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Drei Cafés, bitte! Originelle Neueröffnungen bereichern Wiesbaden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von Sebastian Wenzel. Fotos Arne Landwehr.

Alle neu und jedes anders: Das „Slow Time“ überrascht mit einem ungewöhnlichem Bezahlmodell, das „Wacker“ mit einer alten Freundschaft und das „Dale’s Cake“ mit süßen Leckereien.

 Der Volksmund wusste es schon immer: Zeit ist Geld. Das ist auch das Motto im „Slow Time“ in der Nerostraße 39. Kaffee, Tee und Kekse gibt es hier ebenso umsonst wie einen Internetzugang. Die Gäste dürfen sogar ihr eigenes Essen und Trinken mitbringen. Sie zahlen nur für die Zeit, die sie im Café verbringen. Der Eintritt kostet zwei Euro. Darin sind dreißig Minuten enthalten. Jede weitere Minute kostet fünf Cent. Das macht für die erste Stunde 3,50 Euro, für jede weitere Stunde drei Euro. Das Konzept kommt aus Russland, genau wie eine der Inhaberinnen. Die 24-jährige Studentin Daria Volkova  betreibt das „Slow Time“ zusammen mit ihrem Freund Markus Wach und Grigory Volkov.  Das Café ist eingerichtet wie ein gemütliches Wohnzimmer. Auf dem Holzboden stehen bunte Sitzsäcke und bequeme Sessel. Wer möchte, kann seine Straßenschuhe ausziehen und Hausschlappen überstreifen. In den Regalen stapeln sich Bücher und Gesellschaftsspiele, an den Wänden hängen Uhren. Alle zeigen unterschiedliche Zeiten an – mit Absicht. Das „Slow Time“ will ein Ort der Entspannung sein, ein Ort der Entschleunigung und ein Ort der Begegnung. Volkova hofft, dass sich im „Slow Time“ Freiberufler, Studenten, Familien, Neu-Wiesbadener und Kulturliebhaber treffen und ins Gespräch kommen. Volkova will ihre Gäste in Zukunft mit Konzerten, Lesungen und Filmvorführungen begeistern. www.slowtimecafe.de.

Von wegen, bei Geld hört die Freundschaft auf. Für die Macher des „Wacker“ stimmt diese vermeintliche Volksweisheit nicht. Sechs Freunde eröffneten Mitte Mai das Café am Wallufer Platz: Melanie und Marc Peschke, Daniel Riedl, Lena Goliasch, Rüdiger Hansen und Nadja Kronemeyer. Angst vor Spannungen innerhalb der Gruppe haben sie nicht. Den schwierigsten Teil haben sie laut ihrer Aussage schon hinter sich: die Diskussion über die Einrichtung und die Ausrichtung des Cafés. Zielgruppe sind Kinder, Mütter, Väter und alle, die zum Feierabend gerne ein Bier oder Wasser genießen. Die Bänke und Holztische vor dem Café stehen in der Sonne, wenige Meter vom Spielplatz entfernt. Zum Essen gibt es Brezeln, Kuchen und Eis. Wer Appetit auf mehr hat, findet ein paar Meter weiter im Amadeus eine größere Auswahl. Geöffnet ist das „Wacker“ donnerstags bis sonntags, auch Ausstellungen, DJ-, Konzert- und Themenabende sind geplant – heute zum Beispiel heißt es “Dienstag ist Jeans-Tag” mit passender Musik und Ouzo auf´s Haus für das passende Outfit, aber ohne übertriebenem “vorgeschobenen Motto-Quatsch”. Infos gibt es über den Newsletter, und den gibt es hier: www.about.me/hallo_wacker.

 Gut Ding will Weile haben lautet das Motto von Ly Phan und Dale Stinson. 2008 eröffneten sie die Backstube „Dale’s Cake“. Stinson war von Anfang an verantwortlich fürs Backen, Ly fürs Verzieren der süßen Leckereien. Auch wenn die zwei Unternehmer noch keinen eigenen Laden haben, sind sie gut im Geschäft. Sie beliefern unter anderem das „Spital“ am Kochbrunnenplatz, das „Perfect Day“ in der Kirchgasse und das „Perfetto“, die Feinkostabteilung von Karstadt. Besonders beliebt sind neben dem Karottenkuchen ihre Cupcakes. Das sind Törtchen mit einer Cremehaube. Schon immer war für die Zwei klar, dass sie selbst ein Café eröffnen. Jetzt haben sie den perfekten Ort dafür gefunden: am Anfang der Nerostraße in den Räumen des ehemaligen Cafés Preussger. Die zwei Unternehmer übernahmen das Café in der Nähe ihrer Backstube von Karin Egenolf. Die frühere Preussger-Inhaberin ist inzwischen im Ruhestand. Im Moment renovieren Handwerker die Räume. Wenn sie fertig sind, soll es sowohl im Gastraum als auch auf der Terrasse im Hinterhof je etwa dreißig Sitzplätze geben. Geplant ist die Eröffnung im Juni. Falls das nicht klappt, hilft vielleicht ein Tipp, der so auch von den „Slow Time“-Machern am anderen Ende der Straße kommen könnte: Kommt Zeit, kommt Rat. Phan und Stinson träumen schon seit etwa fünf Jahren von ihrem Café, da kommt es auf ein paar Wochen  mehr auch nicht an. www.dalescake.com