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Gewissheit bei der SPD, Gerüchte bei der CDU: Simon Rottloff wird sicher Wiesbadener Bundestagskandidat, Ingmar Jung vielleicht

SimonRottloff_(c)SimonHegenberg

 

Es ist ja noch ein bisschen hin bis zur nächsten Bundestagswahl im Herbst 2017. In Wiesbaden wird es schon jetzt langsam, aber sicher zum Thema, wer wohl für die Landeshauptstadt ins Rennen um ein Ticket nach Berlin gehen könnte. Die SPD hat sich nun bereits festgelegt: Einstimmig hat sich der Wiesbadener SPD-Vorstand am gestrigen Dienstag für den 39 Jahre alten Betriebsratsvorsitzenden der SOKA-Bau, Simon Rottloff (Foto), als Bundestagskandidat ausgesprochen. Kurz nach der Sommerpause soll er nach der Planung des Parteivorstandes in einer Vertreterversammlung gewählt werden. Rottloff ging bereits 2013 ins Rennen, unterlag damals jedoch der CDU-Kandidatin Kristina Schröder. Diese verkündete kürzlich ihren Rückzug. Als möglichen Bundestagskandidaten der Wiesbadener Christdemokraten brachte die F.A.Z. heute Staatssekretär Ingmar Jung ins Spiel und entwirft dazu gleich noch das Szenario, er könne dann 2019 als Herausforderer von OB Sven Gerich antreten.

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„Simon Rottloff hat die Wiesbadener SPD im letzten Bundestagswahlkampf hervorragend repräsentiert und auch bei der Kommunalwahl gezeigt, wie verankert er in der Wiesbadener Stadtgesellschaft ist. Seit der Bundestagswahl 2013 ist er konsequent am Ball geblieben und engagiert sich als ausgewiesener Sozialpolitiker insbesondere für die Belange derer, die es in der Gesellschaft nicht so leicht haben“, lobt die SPD ihren designierten Kandidaten in einer Pressemitteilung über den grünen Klee. Als sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Rathaus, freigestellter Betriebsrat, Gewerkschafter  und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen stelle er das soziale Profil der SPD in den Mittelpunkt. Darüber hinaus ist Simon Rottloff Sprecher des Wiesbadener Bündnisses für Demokratie. In  der Wiesbadener Vereinswelt ist er fest verwurzelt. „Wenn einer es schaffen kann, den Wahlkreis in Wiesbaden direkt zu gewinnen, dann er“, sagte der SPD-Vorsitzende, Dennis Volk-Borowski.

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Rottloff lebt mit seiner Lebensgefährtin und einjährigen Tochter in Kloppenheim. Er ist gelernter Bürokaufmann und in zahlreichen Vereinen aktiv, darunter als Vorsitzender der Dachorganisation Wiesbadener Karneval und des Vereinsrings in Kloppenheim.

IngmarJung

„Berlin, Berlin, ich fahr´ nicht mehr nach Berlin“ hat kürzlich die Wiesbadener CDU-Bundestagsabgeordnete Kristina Schröder, sinngemäß, gesagt. Sie will bei der Bundestagswahl 2017 nicht mehr kandidieren. Damit die Nachfolge für die Bundestagskandidatur vom CDU-Kreisverband in aller Ruhe geregelt werden könne, sei es ihr wichtig gewesen, „bereits zu dem jetzigen, frühen Zeitpunkt Klarheit in dieser Personalfrage zu schaffen“, ließ sie Anfang April wissen. Eine Findungskommission der Partei soll den oder die Richtige/n finden, angeblich sind mehrere Namen im Gespräch. Einen Namen, den wohl niemand so recht auf dem Schirm gehabt hatte, bringt die F.A.Z. in ihrer heutigen Ausgabe ins Spiel: Ingmar Jung, derzeit Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, geboren in Wiesbaden, verwurzelt im Rheingau, ein lockerer und eloquenter Typ, als einstiger Landesvorsitzender der Jungen Union auch nicht gänzlich unvertraut mit dem Berliner Parkett. Ein Mensch, der als Politiker schon eine beachtliche Karriere hingelegt hat und als Typ gut ankommt – und mit 38 Jahren ein noch recht junger Mann mit Perspektive.

Über Berlin ins Wiesbadener Rathaus?

Eine solche serviert die F.A.Z. in ihrem Beitrag gleich mit: über die Zwischenstation Berlin könne Jung 2019 mit einem ganz anderen Ziel antreten – Oberbürgermeister Sven Gerich herauszufordern. Das klingt alles recht interessant und scheint auch nicht völlig aus der Luft gegriffen – aber natürlich befindet sich dieses Szenario noch komplett im Spekulatius-Stadium. „Solange die Partei darüber noch nicht beraten hat, fällt es mir schwer, dazu etwas zu sagen“, zitiert die F.A.Z. Ingmar Jung. Dass „eine ganze Reihe von Wiesbadenern ihn gefragt habe“, ob er sich eine Kandidatur vorstellen könne, ehre ihn gleichwohl. (Dirk Fellinghauer / Archivfotos Simon Hegenberg / Dirk Fellinghauer)