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Restaurant des Monats: Vinotto, Bornhofenweg 5 (Walkmühle)

Urige Atmosphäre und gelebte Geselligkeit – und: Nach dem Umbau stößt sich niemand mehr am Kopf.

Text Jan Gorbauch, Fotos Frank Meißner.

Seit 2009 wird die historische Walkmühle am Bornhofenweg saniert. Ein Ende der ewigen Baustelle ist zumindest für den über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Weinhandel Vinotto von Otto und Andrea Schmidt in Sicht. Anderthalb Jahre war das seit 33 Jahren bestehende Traditionsgeschäft aufgrund der Arbeiten ganz geschlossen, inzwischen ist dieser temporäre „Worst Case“ behoben, wie Otto („Vino“ + „Otto“ führen zu „Vinotto“) erleichtert berichtet. Zufrieden ist er nun auch, denn das Ergebnis ist gut.

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Der Boden wurde abgesenkt („jetzt stößt sich niemand mehr den Kopf!“), eine Fußbodenheizung eingebaut (was vor allem im Winter ein Upgrade ist) und eine neue Lüftungsanlage eingebaut. Der gemütliche verwinkelte Gewölbekeller mit den großen Holztischen und dem langen Probiertresen erstrahlt insgesamt in „altem neuem Glanz“ und bietet wieder ein tolles Ambiente für die ausgesuchten Weine. Bis auf einen rheinhessischen Wein gibt es hier ausschließlich und ausgiebig (über 80!) „Italiener“ zu durchaus erschwinglichen Preisen. Otto besaß einst ein Haus in Italien, hat dort immer noch viele Kontakte und hat sich aus Liebe zum Land „spezialisiert“.

Keine große Speisekarte, sondern kleine Snacks runden den Weingenuss ab. Wie gemacht für lauschige Sommerabende.

Ein Konzept mit drei Beinen

Das Konzept des Vinotto ist einfach zusammengefasst: „Wir haben drei Beine“, erklärt Otto: Weinverkauf (klar!), Eventlocation (lohnt sich richtig!), aber auch Verzehr vor Ort. Verzehr, das bedeutet vor allem Wein. Geheimtipp (falls Neukunde), Klassiker (falls Stammkunde) und Hauswein (laut Otto) ist der „Aragosta“, ein fruchtiger aber nicht zu süßer Weißwein aus Sardinien, der vor allem im Sommer gut gekühlt  auf der Terrasse im historischen Ambiente der Mühle von circa 1737 eine tolle Erfrischung ist. Zum Wein gibt es auch kleine Snacks, die qualitativ ausgezeichnet sind: Antipasti wie Artischocken und eingelegte Peperoni, Oliven, Caprese mit auf der Terrasse geerntetem Basilikum, frisch aufgeschnittener Tiroler Speck, Käse aus Italien – mehr braucht es an warmen Abenden gar nicht. Künftig soll es aber auch noch Panini geben. Spätestens dann, wenn die nigelnagelneue Küche fertig ist, die sich genauso wie die Toiletten aktuell noch im Rohbau befinden.

Auch nach Umbau kein richtiges Restaurant

„Aber auch dann bleiben wir unserem Konzept treu und werden kein richtiges Restaurant“, beruhigt Otto sofort (und rückt deshalb auch kein für diese Rubrik sonst übliches Rezept raus). Gut so, denn das Vinotto hat so, wie es ist, seinen ganz eigenen Charme. Es geht familiär zu, Stammkunden wissen wo Wasser und Wein stehen, fair abgerechnet wird am Ende. Wer größeren Hunger hat, bringt sein Essen einfach mit „oder bestellt sich eine Pizza, das ist bei uns alles sehr gerne gesehen“ und für viele Besucher auch schlichtweg Tradition.

Vinotto, Bornhofenweg 5, 65195 Wiesbaden, Tel.: 0611/409944,  www.facebook.com/vinottoweinhandel,  Di-Fr 16-20 Uhr, Sa 14-18 Uhr.

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