| | Kommentare deaktiviert für Restaurant des Monats: Ungarnhaus, Kaiser-Friedrich-Ring 22

Restaurant des Monats: Ungarnhaus, Kaiser-Friedrich-Ring 22

Restaurant_UngarnHaus_097

Von Jan Gorbauch. Fotos Frank Meißner.

Andreas Gschweng war gerne Autoverkäufer. Wenn er aber nach Feierabend mit seiner Frau Anastasia auf seinem Balkon am Kaiser-Friedrich-Ring saß, blickten die beiden immer auf den gegenüberliegenden Kiosk. „Eigentlich fehlt dem Laden etwas“ dachten sie sich dann. Vor allem kleine, schnelle Snacks zum Essen, zum Mitnehmen, das vermissten sie in dem Viertel, wo Döner und Pizza rar sind. 2015 bot sich ihnen dann eine einmalige Gelegenheit, als der Laden mit der Hausnummer 22 neu vermietet wurde – und die Gschwengs schlugen zu.

Ihr Konzept ist mutig, war für sie aber so naheliegend wie für Wiesbaden ungewöhnlich: aufgrund ihrer Wurzeln – Andreas‘ Vater stammt aus Ungarn und Anastasia aus Moldawien – entstand die Idee des „Ungarnhaus“: ein Feinkostladen mit allerlei osteuropäischen Leckereien und Spezialitäten. Andreas hängte dafür seinen Job an den Nagel, seine Frau hilft, wann immer sie kann und steht abends mit im Laden. Seit Dezember 2015 haben sie nun geöffnet und beglücken Wiesbaden mit tollen Produkten.

In der Kühltheke finden sich zum Beispiel eine Art Frikadelle mit Schafskäsefüllung, scharfe Salami vom Mangalitza-Schwein und kräftiger Kashkaval-Kuh-/Schafskäse „von ausgesuchten, kleinen Produzenten, natürlich direkt aus Ungarn importiert“, wie Gschweng erklärt. Zum Sortiment gehören aber genauso zahlreiche würzige Gulasch- und feurige Paprika- bzw. Peperonipasten, natürlich auch eingelegte Paprika und Peperoni, leckerer hausgemachter Krautsalat, Equipment wie Gulaschkessel in allen Größen sowie Wein, Sekt und ungarisches Bier. Darauf ist Gschweng besonders stolz, „denn das bekommt man hier sonst fast gar nicht“.

Letscho und Langosch als leckere Sattmacher

Der besondere Clou des „Ungarnhaus“ ist aber die kleine Zahl an warmen Speisen, die sich vor allem zur Mittagszeit großer Beliebtheit erfreut. Die Gulaschsuppe schmeckt absolut authentisch und auch das Letscho (ein Schmorgericht aus Paprika und Zwiebeln) sowie die Langosch-Hefefladen (mit Knoblauchöl bepinselt, Sauerrahm bestrichen und unterschiedlichen Belägen serviert) sind der ideale Sattmacher sowohl für die Mittagspause als auch den Feierabend. Gäste können an einem der Holztische direkt im Laden essen, oder aber sie nehmen einfach to go „auf die Hand“, was vor allem bei den Langosch prima funktioniert. Freilich kochen die Gschwengs hier selbst, stehen schon frühmorgens mit der Sonne auf, um zum Beispiel die Gulaschsuppe jeden Tag frisch zu kochen und ihr die nötige Zeit zum Durchziehen zu geben. „Anders kommt es für uns nicht in Frage“, sagt Gschweng, „und nur so schmeckt es auch wirklich gut“.

Ungarnhaus, Kaiser-Friedrich-Ring 22, 65185 Wiesbaden, Tel. 0611/90066063, Mo – Fr 11.30-19.30 Uhr, Sa 11.00-15.00 Uhr

 

%d Bloggern gefällt das: