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sensor-Wochenendfahrplan: Ja, wird sind närrisch! Aber nicht nur …

Von Selma Unglaube und Maximilian Wegener. Fotos Veranstalter.

Helau steht an diesem Wochenende, was sonst!? Wo es welches Helau gibt, aber auch, was es außerhalb und jenseits von Helau gibt, verrät der auch, aber ganz und gar nicht ausschließlich närrische Wochenendfahrplan.

>>> FREITAG <<<

Lesung „Hitchcock’s Blondes“ und Film „Marnie“ in der Caligari Filmbühne. Alfred Hitchcock hat mit seinen über 50 Spielfilmen nachfolgende Generationen von Filmregisseuren nicht nur stilistisch geprägt, er erfand auch einen neuen Typus der weiblichen Hauptfigur: junge, starke Frauen mit unterkühltem Sex-Appeal, gefangen im Netz meist männlicher Machenschaften. Elegant gekleidet, zeitlos schön und modern, sind sie zu Stil-Ikonen geworden. Und fast alle sind sie Blondinen. Autor und Filmspezialist Thilo Wydra geht in seinem neuen Buch ‚Hitchcock‘s Blondes‘ dem geheimnisvollen Charisma dieser Frauengestalten nach und gibt zusammen mit Schauspieler Jens Wawrczeck Einblicke in die Entstehung zahlreicher Kinoklassiker. Im Anschluss ist der Film MARNIE mit Tippi Hedren in der Hauptrolle zu sehen. Sie ist eine jener Frauen, die ein finsteres Geheimnis umweht, das es zu enthüllen gilt. Um 19 Uhr.

Doppelabend: Herzog Blaubarts Burg & Die sieben Todsünden im Staatstheater. Opernfreunde bekommen an diesem Wochenende im Staatstheater gleich zwei Stücke als Doppel-Vorstellung zu sehen. Der Abend beginnt mit der Oper „A Kékszakállú Herceg Vára“ (Herzog Blaubarts Burg) des ungarischen Komponisten Béla Bartók, aufgeführt in ungarischer Sprache mit deutschen Übertiteln. Der symbolistisch aufgeladene Märchenstoff und Bartóks impressionistische, sich ins Gewaltige steigernde Musik ziehen sofort in ihren Bann. Die rätselhafte Wortkargheit Blaubarts, die gnadenlosen Fragen Judits treiben das Paar unaufhaltsam einem bitteren Ende entgegen. Im Anschluss folgt „Die sieben Todsünden“ von Kurt Weill mit Text von Bertolt Brecht. Sind Paradies und Hölle heute noch Gegensätze? Sind die sieben Todsünden nicht eher moderne Verhaltensnormen? Sieben Jahre reist Anna durch sieben Städte und muss sieben Sünden widerstehen: Faulheit, Stolz, Zorn, Völlerei, Wollust, Habgier und Neid. Sie muss Geld verdienen und sich Gefühlen und Wünschen enthalten, damit sich ihre Familie ein Häuschen leisten kann. Um 19.30 Uhr.

The Dirty Nil im Kesselhaus. Ob The Dirty Nil die „Zukunft des Alternative Rock’n’Punk“ sind, lassen wir andere entscheiden. Fest steht, dass sie nach dem Gewinn des Juno Awards und Shows mit The Who (!) auf jeden Fall mehr als nur ein aussichtsreicher Kandidat dafür sind. Fest steht ebenfalls, dass das Trio mindestens für all jene, die zu irgendeiner Zeit Flatliners, Fidlar, Fugazi oder Weezer schätzten, eine unbedingte Empfehlung ist. Den Abend eröffnen White Trash. Um 19.30 Uhr.

Mann, stress mich nich‘! Eine Frauen-WG-Theater-Komödie im Galli-Theater. Dynamisch, flexibel und sexy sein – das ist das Ziel der Wohngemeinschaft Frauenpower. Bei Jutta, Jenny und Trixie herrscht super Stimmung, denn alle haben ein Date! Doch plötzlich fangen die Männer telefonisch an zu stressen: Hubert ist verheiratet, Raphael muss mit seiner Mutter zum Beach-Volleyball-Turnier und Carlos hat eine andere – oder zwei… Doch die drei geben nicht auf. Kurzerhand beschließen sie, ihre Partner so zu spielen, wie sie sein sollten, um den anderen besser zu verstehen. Freitag und Samstag jeweils um 20 Uhr.

Zwei Frauen und eine Leiche im Akzent Theater. Zwei Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs treffen in der Praxis eines ermordeten Psychoanalytikers aufeinander. Pikant ist, dass die Leiche der Ehemann der einen und der Geliebte der anderen war. Das Stück beginnt wie ein klassischer Krimi, doch allmählich entspinnt sich ein Karussell von Lügen und Täuschungen. Eine fesselnde Charakterstudie zweier Frauen.  Welche der beiden hat ihn umgebracht? Ein furioses Spektakel aus Liebe, Freundschaft, Eifersucht, Entzugserscheinungen und Zorn endet schließlich in einem überraschenden Finale. Um 20 Uhr.

„The Kraut“ in den Kammerspielen. Das gefeierte und oft ausverkaufte Marlene-Dietrich-Stück läuft heute und am Samstag in der kleinen feinen Bühne hinter der Bergkirche. Um 20 Uhr.

Naturfilmnacht in Murnau Filmtheater. Mehrmals im Jahr findet im Murnau Filmtheater die NATURfilmNACHT statt. Macher treffen auf Publikum. Es geht um Themen, die uns bewegen: Artensterben, Klimawandel, Umweltschutz oder um wunderbare Landschaften und faszinierende Tiere. Die Filmemacher stellen die Auswahl für den Abend und die Zuschauer bewerten, fragen nach. Die Trickkiste der Naturfilmer wird geöffnet. Was darf Naturfilm? Kann eine kritische Umweltdokumentation die Welt verändern? Und welche Tiere gab es noch nie vor der Kamera? Fragen und Antworten, dazu gute Getränke und tolle Stimmung. Filmemacher aus dem gesamten deutschsprachigen Raum werden erwartet. Um 20.15 Uhr.

Rummel im Jungel in der Taunushalle. Auf die Frage wo man am Fastnachtfreitag feiern geht gibt es seit 22 Jahren nur eine Antwort: „Rummel im Jungel“. Bunt gemischtes Publikum – von jung bis alt, das „Rummelprinzip“ – Liveband und DJ, Kostümierungspflicht, faire Getränkepreise, großartige Stimmung sowie ein motiviertes und engagiertes Team sorgen Jahr für Jahr für einen unvergesslichen achtstündigen Partymarathon in der Taunushalle. Musikalisch lässt DJ „Sven Air“ auch dieses Jahr die Puppen tanzen, außerdem gibt es Livemusik von „Frankenräuber – mehr Musik und Spektakel“ mit karnevalistischen Songs für ordentlich Stimmung.

Kiezparty in der Alten Schmelze. Bunte Schilder, grelle Farben, viele Menschen, es wird gelacht, Musik tönt aus jeder Tür, hübsche Damen, aufreizend gekleidet, und starke Männer verdrehen jedermann den Kopf! All das gehört zur Reeperbahn. Wo das Auge hinsieht- überall gibts was zu sehen! Geblendet vom Neonlicht, und von der Schönheit der Bordsteinschwalben, begebt ihr euch in die Welt der wahren Liebe! Warum nach St. Pauli, wenn die Alte Schmelze so nah ist?! Um 21 Uhr.

Mukkefuk in der Kreativfabrik.  Mukkefuk ist, wie anfangs das kaffeeähnliche Heißgetränk aus Getreide, ein Experiment. Eine Nacht wie die damaligen Ausflüge zum Sandkasten. Einfach mal machen, könnte ja gut werden! Ein Hort des Erlebnisses, an dem man sich selbst nicht allzu ernst nehmen muss: „Und weil die Lustgötter Mukkefuk sowie Fastnacht auf das gleiche Datum legten, darfst du auch gerne deinen Narren mitnehmen, doch eine Kappensitzung wird es definitiv nicht geben.“ Was es geben wird? „Auf jeden Fall Teschno + House, doch vielleicht nicht wie du erwartest.“ Ab 23 Uhr.

Silent Party im Heaven. Silent Party ist die Bezeichnung für eine Party, bei der die Musik über Funkkopfhörer anstatt über Lautsprecherboxen gehört wird. Betrachtet man die Szenerie ohne Kopfhörer, hört man keine Musik und sieht tanzende Menschen in einem stillen Raum. Das sieht nicht nur lustig aus, sondern macht auch extrem viel Spaß. Am Freitag-Abend werden 3 DJ´s gleichzeitig auflegen… jeder kann selbst entscheiden, zu welcher Musik er tanzen möchte, indem er zwischen den Kanälen am Kopfhörer hin und her schaltet! Blauer Kanal: Elektro by Paul Massow, Grüner Kanal: Hits 80-90-00 by Jens Müller, Roter Kanal: Disco to Funk´n´Soul by Mr. Mojo. Die Kopfhörer können ausgeliehen werden. Um 23 Uhr.

>>> SAMSTAG <<<

Närrische Versorgung bei ESWE Versorgung.  Mitten auf der Fußgängerzone bietet der Wiesbadener Energiedienstleister während der Fastnachtstage wieder eine kostenlose Stärkung an. Nach Berlinern am Freitag schenken die Energie-Experten in der Kirchgasse 54 am Mauritiusplatz fruchtigen Apfelsaft aus. Um 10 Uhr und solange der Vorrat reicht.

Eintrittsfreier Samstag im Museum Wiesbaden.  Am dritten Eiszeittag zur großen Sonderausstellung „Eiszeit-Safari“ ist die Fasanerie zu Gast im Museum. Im Zentrum der Aktivitäten für Klein und Groß steht das künstlerische Schaffen in der Eiszeit: Womit schmückten sich die Jäger und Sammler? Was für Tiere finden sich in den steinzeitlichen Malereien? Die Antworten liefert der Samstag. Am Aktionstisch der Fasanerie können Kinder von 12 bis 15 Uhr Steinzeitamulette herstellen und mit aus Erde hergestellten Farben verzieren. Zudem haben Familien um 12 und 12.45 Uhr die Möglichkeit, gemeinsam mit ihren Kindern an Kurzführungen zum Thema „Eiszeit-Safari“ teilzunehmen. Am Maltisch können Kinder von 11 bis 15 Uhr ein eigenes Eiszeit-Heft erstellen und sich zeichnerisch auf Safari begeben. Aktuell läuft ebenfalls die Sonderausstellung „Eduardo Chillida – Architekt der Leere“ – alle Ausstellungen sind bei freiem Eintritt zu besuchen. Von 10 bis 18 Uhr.

Clowns Ratatui – Clownspaß für die ganze Familie im Galli-Theater. Zwei Clowns, der Musiker Tui und der Zauberer Rata treffen sich und warten auf den Zirkusdirektor, der aber nicht kommt. Da beschließen sie, das Programm selbst zu gestalten. Ein unseliger Streit bricht aus, denn jeder will besser sein als der andere. In einem rührenden Schluss finden die beiden als Freunde wieder zusammen. Samstag und Sonntag jeweils um 11 Uhr.

Kinderfastnacht in der Innenstadt. Das Kinderfest macht den Auftakt zum großen närrischen Geschehen in der Stadt. Um 15.33 Uhr startet der beliebte Kinderumzug vom Luisenplatz aus und jeder Nachwuchsfassenachter kann schon einmal üben, was es bedeutet, ein großer Narr zu werden. Im Anschluss an den Kinderumzug stürmen die Närrinnen und Narren das Wiesbadener Rathaus und übernehmen bis zum Aschermittwoch wieder die Macht.

Volleyball in der Halle am Platz der deutschen Einheit. Der VC Wiesbaden startet jetzt am Samstag in den Saisonendspurt in der Volleyball Bundesliga der Frauen. Der hessische Erstligist empfängt dann Schwarz-Weiß Erfurt zu einem Heimspiel in der Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit. Anpfiff der Partie ist um 19 Uhr.

Der fröhliche Weinberg in der Wartburg. »Je preiser ein Stück gekrönt wird, desto durcher fällt es«, hatte man Carl Zuckmayer vorausgesagt, als er für sein Lustspiel »Der fröhliche Weinberg« den renommierten Kleist-Preis erhielt. Weit gefehlt! Die Berliner Uraufführung geriet zum Triumph, und der »Weinberg« wurde zur meistgespielten Komödie der späten 1920er Jahre. Es folgten allerdings etliche Theaterskandale in der Provinz, denn was da auf der Bühne gesoffen, gestritten, gerauft und geliebt wird, das war dem »gesunden Bürgersinn« dann doch etwas zu viel. Vor allem Zuckmayers Landsleute aus seinem Heimatort Nackenheim nahmen ihm übel, dass sie sich plötzlich auf dem Theater als höchst schräge, wenn auch sehr lebensnahe Typen selbst wiedererkennen mussten. Kraftzentrum des unverwüstlichen Stücks ist der alternde Wein-Gutsbesitzer Gunderloch, der seine Tochter Klärchen verheiraten möchte – komödienüblich natürlich mit dem Falschen, nämlich dem hochnäsigen Corpsstudenten Knuzius. Dabei ist der junge Rheinschiffer Jochen Most doch viel hübscher… Der Ausschank von Wein oder Traubensaft während der Vorstellung ist gegen Aufpreis buchbar. Um 19.30 Uhr.

Dancefloor ohne Pappnase im Thalhaus. Es soll ja Menschen geben, die sich am Fastnacht-Samstag nicht mit Pappnase und anderen Utensilien verkleiden, die aber trotzdem tanzen und feiern wollen. Für sie bietet das Thalhaus die Fastnachtsalternative „No Pappnase“ an. Mit DJ XL2C, seiner Auswahl aus gutem Rock und Pop und in schönster Disconight-Illumination wird in den Fastnacht-Sonntag hineingetanzt. Um 20 Uhr.

„Der schönste Jam“-Hiphop-Konzert in der Kreativfabrik. Obwohl deutscher Rap mittlerweile aus den Charts nicht mehr wegzudenken ist, sind die Auftrittsmöglichkeiten für lokale Größen und Newcomer in diesem Bereich doch eher übersichtlich! Die Veranstaltung „Die schönste Jam“ hat sich nun zur Aufgabe gemacht, dies zu ändern und deutschem HipHop eine Plattform zu bieten!
Live on Stage an diesem Abend: Paddy Besser Thomas Hase SAE (Besser Samstag), Yahli, Thizzy,
Cachas, Ciro. Ab 20.30 Uhr.

Let´s go Queer-Maskenball. Eine Let’s Go Queer! am Fastnachtswochenende? Keine Sorge, die Party bleibt weiterhin befreit von Schlager- und Fetenhits, es gibt auch heute den bewährten Mix aus Pop-Hits, Elektro-Remixen, R’n’B- und Dance-Classics: „Und da die meisten Fastnachtskostüme sowieso hässlich sind, rufen wir lieber zum traditionellen Maskenball auf.“ Um 23 Uhr.

>> SONNTAG <<<

Flohmarkt bei Mann Mobilia. Wer jetzt immer noch kein Kostüm für den Fastnachtsumzug hat, muss früh aufstehen – und sich auf dem riesigen Flohmarkt auf dem Mann Mobilia-Parkplatz an der Äppelallee auf die Suche machen. Ab 8 Uhr.

Fastnachtssonntagsumzug in der Innenstadt. Der Höhepunkt der 5. Jahreszeit in Wiesbaden nähert sich mit Riesenschritten. An diesem Sonntag kapern die Narren wieder die Innenstadt, wenn die Wiesbadener Karnevalsvereine der DACHO zum großen Fastnachtsumzug einladen. Insgesamt 203 Marschkapellen, Gardecorps, Reiterstaffeln, Motivwagen und Fußgruppen sind angekündigt. Rund 4,5 Kilometer zieht der Zug vom Elsässer Platzt über Klarenthaler-, Rhein- und Wilhelmstraße am Kochbrunnenplatz vorbei und dann über den Schlossplatz, die Friedrich- und die Bleichstraße zurück durchs Westend. Start ist um 13.11 Uhr vom Elsässer Platz aus. Und anschließend wird natürlich in allen möglichen Kneipen und Bars weitergefeiert – vorneweg in der Altstadt, aber auch in den „Randbezirken“, wie zum Beispiel im „Finale“ an der Emser Straße.

Konzert im Kulturpalast.  For I Am King, Of Colours, In Dying Lights heißen die drei Acts, die heute im Kulturpalast die Alternative zur Fassenacht bieten – um 19 Uhr.

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