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Der große Test: Frühstücken in der Stadt

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Von Tobias Farid Djaghroud. Fotos Michael Zellmer.

Ob alleine, zu zweit, mit Freunden, im Sitzen, im Stehen oder im Gehen – das Frühstück ist für fast jeden die erste Mahlzeit des Tages und laut der Medizin auch die wichtigste. Es kurbelt den Stoffwechsel an und bringt unseren Organismus in Fahrt. Die Vorlieben beim Frühstück sind sehr verschieden. Homer Simpson isst morgens gerne Donuts, Rocky trinkt rohe Eier und bei Erika Mustermann kommen Marmeladenbrot und Kaffee auf den Tisch. Und genau so unterschiedlich wie die Geschmäcker ist auch das Frühstücksangebot in Wiesbaden. Da im Rahmen dieses Frühstückstest natürlich nicht alle zur Verfügung stehenden Cafés besucht bzw. getestet werden können, gibt es am Ende des Artikels Empfehlungen zu weiteren Frühstücksmöglichkeiten. So, los geht’s!

Bastian‘s (Kirchgasse 2/Ecke Rheinstraße, 0611/34109616)

Die Frühstückstour beginnt am Anfang der Fußgängerzone, im Bastian‘s. Der Empfang ist freundlich, das Publikum bunt gemischt – Mütter mit Kindern neben Studenten und Seniorengruppen neben Geschäftsleuten. Die Atmosphäre ist entspannt. Es gibt eine kleine Bücherecke, und Malsachen sind auch vorhanden. So lassen sich die kleinen Gäste gut beschäftigen, und die Erwachsenen können mal so richtig ordentlich schnacken. Man kann sein Frühstück aus einer Vielzahl von Menüs auswählen oder es sich gleich selber zusammenstellen.  Ich entscheide mich für letzteres und bestelle Rührei mit frischen Kräutern, einen kleinen Brotkorb (Vollkornbrot, Saatenbrot und Mehrkornbrötchen), Gouda, Honig und einen Pfefferminztee mit frischer Minze. Kurz nach der Bestellung wird auch schon das Essen gebracht. Es sieht frisch und ansprechend aus. Brot und Brötchen stammen aus der hauseigenen Bäckerei, in der jeden Tag frisch und ohne Zugabe von Fertigmischungen oder Konservierungsstoffe gebacken wird, wie mir versichert wird. Und nun zum wichtigsten – dem Geschmack. Hier kann ausnahmslos alles (was ich gegessen habe) mit dem Prädikat lecker versehen werden. Die Backwaren schmecken frisch, das Rührei ist auf den Punkt genau richtig zubereitet, und der Pfefferminztee ist erfrischend, die Minze macht’s. Neben dem Frühstück, das man übrigens an jedem Tag der Woche von  8 bis 19 Uhr serviert bekommt, gibt es außer warmen Mahlzeiten auch eine Kuchentheke, in der selbstgebackene Leckereien angeboten werden.

Molino (Schwalbacher Straße 3, 0611/97173905)

Heute wird im Molino gefrühstückt, einem auf den ersten Blick kleinem (Bio)-Café am Anfang der Schwalbacher Straße. „Bitte an der Theke bestellen“ steht auf einem Schild. Wird gemacht.  Das Frühstücksangebot ist überschaubar. In der Summe gibt es sechs verschiedene Frühstücksmenüs, die allesamt nach Städten benannt sind. Das Frühstück Paris besteht aus einem Croissant mit Marmelade, das Frühstück Mailand ist eher wurstlastig und beim Frühstück New York gibt es neben Brot und Brötchen noch einen Brownie dazu. Ich bleibe in Europa und bestelle einmal Paris (2,40€) und einmal Zürich (5,90€), dazu einen Pfefferminztee mit frischer Minze. Ich nehme im geräumigen, hinteren Teil des Cafés Platz. Neben Zeitschriften und anderer Schmökerware liegen auch Kinder – bzw. Bilderbücher bereit. So, das Essen kommt. Es ist schön angerichtet – das Auge isst ja schließlich mit! Der Käseteller (des Frühstücks Zürich) wird mit Obst, Tomaten und Kresse serviert, dazu zwei Schälchen mit Frischkäse. Einem Natürlichen und einem Curry-Dattel Frischkäse, der auf den Namen „Sultans Freude“ hört, sehr lecker. Die Brötchen im Brotkorb sind noch warm. Es mundet, wie es im Fachjargon heißt. Das Frühstück Paris stellt mich hingegen vor die erste Herausforderung. Das Croissant droht mich zu verbröckeln, was ich aber gerade noch verhindern kann. Abgesehen von den Frühstücksmenüs, die alle aus Bio-Produkten zusammengestellt sind, bietet das Molino noch –Bagels, Kuchen, Säfte, Smoothies, allerlei Kaffevariationen  und Fair-Trade Schokolade an – übrigens nicht nur drinnen, sondern auch draußen im kleinen ruhigen Garten.

Hepa Kaffee (Kleine Schwalbacher Straße 14, 0611/34132970)

Die Frühstückstour führt heute in die kleine Schwalbacher Straße in das Hepa Kaffee. Als ich ankomme, fällt mir zuerst der Außenbereich auf, der zwischen dem direkt gegenüber gelegenen neuen Domizil der Zeitungsleute von Wiesbadener Kurier und sensor und einer nicht gerade pittoresken Baulücke über mehrere Ecken verteilt ist und genügend Plätze für die Gäste bietet. Ich lasse mich im Innenbereich auf einer Sitzbank nieder. Neben mir nehmen zwei ältere Damen Platz und betrachten mit großen Augen die Kuchenauslage. Frühstücksmäßig gibt es fünf verschiedene Menüs in der Preisspanne von 4,50€ bis 13,90€, die nach Ländern betitelt sind wie zum Beispiel Honduras (Kaffee, Croissant, Marmelade), Brasilien (Kaffee, zwei Bötchen, Wurst, Käse, Marmelade, Ei) oder Italien (Kaffee, zwei Brötchen, Tomate, Mozzarella, Marmelade, Ei). Jedoch erschließt sich mir hier der Zusammenhang zwischen Name und Menü außer Frühstück Italien nicht direkt. Muss es ja auch nicht. Ich bestelle das Frühstück Italien mit Extra Käse. Zeit für einen Blick durch das Café. Das Interieur ist einfach und in dunklen Tönen gehalten, es gibt die bereits erwähnte Kuchenauslage und ein paar Tageszeitungen zum Durchblättern liegen auch bereit. Dann kommt auch schon die Kellnerin. Das Frühstück wird auf einer Etagère serviert. Dazu zwei Brötchen im Brotkorb. Die Brötchen sind für meinen Geschmack etwas zu trocken, Käse, Tomaten und Mozzarella sind aber in Ordnung. Neben Frühstück (Montag bis Samstag von 09.00 – 14.00 Uhr) und Kuchen kann man hier auch Quiches oder eine der vielen lateinamerikanischen Kaffeespezialitäten bestellen. So, weiter geht’s.

Hofladen Haselnuss (Yorckstraße 19, 0611/400646)

Nächster Halt ist der Hofladen Haselnuss in der Yorckstraße/Ecke Scharnhorststraße. Ich werde freundlich von der Besitzerin Uta Müller, die den Laden seit über 30 Jahren mit Herzblut führt, in Empfang genommen. Sie baut mir einen kleinen Tisch vor dem Laden auf. Diese Hands-On-Mentalität zieht sich durch das ganze Konzept der Haselnuss. Alle Produkte des Ladens entstammen dem eigenen Anbau des Hofes in Fischbach.  Frühstück wird von Montag bis Samstag ab  8 Uhr angeboten. Es gibt ein festes Frühstücksmenü in klein (6,00€) oder groß (7,50€). Das kleine Frühstück beinhaltet Brot, Brötchen, Marmelade, Honig und Wurst- oder Käseplatte. Beim Großen Frühstück  gibt es noch Fruchtsaft und ein Ei obendrauf. Jedoch wird das hier nicht so eng gesehen. Auf Wunsch lässt sich die Zusammenstellung auch ein wenig abändern. Ich nehme das Frühstück in klein mit Wurst- und Käseplatte und wie zuvor auch einen Pfefferminztee. Das Frühstück ist da. Und das sieht nicht nur gut aus, sondern schmeckt auch klasse. Die Erdbeer-Rhabarber-Marmelade ist köstlich, genau wie die Pastete und der Käse im Kräutermantel. Leckomio! Mit dem kleinen Frühstück war ich bestens bedient, satt und glücklich. Wo klein drauf steht kann manchmal auch groß drin sein! Außer dem Frühstück vor Ort kann man im Laden noch Tees, Aufstriche, Säfte sowie Obst und Gemüse kaufen. Und neuerdings gibt es auch einen Mittagstisch mit täglich wechselnder Suppe sowie Pizza und Quiche.

Das Lokal (Seerobenstraße 2, 0611/9450784)

Am Sedanplatz im Westend befindet sich das Lokal, also „das“ Lokal. Jeden Sonntag zwischen 10 und 15 Uhr kann man es sich hier bei einem Frühstücksbuffet im großen Innenbereich oder auf der Terrasse gut gehen lassen. Als ich um kurz nach zehn ankomme, sind schon eine Menge hungriger Leute da, gegen viertel vor Elf ist es fast ganz voll. Deswegen als kleiner Tipp – ein, zwei Tage vorher reservieren! Ich nähere mich dem Frühstücksbuffet. Hier wird einiges aufgefahren. Neben Brot, Brötchen, Baguette und Croissant sowie allerlei Belag (Käse, Wurst, Marmelade) gibt es noch Rühr- und Spiegelei, Würstchen sowie Pfannkuchen. Außerdem stehen Obstsalat, Joghurt und verschiedene Müslis bereit. Alles was ich probiert habe ist uneingeschränkt zu empfehlen. Die Brötchen sind ofenfrisch, das Rührei mit Petersilie ist klasse und besonders angetan war ich vom Obstsalat (Kiwi, Gallier-Melone, Birne und Apfel), dazu einen Löffel Joghurt und man ist gerüstet für den nächsten Ironman. Die Atmosphäre ist gemütlich entspannt, Kinder und Erwachsene haben ihren Spaß. Und beeilen muss man sich auch nicht, denn sobald etwas leer ist, wird es auch schon prompt wieder aufgefüllt. Ich bin rundum zufrieden. Danke und bis zum nächsten Mal.

Noch mehr Frühstücksideen

Crema Catalana (Herderstraße 19, 0157/39479955), Café Klatsch (Marcobrunner Straße 2, 0611/440266), American Sportsbar (Wilhelmstraße 38, 0611/9101201,  Amerikanisches Frühstücksbuffet Samstag 11 –14 Uhr), Café Paris (Moritzstraße 17, 01578/1581468), Weiwe (Mo-So ab 8 Uhr Frühstücksbüffet, Wagemannstraße 37) Lalaland (Friedrichstraße 57), Heimathafen (Karlstraße 22 / Adelheidstraße), Le Petit Belge (Wilihelmstraße 36/ Passage, 0611/1667720) Tasty Donuts (Kleine Kirchgasse 2, 0611/18173884), Westend Bäckerei (Wellritzstraße 30, 0170/4100089) Café WellRitz (Wellritzstraße 38a, à la carte Mo-Fr ab 9.30, Frühstücksbüffet Sa 10-14 Uhr), Spital (Kochbrunnenplatz 3, Sonntagsbrunch jeden Sonntag 10 bis 15 Uhr).