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sensor-Straßengespräch: Salome, 26 Jahre, Kellnerin und Zeugin Jehovas

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Interview & Foto Laura Ehlenberger

Wie oft seid ihr mit eurem Stand in der Kirchgasse?

Jede Woche, und jedes Mal ist jemand anderes von uns am Stand. Ansonsten touren wir auch viermal in der Woche mit einem mobilen, zusammenklappbaren Stand durch die Stadt.

Wofür ist der Stand genau gedacht? 

Einfach zur Info. Wer sich dafür interessiert, woran wir glauben, bekommt hier Antworten. Wir sprechen aber niemanden direkt an. Jeder soll für sich entscheiden, ob er stehen bleiben möchte.

Auf einer der ausliegenden Broschüren steht: „Was lehrt die Bibel wirklich?“ Was kann man darunter verstehen?

Die Bibel ist ein sehr schweres Buch. Wir möchten, dass die Menschen verstehen lernen, was die Bibel wirklich bedeutet.

Und was bedeutet sie?

Die Bibel legt sich selbst aus. In unserer Broschüre erfährt man mehr darüber. Es geht darum, ganz alltägliche Fragen, zum Beispiel „Wie führe ich ein glückliches Familienleben?“ und größere Fragen z.B. „Warum lässt Gott Böses zu?“ zu beantworten.

Trotz unterschiedlicher Auslegung dient dem „klassischen“ Christentum und den Zeugen Jehovas die Bibel gleichermaßen: Welche Schnittstellen gibt es, wo finden sich Unterschiede?

Eine Schnittstelle ist zum Beispiel das Abendmahl des Herrn. Ein Unterschied wäre, dass wir weder Weihnachten noch Ostern feiern. Diese Feste sind heidnischen Ursprungs. Der Tod Christi wird bei uns ebenfalls geehrt. Da wir uns aber nach dem altjüdischen Kalender richten, liegt er nicht am selben Tag.

Wie groß ist eure Gemeinde, und wo trefft ihr euch?

In unserem Saal in Mainz-Kastel. Dort kommen mehrere Gruppen zusammen. Ich würde sagen, es sind so etwa 100 Leute.

Kann man in Wiesbaden seine Religion frei ausleben?

Auf jeden Fall!

(Als wir unser Interview mit Salome beendet haben und sie fotografieren wollen, dreht sich ein älterer Kollege von ihr um und gibt uns zu verstehen, dass auf keinen Fall Fotos gemacht werden dürfen.)