denn die Lunchbox-Kultur hat in Korea eine lange Tradition. Wer aber hier eine lieblose Styropor-Verpackung erwartet, wird überrascht sein. Mit viel Liebe zum Detail werden verschiedenste kleine Leckerbissen in einer Zuckerrohrschachtel arrangiert und anschließend mit einem Tuch verschnürt. So bleibt das Essen länger warm und die Box lässt sich besser tragen. Außerdem sieht es super aus. Und das ist in der koreanischen Küche genauso wichtig wie der intensive Geschmack der Speisen.

Mi – Kunstgalerie und koreanische Köstlichkeiten
Nettelbeckstraße 21, 65195 Wiesbaden, Mi-Sa 12-14 und 17-19 Uhr, Telefon 0611/ 18199958. 


Rezept
Pajeon – koreanischer Pfannkuchen
Eines der einfachsten und wandelbarsten koreanischen Gerichte.  Man nehme 150 Gramm Mehl, 200 ml Wasser, ein Ei, etwas Pfeffer, etwas Salz. Frühlingszwiebeln oder Schnittlauch klein schneiden und in den Teig mischen. Eine Pfanne mit etwas Öl erhitzen und den Teig mit einer Suppenkelle dünn in die Pfanne geben, kurz bräunen, wenden, in Dreiecke schneiden und mit Sojasoße servieren. Zusätzlich können Shrimps, Chili, Karottenstreifen – und eigentlich alles, was man will -hinzugegeben werden. Echte Kenner verwenden koreanischen Schnittlauch, der schmeckt intensiver als sein europäischer Vetter.

 

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