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Eine Antwort schuldig geblieben – Wiesbaden, Erdoğans Zeigefinger und die Biennale

Von Malte Albrecht. Foto Dirk Fellinghauer.
Das Drama – oder die Tragödie? – um die Installation einer goldfarben besprühten – nicht goldenen – Statue des türkischen Präsidenten mitten in Wiesbaden war vielleicht das mutigste und klügste Projekt der diesjährigen “Wiesbaden Biennale”. Denn sie hat eines gezeigt: Es gibt sie noch, die politische Provokation, das demokratische Lebenselixier. Das Politische kehrt zu seinem eigenen Grundsatz zurück: dem Streit. Die Biennale hat dabei auch gezeigt, was passiert, wenn Politik im Angesicht demokratischer Praxis erstarrt und ihren Mut verliert. Denn es ist die Aufgabe von Politik, mutig Räume zu schaffen für öffentlichen Streit unter demokratischen Vorzeichen.
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ABGESAGT !!! Sonntagsspaziergang führt “Auf die Schwalbacher!”: Visionen, DJ, Hühner und Urinella beim “City Hack”

UPDATE – WEGEN SUPERMIESER WETTERAUSSICHTEN WURDE DIE VERANSTALTUNG NUN DOCH ABGESAGT – ALLE INFOS HIER. Die beste Devise für diesen Sonntagsspaziergang lautet: “Auf die Schwalbacher!” Denn auf der Schwalbacher Straße heißt es an diesem Sonntag: “Slow down!” Eine der Hauptverkehrsachsen Wiesbadens in einem anderen Modus? Diese Herausforderung gemeinsam anzugehen, dazu laden die Akteure der “Lokalen Partnerschaft” im Rahmen der Städtebauförderprogramme “Aktive Kernbereiche” und “Soziale Stadt Westend” am 23. September von 12 bis 18 Uhr auf die Schwalbacher Straße ein – mit Programm für die ganze Familie. Die Verkehrsinsel wird zum Ort der Meditation, vor der Wartburg entstehen Bilder der Zukunft und erklingen Sounds von DJ und Liveband, und auf dem Faulbrunnenplatz steigt das Verkehrswendefest. sensor präsentiert das Experiment City-Hack “Auf die Schwalbacher!”, dem im kommenden Jahr eine “Eroberung” der Straße in größerem Ausmaß folgen soll, als Medienpartner. (mehr …)

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Dr. Müller macht den Anfang bei “NUR BAR! Eine Runde Tresentalk”: Wie locker ist der Ex-OB auf dem Hocker?

Ein neues Format im EXIL. Ein Abend an der Bar. Ein Gast. Ein Gespräch. Eine Stunde. Ab 21 Uhr. Und vorneweg – die Bar öffnet um 19 Uhr -, hinterher und drum herum: “Nur Bar!” Noch eine Woche bis zur Premiere: sensor präsentiert am Donnerstag, 27. September, erstmals “NUR BAR! Eine Runde Tresentalk” im Walhalla im EXIL in der Nerostraße 24. Der Gast der ersten Ausgabe wird ein alter Bekannter sein, den die Besucher an diesem Abend aber vielleicht ganz neu kennenlernen werden. (mehr …)

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Erst Leben … Visionärer Stadtplaner Jan Gehl (Kopenhagen) bringt heute “Impulse für das Ostfeld” nach Wiesbaden

Heute wird die Veranstaltungsreihe „Impulse für das Ostfeld“, gemeinsam organisiert von  Hochschule Rhein-Main, Wiesbadener Architekturzentrum SEG, fortgesetzt – mit einem besonderen Gast, der ganz bestimmt Impulse mitbringt zur Grundfrage der Vortragsreihe: “Was macht Städte im 21. Jahrhundert für Menschen lebenswert?” Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr im Kulturforum Wiesbaden, Eingang Friedrichstraße 16. (mehr …)

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Nächster Halt: Akzeptanz und Vielfalt – Kundgebung gegen Bus der Lügen und der Angst am 13.9. ab 15 Uhr

“Wir setzen gemeinsam ein Zeichen FÜR eine bunte, weltoffene und vielfältige Gesellschaft!”, sagen die Veranstalter der “Aktion für Vielfalt und Zusammenhalt” und laden alle am Donnerstag, 13. September, ab 15 Uhr auf die Treppe vor dem Café Lumen am Dernschen Gelände ein. Auf dem Dernschen Gelände hat sich mal wieder die sogenannte und unsägliche “Demo für alle” angekündigt, diesmal mit einem “Bus der Meinungsfreiheit” auf der “Deutschlandtour für kindgerechte Sexualaufklärung”. “Die Busfahrt der sogenannten `Demo für Alle´werden wir mit ihren Unterstellungen, den Lügen und der Angst, die sie verbreiten wollen, nicht unbeantwortet lassen” heißt es in der Einladung: “Wir zeigen die vielfältige Gesellschaft, die füreiander einsteht und sich klar zu Menschenrechten für ALLE Menschen bekennt.” Als Rednerinnen und Redner werden unter anderem OB Sven Gerich, pro familia-Vorsitzende Brigitte Podlich sowie VertrerInnen von Frankfurter Engel Freundeskreis, Deutsche Gesellschaft für Transsexualität und Intersexualität dgti  und vom AStA der Hochschule RheinMain erwartet. (dif/Bild Bündnis für Akzeptanz und Vielfalt)

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“Auf die Schwalbacher!” City Hack-Aktionstag versetzt Verkehrsachse in Slow down-Modus

Slow down, Schwalbacher Straße! Eine der Hauptverkehrsachsen Wiesbadens in einem anderen Modus? Die Akteure der „Lokalen Partnerschaft – Aktive Kernbereiche Innenstadt West” laden ein, genau das gemeinsam zu versuchen – beim vom sensor präsentierten “City Hack” am Sonntag, dem 23. September. Das Motto: “Auf die Schwalbacher!” Und das darf sehr wörtlich genommen werden. (mehr …)

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Skurriles, Ungeheuerliches, Gelogenes – Prof. Detlev Reymann analysiert Wahlprogramm der AfD Hessen

Von Dirk Fellinghauer. Foto Simon Hegenberg. Illustration Detlev Reymann.

Wahlprogramme von politischen Parteien zu lesen, ist in der Regel eine mühsame Angelegenheit. Die wenigsten tun sich das an, bevor sie ihre Wahlentscheidung treffen. Professor Detlev Reymann hat sich diese Mühe gemacht. Er hat das Wahlprogramm der AfD Hessen zur Landtagswahl am 28. Oktober ganz genau studiert – und kommentiert. Der 61-Jährige, der im Hauptberuf Präsident der Hochschule RheinMain ist, hat sich als Privatperson 19 Punkte aus dem 90-Seiten-Programm genauer angeschaut und “übersetzt”, was sie wirklich bedeuten. Sein wenig überraschendes Gesamturteil: “Das ist keine Alternative. Sicher nicht.” Aber  Reymann belässt es nicht bei einer (Gegen-)Parole, sondern er begründet diese sehr fundiert und detailliert. sensor veröffentlicht mit Einverständnis des Autors die Zusammenfassung seiner Analyse und den Link zu seinen Kommentierungen der 19 einzelnen Wahlprogramm-Punkte. (mehr …)

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“Kreative Städte sind lebenswerter” – Minister Tarek Al-Wazir über Inspirationstrips und Aha-Effekte

“Ich glaube schon, dass Wiesbaden zu den Städten gehört, die erkannt haben, dass man nicht nur Beamtenstadt ist und Kurhaus-Ambiente braucht, sondern auch etwas anderes.” Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir beim sensor-Interview mit Chefredakteur Dirk Fellinghauer im Designshop des MAK Wien zum Abschluss der 5. Kultur- und Kreativwirtschaftsdelegationsreise. (Foto: Michael Eibes)

Von Dirk Fellinghauer. Fotos Michael Eibes.

Er ist laut Umfragen konstant der beliebteste Spitzenpolitiker Hessens. Bei der Kultur- und Kreativiwirtschaft des schwarz-grün regierten Bundeslandes dürfte sich Tarek Al-Wazir besonders beliebt gemacht haben. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit schrieb sich der Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident auf die Fahnen, gezielt diesen Wirtschaftszweig   –  etwa 120.000 Erwerbstätige, über 20.300 Unternehmen, über 12 Milliarden Euro Jahresumsatz – zu fördern. Er richtete ein eigenes Referat in seinem Megaministerium ein. Und er führt jährlich eine Delegationsreise in eine europäische Kreativmetropole durch. Bei vier dieser Reisen war sensor dabei. Am Ende der letzten Reise, die nach Wien führte, zog Minister Al-Wazir im Gespräch mit sensor Wiesbaden-Chefredakteur Dirk Fellinghauer eine Bilanz der bisherigen fünf Trips. Im Designshop des Wiener Museums für Angewandte Kunst (MAK) sprach der 47-Jährige über Bewusstseinswandel und Begehrlichkeiten, über Community-Gedanken und Geschäftsmodelle, über Potenzial-Früherkennung in Wiesbaden und über den Fluch der guten Tat. (mehr …)

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Zustimmung mit Zögerfaktor: Nachtbürgermeister-Antrag heute im Stadtparlament – Auch Erdogan-Debatte

Von Dirk Fellinghauer. Foto Dilan Nawad.

“Ich bin mir sicher, dass Wiesbaden bald eine/n Nachtbürgermeister/in haben wird”, sagt Jugendparlament (Jupa)-Vorsitzender Silas Gottwald (auf dem Foto rechts, mit seinen Vorstandskollegen Moritz Wimmer, Tobias Rosenbaum, Josephine Nolde-Zilhao) gegenüber sensor zu dem Antrag, der heute in der Stadtverordnetenversammlung debattiert und zur Abstimmung gestellt wird: “In allen Fraktionen, in denen wir unser Projekt vorgestellt haben, wurde unser Projekt mit großem Interesse und positiver Grundhaltung aufgenommen.” Auch sensor hat sich im Vorfeld umgehört, wie die Idee ankommt. Der Optimismus des Jupa-Chefs ist demnach begründet, einen Durchmarsch dürfte es für die Idee aber nicht geben. Bis es zur Debatte kommt, muss sich der Nachwuchs gedulden. Vorher wird es noch eine aktuelle Stunde zum (im  doppelten Sinne) “Fall” der Erdogan-Statue am Platz der deutschen Einheit geben. Die Sitzung beginnt um 16 Uhr im Rathaus, interessierte Öffentlichkeit ist willkommen. (mehr …)

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Meeting Habeck bei “Following Habeck”: Grünen-Bundeschef stellt heute “seinen” Film im Murnau vor

Der Hauptdarsteller kommt persönlich. Zum Filmstart des Dokumentarfilms “Following Habeck” in Wiesbaden wird der  Grünen-Bundesvorsitzende Robert Habeck heute im Murnau-Filmtheater vorbeischauen und ab 18 Uhr eine kurze Einleitung zum Film geben. Etwa 20 Minuten sind dafür vorgesehen. Der spontane Besuch wird möglich, weil sich heute und morgen die Grünen-Fraktionsvorsitzenden aus Bund und Ländern in Wiesbaden treffen. Die Handlung des Films von Malte Blockhaus: “Robert Habeck ist Umweltminister in Schleswig-Holstein. Im Mai 2015 entschließt er sich, als Spitzenkandidat für seine Partei Bündnis 90 / Die Grünen für die Bundestagswahl 2017 zu kandidieren. Eine Nahaufnahme zwischen Wahlkampf und Ministeramt, Provinz und Großstadt, Sieg und Niederlage.” 1969 in Lübeck geboren, studierte Habeck Philosophie, promovierte und war gemeinsam mit seiner Frau als Schriftsteller erfolgreich. Dann zog es ihn in die Politik. Seit 2018 ist er Bundesvorsitzender seiner Partei. “Following Habeck” läuft im Murnau-Kino heute um 18 Uhr und ein weiteres Mal am Sonntag, 9. September, um 20 Uhr, dann mit anschließendem Gespräch mit Nach dem Film Gespräch mit den grünen DirektkandidatInnen für die Landtagswahl, Dorothèe Andes-Müller und Mathias Wagner, sowie Mitgliedern der Stadtfraktion. (dif/Fotos Veranstalter)

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“Absurd, infam, unwahr” – Staatstheater-Intendant weist Attacken zur Erdogan-Statue zurück

Von Dirk Fellinghauer. Fotos Dirk Fellinghauer, Leonard Laurig.

Nicht nur auf dem Platz der deutschen Einheit  hat die im Rahmen der Wiesbaden Biennale aufgestellte und nach nur gut 24 Stunden auf Veranlassung der Stadt wieder abgebaute Erdogan-Statue für heftige Reaktionen gesorgt. Ebenso wird in der Kulturszene selbst – auch nach dem Abschluss der Biennale, die insgesamt knapp 50.000 Besucher angelockt hat (inklusive der Supermarkt-Besucher im Theaterfoyer) –  diskutiert. Und mit harten verbalen Bandagen gestritten. In einem ausführlichen persönlichen Kommentar attackiert nun Margarethe Goldmann, frühere Wiesbadener Kulturdezernentin und Sprecherin des “AK Stadtkultur”, die Aktion und die Verantwortlichen. Sie stellt darin der Skulptur jedwede Diskursfunktion in Abrede, ebenso hier lebenden türkischstämmigen Menschen die Kenntnis über und die Teilhabe an Kultur und Kunst. Schließlich spricht sie Deutschen ernstzunehmende Kontakt zu Türken ab (“Wer hat schon türkische Freunde?”). Und sie erhebt schwere Vorwürfe in Richtung Staatstheater. Die Antwort des Intendanten Uwe Eric Laufenberg ließ nicht lange auf sich warten. sensor veröffentlicht Goldmanns auch an die Presse und die kulturpolitischen Sprecher der Rathaus-Fraktionen verschickten Text, den diese ausdrücklich als persönliches Statement formuliert hat, und, mit seinem Einverständnis, die Replik des Intendanten im Wortlaut.

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Kulturbeirat trifft sich zur zweiten Sitzung – Kulturentwicklungsplan auf der Tagesordnung

Die zweite öffentliche Sitzung des neuen Kulturbeirats findet, schneller als ursprünglich geplant, bereits am Mittwoch, 5. September, um 18.30 Uhr im Rathaus, Schlossplatz 6, Raum 318 (dritter Stock), statt. Interessierte sind jederzeit willkommen. Auf der Tagesordnung steht unter anderem das weitere Vorgehen beim Kulturentwicklungsplan, der auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung für Wiesbaden auf den Weg gebracht werden soll. www.wiesbaden.de/kulturbeirat  (dif/Thomas Weichel) “Ruckeln gehört zum Handwerk” – Hier geht es zum sensor-Bericht über die Kulturbeirat-Auftaktsitzung im August.