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Stadt Wiesbaden ehrt Seda Başay-Yıldız: Frankfurter Anwältin erhält Ludwig-Beck-Preis für Zivilcourage

Foto: privat.

Die Frankfurter Rechtsanwältin Seda Başay-Yıldız wird mit dem Ludwig-Beck-Preis für Zivilcourage der Landeshauptstadt Wiesbaden ausgezeichnet. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Seda Başay-Yıldız wurde als Anwältin der Nebenklage für die Familie von Enver Şimşek im Prozess gegen die rechtsterroristische Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) bekannt. Seit August 2018 erhielt sie eine Reihe von Morddrohungen, die mit „NSU 2.0“ unterzeichnet waren. Mit der Preisverleihung wird der bemerkenswerte Umgang von Seda Başay-Yıldız mit den rechtsterroristischen Bedrohungen nach ihrem Eintreten als Anwältin für die Familie eines Opfers der NSU-Morde gewürdigt.

Dunja Hyali hält Laudatio

„Ich freue mich sehr, dass sich das Auswahlgremium für Seda Başay-Yıldız ausgesprochen hat. Sie hat in herausragender Art und Weise Zivilcourage im Sinne von Ludwig Beck bewiesen“, so Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende. „Gerade in Zeiten zunehmender rechtsterroristischer Gewalttaten war es mir ein besonderes Anliegen, Seda Basay-Yildiz dem Auswahlgremium vorzuschlagen“, so Mende weiter. Die Preisverleihung ist für den 2. Juli 2021 im Festsaal des Rathauses vorgesehen. Als Laudatorin konnte die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali gewonnen werden.

Ludwig Beck – Widerstandskämpfer im nationalsozialistischen Regime 

Mit dem Ludwig-Beck-Preis ehrt die Landeshauptstadt Wiesbaden Menschen, Institutionen oder Vereinigungen aus aller Welt, die sich mit besonderer Zivilcourage für das Allgemeinwohl, das friedliche Zusammenleben der Menschen, die soziale Gerechtigkeit und die Grundprinzipien der Demokratie und des Rechtsstaates eingesetzt haben. Die Stadtverordnetenversammlung hat am 4. Dezember 2003 beschlossen, zu Ehren von Ludwig Beck den Ludwig-Beck-Preis einzurichten. Der in Biebrich geborene Widerstandskämpfers Generaloberst Ludwig Beck, der sich in der Zeit des nationalsozialistischen Regimes mutig Adolf Hitler und seinem rassistischen Machtwahn widersetzt hat, bleibt auch in der heutigen Zeit ein Beispiel für besondere Zivilcourage. Er hätte nach dem Gelingen des Attentats auf Hitler am 20. Juli 1944 deutsches Staatsoberhaupt werden sollen. Die erstmalige Verleihung des Preises erfolgte am 29. Juni 2004 anlässlich des 60. Jahrestages des Hitler-Attentats. Verliehen wurde der Preis in einer Feierstunde durch die damalige Stadtverordnetenvorsteherin Angelika Thiels und den damaligen Oberbürgermeister Hildebrand Diehl im Biebricher Schloss.

(apo/Foto: privat)

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