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Udo Jürgens unvergessen: Legendärer Künstler fünf Jahre nach seinem Tod präsenter denn je – auch in Wiesbaden

Jedes Konzert war anders, doch der Bademantel zum Finale gehörte immer dazu. Udo Jürgens trat im Laufe der Jahrzehnte mehrfach in Wiesbaden auf, bei „regulären“ Konzerten oder auch als Mitternachtsshow-Stargast beim „Ball des Sports“. Foto: Dirk Fellinghauer

Am 30. September 2019 wäre Udo Jürgens 85 Jahre alt geworden. Am 21. Dezember 2014 starb der Sänger, Komponist und Entertainer – „Mitten im Leben“, wie sein letztes Album hieß – völlig überraschend im Alter von 80 Jahren bei einem Spaziergang am See vor seinem Wohnhaus in der Schweiz.  „Udo Jürgens unvergessen“ heißt ein Hommage-Abend, der an diesem Wochenende im Velvets Theater stattfindet. Der Titel könnte treffender kaum sein. Aktuelles im Kino, im Fernsehen, auf CD und Buch zeigt: Udo Jürgens und sein Werk sind präsenter denn je.

Eine sage und schreibe vierstündige TV-Dokumentation lief kürzlich zum 85. Geburtstag auf VOX, auch andere Sender würdigten das Datum mit Sendungen.

„Udo Jürgens unvergessen – Eine Hommage“ heißt der Abend, den Robert Schmelcher, Sascha Stead und Eva Voll am Samstag, dem 2. November, um 18 Uhr im Velvets Theater präsentieren – „natürlich mit allen Hits und Evergreens, dazu mit der einen oder anderen Anekdote und am Ende vielleicht sogar mit einem Publikum, das mitsingt“. Auf der Bühne singen und erzählen an dem Abend erprobte Musicaldarsteller. Sascha Stead etwa erhielt für seine Interpretation des Conferenciers in »Cabaret« (Durban, Johannesburg und Kapstadt/Südafrika) den Durban Mercury Theatre Award.

Dass die Songs von Udo Jürgens musicaltauglich sind, beweist seit Jahren das Musical „Ich war noch niemals in New York“, das schon in diversen Städten Erfolge feierte und ab Mai 2020 in Berlin zu sehen sein wird. Genau dieses Musical wurde nun auch von Regisseur Philipp Stölzl mit Stars wie  Heike Makatsch, Moritz Bleibtreu und  Katharina Thalbach verfilmt verfilmt und ist seit kurzem in den Kinos zu sehen – unter anderem auch als sensor-Film des Monats im Murnau-Filmtheater am 19., 20. und 21. Dezember, Udo Jürgens´ 5. Todestag. Für Lisa Wartberg ist ihr Beruf als Moderatorin das Wichtigste, bis ihre Mutter Maria nach einem Unfall an Gedächtnisverlust leidet und sich nur noch daran erinnert, dass sie noch niemals in New York war. Maria flieht aus dem Krankenhaus und schmuggelt sich an Bord eines Kreuzfahrtschiffes, wo sie von Lisa aufgefunden wird … „Die Einzelnummern des erfolgreichen Udo Jürgens-Musicals hat Philipp Stölzl in den Fluss einer Geschichte gebracht und lustvoll mit dem bunten Glanz eines Hollywood-Musicals versetzt“, befand epd-Film. Wir verlosen drei „2 für 1″Tickets: Mail mit Nennung des Wunsch-Vorstellungstermins an losi@sensor-wiesbaden.de

Auch von Udo Jürgens selbst gibt es, obwohl vor nun fünf Jahren verstorben, Neues – und zwar ein Buch. „Spiel des Lebens“ heißt dieses und ist im Fischerverlag erschienen. Es sind Geschichten, die zeigen, welche Gefühle und Sehnsüchte ihn bewegten. Der Junge, der auf dem Balkon tanzt und davon träumt, ein Musiker zu sein. Der Maler, der sich im Café an seine Anfänge erinnert. Ein Trommler, der auf dem falschen Kontinent geboren ist. Sie alle sind Zaungäste im Spiel des Lebens, aber es bedarf nur wenig, ihnen ins Rampenlicht zu helfen. In sehr persönlichen Geschichten, die Udo Jürgens wie seinen autobiografischen Roman „Der Mann mit dem Fagott“ mit Michaela Moritz verfasste, greift er die Stimmung seiner Lieder auf und verdichtet sie zu einem „Spiel des Lebens“.  

 

 

Udo Jürgens als Schriftsteller – eine weitere Seite also des Künstlers Udo Jürgens. „Die andere Seite“ des Komponisten Udo Jürgens hat Jörg Seidel mit seinem kürzlich erschienenen gleichnamigen Album aufgespürt, eine „Jazz-Hommage an Udo Jürgens“. Das macht Sinn, weil Udo Jürgens´ musikalische Wurzeln im Jazz lagen. Der Sänger und Gitarrist präsentiert zum Teil sehr unbekannte Kompositionen von Udo Jürgens, wie das 1965 von Sarah Vaughan gesungene „Right or wrong“, das 1967 aufgenommene „Mein erster Weg…“ oder die englische Fassung des Anfang der 70er Jahre von Ireen Sheer gesungenen „Sonntag“. Fünf Titel hat Jörg Seidel mit einer Big Band aufgenommen, die meisterhaft von Joachim Refardt arrangiert worden ist. Neun weitere Titel sind mit seinem Jazz-Quintett eingespielt worden. „Vor seinem kreativen Schaffen, seinem Gespür für schöne Melodien und zeitlose Texte ziehe ich den Hut“, schreibt Seidel über Jürgens und zeigt „Die andere Seite“ eindrucksvoll und voller Facetten mit Jazz-, Swing-, Big Band und Bossa Nova-Arrangements. Wir verlosen 3 Exemplare der CD: Mail mit persönlichem Udo Jürgens-Lieblingslied an losi@sensor-wiesbaden.de

Ach ja, und dann gibt es da auch noch einen gewissen Voodoo Jürgens, der auch am 28. November zum Konzert in den Schlachthof kommt. Das ist aber eine ganz andere Geschichte. Wobei: „Als er beispielsweise von einer Spelunke im 5. Wiener Bezirk sang, wurde klar, warum Öllerer mit dem Bandnamen Voodoo Jürgens auf seinen 2014 verstorbenen Landsmann Udo Jürgens anspielt. War der doch auch ein guter Beobachter und Geschichtenerzähler.“ Und wo die Westdeutsche Zeitung, die dies am in einer Konzertkritik schrieb, Recht hat, hat sie Recht.

In Wiesbaden ist Udo Jürgens selbst im Laufe seiner Karriere übrigens nicht nur unzählige Male aufgetreten – sei es wie „üblich“ in der Rhein-Main-Halle, bei seinem allerersten Solo-Open Air-Konzert überhaupt im Kurpark oder als Mitternachtsshow-Stargast beim Ball des Sports. Der in Wiesbadens Partnerstadt Klagenfurt geborene Künstler hat hier auch ein Video zu seinem Lied „Lieb Vaterland“ gedreht, das heute, fast fünfzig Jahre nach seiner Ausstrahlung in der ZDF-Drehscheibe, unvermindert aktuell klingt:

Hier könnt ihr nochmal das große sensor-Interview mit Udo Jürgens lesen:“Ich muss den Tiefgang, den ich empfinde, auch vermitteln“.

(Dirk Fellinghauer)

 

Ein Kommentar “Udo Jürgens unvergessen: Legendärer Künstler fünf Jahre nach seinem Tod präsenter denn je – auch in Wiesbaden

  1. Udo Jürgens ist und bleibt unvergessslich.Ich war an mehreren Konzerten von ihm immer in Zürich das Letzte Konzert war Super aber das was ich 1 Woche später las war schockierend

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