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2×5-Interview: Andrea-Eva Ewels, Geschäftsführerin der Gesellschaft für deutsche Sprache, 46 Jahre, 1 Sohn

Interview Hendrik Jung. Foto Arne Landwehr. 

Beruf

Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) mit Sitz in Wiesbaden feiert in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen. Wofür braucht es eine solche Institution?

Die GfdS versteht sich als wissenschaftlicher Repräsentant unserer Sprache im In- und Ausland. In weltweit über hundert Zweigstellen sind führende Germanisten und Sprachwissenschaftler für uns tätig. Als Mitglied des deutschen Sprachrates, derzeit in Leitungsfunktion, sind wir auch für die Entwicklung und Ausrichtung der deutschen Sprache zuständig. Besonders wichtig ist für uns, diese für jeden verständlich zu gestalten. Aus diesem Grund beraten wir auch Ministerien und andere politische Einrichtungen bei der Gestaltung von Gesetzestexten. Aber auch Firmen und Privatpersonen bekommen bei uns Rat. Unsere bekannte und viel genutzte Sprachberatung ist für jeden zugänglich. Neben dem „Wort des Jahres“ ermitteln wir auch die häufigsten Vornamen des Jahres zusammen mit dem Statistischen Bundesamt. Alle zwei Jahre gibt es einen besonderen Höhepunkt: Dann verleihen wir den Medienpreis für Sprachkultur im Kurhaus Wiesbaden. (mehr …)

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Das Wettrennen der Walhalla-Ideen – Was wird hier (ca.) 2021 eröffnet? Versuch einer Bestandsaufnahme

Von Dirk Fellinghauer. Fotos Offert Albers, Dirk Fellinghauer.

Das wird ein Fest, wenn Wiesbaden im Jahr 2021 die Walhalla-Wiedereröffnung feiert. Die Menschen der Stadt werden neugierig und erwartungsfroh herbeiströmen, Stadtpolitiker auflaufen und sich gegenseitig auf die Schultern klopfen. Wie wir darauf kommen, dass 2021 Walhalla-Eröffnung gefeiert wird? Nun, das ist der ungefähre Zeitplan, der derzeit kommuniziert wird. Und welches Walhalla wird eröffnet? Das steht noch völlig in den Sternen. Ein solides Varietétheater namens GOP nebst zugehöriger Gastronomie könnte es sein, das hier seinen bundesweit achten Standort eröffnet – oder ein so aufregendes wie ehrgeiziges Projekt namens “Walhalla Studios Wiesbaden“, das dem riesigen, seit 27.  Januar 2017 für jede Nutzung gesperrten Gebäudekomplex einen deutschlandweit einmaligen Nutzungsmix im kühnen Spagat mit Tag-, Abend- und Nachtbetrieb zwischen kommerziell zugkräftiger Unterhaltung und Off-Kultur bescheren könnte. GOP vs. Walhalla Studios, so lautet das Rennen. Wie es ausgehen wird, weiß keiner. Versuch einer Bestandsaufnahme. (mehr …)

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AfD muss draußen bleiben – Ratskeller storniert geplante Veranstaltung

Die AfD Wiesbaden ist auch im Ratskeller nicht erwünscht. Eine für diesen Donnerstag, 20. April, geplante Veranstaltung der Partei wurde heute seitens der Restaurantleitung als Reaktion auf die gestrige sensor-Berichterstattung storniert. Dies teilte uns der Betriebsleiter des “Andechser im Ratskeller”, Bechir Nefzi, soeben mit. “Wir wussten nicht, dass es die AfD war, die den Raum für die Veranstaltung reserviert hatte”, sagte uns der Restaurantchef, “die Bestellung lief auf den Namen Robert Lambrou.” Dass dieser diverse Vorstands- und Leitungsfunktionen bei der AfD Wiesbaden hat, war ihm offenbar nicht bekannt. Nachdem Nefzi zahlreiche Anfragen bekommen habe, habe er den sensor-Beitrag gelesen und dann sofort die Konsequenzen gezogen: “Herr Lambrou ist informiert, der soll sich eine andere Location suchen”, formuliert der Ratskeller-Betriebsleiter unmissverständlich, dass die AfD in seinem Restaurant nicht willkommen ist. Die sensor-Berichterstattung hatte in den sozialen Medien schnell Empörung hervorgerufen, Protestaktionen waren schon geplant, haben sich nun aber erst mal erübrigt. Komplett überflüssig waren und sind natürlich Drohungen gegen das Restaurant, von denen Kefri ebenfalls berichtet. (dif)

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UPDATE: ABGESAGT! AfD tischt am 20. April im Wiesbadener Ratskeller auf – “Themenabend” mit Rheinland-Pfalz-Spitzenkandidat

UPDATE 19.04. DER RATSKELLER HAT DIE RESERVIERUNG DER AFD STORNIERT – NÄHERE INFOS HIER. Kürzlich hatte die AfD Wiesbaden per Pressemitteilung verkündet, dass ihre “Themenabende” genannten monatlichen Veranstaltungen “grundsätzlich nicht mehr bei
Wiesbadener Gastwirten durchgeführt werden, um diese nicht zu gefährden.” Die Partei begründete den Schritt mit wiederholten “Farbbeutelanschlägen”, die auf Restaurants verübt worden seien, in denen AfD-Themenabende stattgefunden hatten. Nun aber kündigt die AfD doch wieder einen Themenabend in den Räumen eines Wiesbadener Restaurants an – Sebastian Münzenmaier, Spitzenkandidat der AfD Rheinland-Pfalz zur Bundestagswahl, soll am Donnerstag, 20. April, um 19 Uhr im Ratskeller im Rathaus über “Die AfD im Schicksalsjahr 2017“ sprechen. Nach seinem einstündigen Vortrag “haben Sie in der anschließenden moderierten Diskussion die Möglichkeit, Fragen zu stellen und mit Sebastian Münzenmaier sowie den weiteren Zuschauern des Themenabends ausführlich zu diskutieren”, heißt es in der Einladung zur Veranstaltung. Es sei keine Anmeldung erforderlich, der Eintritt ist frei. Guten Hunger sollte man aber nach Wunsch der AfD mitbringen: “Die Teilnahme ist selbstverständlich kostenlos”, steht in der Einladung und: “Da die Veranstaltung in einem Restaurant stattfindet, bitten wir Sie um den Verzehr von Speisen und Getränken”. (dif)

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Da sind sie wieder – und wieder nicht willkommen: Anti-Homo-Hysteriker planen “Symposium” im Kurhaus

Ende Oktober 2016 waren sie schon mal in Wiesbaden, die “Familienschützer” und Anti-Homo-Hysteriker, die unter dem Label “Demo für alle” als “Aktionsbündnis für Ehe und Familie” unterwegs sind. Sie laufen Sturm zum Beispiel gegen Lehrpläne an Schulen, die eine Lebenswirklichkeit der Vielfalt, Toleranz und Offenheit vermitteln sollen. Nun planen sie die Rückkehr nach Wiesbaden und mobilisieren bundesweit zu einem kurzfristig anberaumten Symposium mit dem Titel “Sexualpädagogik der Vielfalt. Kritik einer herrschenden Lehre“.  Dieses soll am Samstag, 6. Mai, von 11 bis 18.30 Uhr im Kurhaus Wiesbaden stattfinden. Ihrer “Demo für alle” im Oktober stellte sich ein breites “Bündnis für Akzeptanz und Vielfalt – gegen Diskriminierung und Ausgrenzung” entgegen bei einer bunten, gut gelaunten, aber in ihrer Aussage deutlichen und unmissverständlichen Demo unter dem Motto “Ihr seid nicht alle!”. In ähnlicher Deutlichkeit soll nun das “Symposium” – Plan A – im besten Fall bereits im Vorfeld verhindert werden, ansonsten – Plan B – von massiven Protesten gegen eine im stadteigenen Kurhaus propagierte Ausgrenzung und Diskriminierung begleitet werden. (mehr …)

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Traditionelle Frauenbilder auf dem Vormarsch? Liberale Frauen diskutieren “Gleichberechtigung heute” im Salon

 

“Traditionelle Frauenbilder auf dem Vormarsch? Was heißt das für die Gleichberechtigung heute?” lautet das Thema beim 10. Liberalen Salon am Donnerstag, dem 20. April, um 20 Uhr (Einlass ab 19 Uhr) im Café Maldaner in der Marktstraße 34. Rechtspopulistische Tendenzen in Deutschland, Europe und den USA lassen berechtigte Sorgen aufkommen, was diese Entwicklungen für die Gleichberechtigung bedeuten werden. Was dahinter steht, woher diese Entwicklungen kommen, und wie diesen Tendenzen am besten begegnet werden sollte, diskutieren die Liberalen Frauen Wiesbaden mit Heide Oestreich, die als Autorin und Redakteurin für Geschlechterpolitik (taz | rbb) als ausgewiesene Expertin auf diesem Gebiet gilt. Interessierte sind willkommen, Anmeldung erbeten unter info@liberalefrauen-wiesbaden.de

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Zukunftsfragen an Wiesbadener Bundestagskandidaten – Interaktive Diskussion am 18. April im Museum

Das Regionalbündnis Energiewende veranstaltet am Dienstag, 18. April, um 19 Uhr im Museum Wiesbaden eine öffentliche Podiumsveranstaltung anlässlich der bevorstehenden Bundestagswahl. Alle sind eingeladen, ihre Fragen an die Wiesbadener Bundestagskandidaten zu schicken (info@zukunft-wiesbaden.de), die dann während der Veranstaltung oder danach online beantwortet werden können. Wer einen bestimmten Kandidaten um die Beantwortung bitten möchte, erwähnet das in E-Mail. Fragen und Antworten sind später unter www.buendnis-energiewende.de nachzulesen. Dabei sind die folgenden Wiesbadener Bundestags-Direktkandidaten: Ingmar Jung, CDU, Simon Rottloff, SPD, Felix Möller,  BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Michael Goebel, AfD, Lucas Schwalbach,  FDP, Adrian Gabriel, DIE LINKE, Gunnar Langer,PIRATEN, Hans-Georg Kroll, FREIE WÄHLER. Moderator der Veranstaltung ist Dirk Vielmeyer vom Regionalbündnis Energiewende. “Welche Schritte bei bedeutenden Zukunftsthemen werden die Wiesbadener Kandidaten vorantreiben, wenn sie in den Bundestag gewählt werden?” lautet die zentrale Frage der Veranstaltung, die sich dabei den drei Schwerpunkt-Themen Bildung, Klimawandel/Energiewend und Kapitalkonzentration/Investitionen widmet. (dif)

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3 Religionen, 12 Konfessionen, 46 Orte – Interreligiöses Friedensgebet wandert durch Wiesbaden

Von Os­tern bis Pfings­ten wird in Wiesbaden und im Umland täglich für den Frieden gebetet. Je­den Tag lädt eine an­de­re Ge­mein­de zum Gebet: mal christ­lich, mal jü­disch, mal mus­li­misch. Das wan­dern­de interreligiöse Frie­dens­ge­bet beginnt am Mittwoch, 19. April, um 18 Uhr in der Markt­kir­che mit Dekan Dr. Martin Mencke und Ökumenepfarrer Andreas Günther. Die Gebetskette endet am Pfingst­sams­tag, 3. Ju­ni, in der katholischen Kirche St. Johannes der Täufer in Walluf mit dem ökumenischen Taizé-Chor „Lumen Cordium“. (mehr …)

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Kolumne: Falk Fatal deckt auf – und eine Leserin stopft den sensor empört (und heimlich lesend) in die Tonne

Diese Kolumne ist dem unbekannten Leser gewidmet, der immer noch glaubt, die Presse allgemein und der sensor im Speziellen würden nicht frei berichten, sondern nur schreiben, was die Regierung befiehlt. Als Beleg dazu dient ihm auch diese Kolumne. Früher sei der Kolumnist bissig gewesen, heute würde er nur noch angepasst schreiben. Tja, was soll ich sagen? Es ist alles wahr. Man ist uns auf die Schliche gekommen. Wir schreiben nur, was man uns vorgibt. (mehr …)

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Mann, Mann, Mann! Heute werden Wiesbadens neue Dezernenten gewählt – Öffentliche Sitzung ab 16 Uhr

Man kann ja bei dieser nicht so richtig ineinander verliebten, sondern sehr zweckmäßig zusammengerauften neuen Wiesbadener Rot-schwarz-grün-Kooperation nie so ganz sicher sein, ob nicht doch noch irgendwas dazwischen kommt. Aber der Plan ist: Heute wählt die Stadtverordnetenversammlung, die um 16 Uhr im Rathaus zur öffentlichen Sitzung zusammenkommt, die ersten der in den Startlöchern stehenden neuen Dezernenten für Wiesbaden. Werden die Nominierten der heutigen und noch folgenden Wahlen wie vorgesehen in ihre Ämter gewählt, wird Wiesbaden künftig als einzige deutsche Landeshauptstadt neben Schwerin von einem reinen Männermagistrat regiert. (mehr …)

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Rückzieher nach heftigen Protesten aus allen Richtungen: Rose-Lore Scholz verzichtet auf umstrittenen Posten

Der akute Spuk war schnell vorbei, das grundsätzliche Thema ist aber noch nicht gegessen. Nach einem Tag der Empörung und einer Welle der Wut quer durch die Stadt über das Vorhaben, Noch-Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz nach ihrem baldigen Ausscheiden in den Ruhestand mit einem Leitungsposten in der Stiftung Stadtmuseum zu versorgen, machte die 68-Jährige am Donnerstagabend einen Rückzieher. “Ich mache das nicht”, sagte die CDU-Politikerin – allerdings erst nach heftigen unmissverständlichen Angriffen aus den Reihen der Ausschussmitglieder. Zu Beginn der Sitzung hatte sie – offenbar unbeeindruckt von der tagesaktuellen Berichterstattung über ihren Fall und heftigsten Protestbekundungen aus der Kulturszene, aus dem Umfeld des Stadtmuseums, aus der Politik und der Bevölkerung – noch ihre Bereitschaft zur Übernahme des umstrittenen hauptamtlichen Postens wiederholt. Die FDP hatte in einem Dringlichkeitsantrag Auskunft über Aufgabenprofil, Vergütung und Ausstattung des Stadtmuseum-Stiftungsvorstands verlangt.  Sie wolle “die Stiftung nicht beschädigen” begründete Scholz schließlich ihren Verzicht zu einem Zeitpunkt, als längst riesiger Schaden angerichtet war. Die “Causa Scholz” ist überraschend und erfreulich schnell erledigt – Themen wie Postengeschachere, Regierungsstil der neuen Schwarz-rot-grünen Kenia-Kooperation, Kulturpolitik und auch die Zukunft des Stadtmuseums noch lange nicht. Neben vielen anderen meldeten sich heute unter anderem auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stadtmuseums mit einem offenen Brief zu Wort – Kernbotschaft: “Jetzt reicht´s uns! Wir wollen nicht länger Spielball der städtischen Politik sein!” Wir werden weiter berichten. (dif)