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sensor-Straßengespräch: Georg Garbe, 68 Jahre, Verwaltungsbeamter im Ruhestand

Strassenumfrage_2sp_blatthochInterview & Foto: Christopher Kissel

Sie haben sich gerade im Rathaus in das Kondolenzbuch für Helmut Schmidt eingetragen. Was hat Sie dazu bewogen?
Es war mir ein dringendes persönliches Anliegen, mit dem Gang zum Kondolenzbuch meine Trauer um eine moralische und politische Instanz auszudrücken und Helmut Schmidt zu ehren.

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Was verbinden Sie mit Helmut Schmidt? Welche Episoden seiner politischen Karriere sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Er war ein Macher und Manager in der Politik, einer, der den Mut hatte Entscheidungen auch alleine zu treffen und in Krisen seinen Mann zu stehen. Beispielsweise bei der Flutkatastrophe 1962, als er entschied, die Bundeswehr gegen damaliges Gesetz im Inland einzusetzen und damit tausende Leben rettete. Aber natürlich auch sein Engagement in der Ölkrise, den Herbststürmen der RAF und dem Nato-Doppelbeschluss sind mir gut in Erinnerung geblieben.

Was könnten sich aktuelle Politiker bei den Staatsmännern der alten Schule abschauen?
Heutige Politiker sind für mich Medienpolitiker, denen der Schneid fehlt, über ihre eigene Legislaturperiode hinauszudenken. Ich vermisse das Rückgrat, eigene Überzeugungen gegen Widerstände durchzusetzen.