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Veranstaltungsbranche gipfelt in Wiesbaden: Akteure und Experten diskutieren ab heute „Pfade in die Zukunft“

Die Veranstaltungsbranche ist in besonderem Maße von der Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen betroffen. Doch wie geht es 2021 mit und nach Corona weiter? Welche Anpassungen an die neuen Bedingungen und daraus entstandene Formate haben sich für die Veranstaltungsbranche bewährt und wie sehen die neuen Geschäftsmodelle für Präsenz-Veranstaltungen aus? Die Wiesbaden Congress & Marketing GmbH mit seinem Convention Team geht diesen Fragen, in einem digitalen Eventformat live gesendet aus dem RheinMain CongressCenter, nach.

Das Gipfeltreffen mit dem Titel „Pfade in die Zukunft“ – das sich als Spezialausgabe in das Format „Convention Wiesbaden Campus“ einreiht – bietet am 11. und 12. Februar eine Plattform für unterschiedliche Akteure und Dienstleister der Veranstaltungsbranche. Es werden, organisiert von Helmut M. Bien, Erfahrungen der letzten Monate von Branchen-Expert*innen gebündelt, Veranstaltungskonzepte vorgestellt und Zukunftsszenarien besprochen.

Mit dabei sind unter anderem Stephan Grünewald (rheingold-institut Köln), Matthias Schultze (German Convention Bureau), Jan Kalbfleisch (FAMAB), Dr. Stephan Wilhelm (Fraunhofer Institut), Wolf Lotter (brand eins) und sowie die Köpfe von großen Messen und Kongressen wie Buchmesse, IAA oder Internistenkongress

Li Edelkoort.

Mit Li Edelkoort (international bekannte Trendforscherin, Foto oben) konnte eine Top Key-Note Speakerin zum Thema Zukunftstrends gewonnen werden. Sie wird zum Abschluss des heutigen Auftakttages um 19 Uhr sprechen.

Los geht es heute um 11.30 Uhr mit einer Pressekonferenz, die live auf www.wiesbaden.de übertragen wird. Das eigentliche Programm startet dann um 14 Uhr. In Vorträgen und Panels sind neben Sprechern aus dem ganzen Bundesgebiet auch Wiesbadener und Rhein-Main-Akteure dabei – etwa Gerhard Schulz vom Schlachthof, Rheingau Musik Festival-Geschäftsführer Marsilius Graf von Ingelheim oder Dehoga-Präsident und Hotel Oranien-Inhaber Gerald Kink, Eventfotograf Ralph Larmann und Peter Post von Scholz & Volkmer.

Gemeinsam über Neustart sprechen

Bürgermeister und Wirtschaftsdezernent Dr. Oliver Franz lobt die Initiative der Wiesbaden Congress & Marketing GmbH WICM: „Es ist ein sehr zukunftsweisendes Signal, wichtige Akteure der Branche an einen Tisch zu holen, um gemeinsam über einen „Neustart“ und potentielle Möglichkeiten zu sprechen. Ich freue mich, dass dieses Signal aus Wiesbaden gesendet wird.“

Martin Michel, Geschäftsführer der Wiesbaden Congress & Marketing GmbH.

„Die Welt steht trotz Shutdown nicht still“

Interview mit Martin Michel, Geschäftsführer der Wiesbaden Congress & Marketing GmbH, über die Motivation hinter dem Gipfeltreffen

Auf die Frage, wie er auf die Idee gekommen sei, die Veranstaltung zu diesem ambitioniert frühen Termin abzuhalten, sagt Martin Michel: „Es ist ein Trugschluss, dass der Shutdown dazu führt, dass die Welt stillsteht. Sie dreht sich weiter und für uns mit erhöhtem Tempo. Wir müssen uns jetzt auf die Zukunft vorbereiten, voneinander lernen und uns stark machen. Viele Veranstaltungen haben einen langen Vorlauf, so dass es auch nach dem Ende des Shutdowns nicht gleich wieder losgeht.

Wie hat sich denn das Geschäft schon verändert?

Die Veranstaltungsanfragen haben sich verändert, unsere Kunden sind in vielen Bereichen weiter als manche andere in der Branche.  Die Veranstalter führen nicht nur ihre entsprechenden Veranstaltungen durch, sondern sorgen für einen ganz wesentlichen Effekt. Die ganze Infrastruktur gerät ins Wanken, wenn die Veranstaltungsbranche brachliegt. Wir wollen uns aktiv einbringen in diesen Wettlauf um den Erhalt unserer Lebensqualität. Wir haben im Augenblick beispielsweise ein großes Impfzentrum im RMCC eingerichtet, weil wir über das flexible Raumangebot verfügen und die Improvisationsfähigkeit für solche temporären Aktionen, die Leben retten und rasch in eine neue Normalität führen.

Welchen Herausforderungen müssen Sie sich aktuell stellen?

Die größte Herausforderung für Messe & Kongressveranstalter, aber auch für Veranstaltungshäuser, ist die Digitalisierung. Braucht es in der Zukunft überhaupt noch große Hallen, oder verschwindet nicht vieles im Netz? Formate wie Zoom, die quasi über Nacht einen neuen Kanal und ein eigenes Format aufgezogen haben. Zoomen wird das neue Googeln.

Wir sind froh, dass unsere Veranstaltungshäuser mitten in der Stadt zentral und fußläufig in einem attraktiven grünen Umfeld liegen. In unserer Multitasking-Welt können Sie hier zur Ruhe kommen und sich mal auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrieren. Unsere Kunden bestätigen uns darin, dass auch sie diese Vorzüge der Präsenz-Veranstaltung schätzen. Gerade die Erfahrungen mit Digitalformaten zeigen, dass oft genug nach einem Tag am Flachbildschirm nur ein schales Gefühl bleibt. Es ist wie manchmal beim Fernsehprogramm: Am nächsten Tag kann man sich nur noch schwer an das erinnern, was man gesehen hat.

Wie blicken Sie in die Zukunft?

Wir blicken grundoptimistisch in die Zukunft. Vieles wird wegfallen, das schon länger als Auslaufmodell gilt. Aber es eröffnen sich neue Konstellationen und Verbindungen, zum Beispiel für Leute, die Content haben oder aufbereiten können, die Medien und Kommunikationsagenturen und Seminarveranstalter. Das pure Geschäft mit Quadratmetern ist aus unser Sicht kein Zukunftsmodell. Es geht um Qualität, um Werte, die man mit Kunden teilt, um echte Innovationen, Nachhaltigkeit und nicht um immer mehr vom gleichen.

Was wollen Sie mit ihrem Gipfeltreffen bezwecken?

Unsere Veranstaltung ist ein Mutmacher. Wir jedenfalls haben Lust auf diese Zukunft und freuen uns, wenn es endlich wieder losgeht. Wirtschaft ist zu 50 Prozent Psychologie, meinte schon Ludwig Ehrhard. Und dafür ist es unabdingbar, dass sich die Menschen wieder auf Veranstaltungen treffen können.

Tickets für das Programm und weitere Infos unter www.wiesbaden.de/gipfeltreffen.

(apo/Foto: Veranstalter)

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