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Kommen und Gehen in Gastro-Wiesbaden: „Finale“-Aus, „Heaven“-Neustart, „anstößig“- und „Eckhaus“-Eröffnung

Bittere und erfreuliche Nachrichten gibt es im aktuellen regen „Kommen und Gehen“-Geschehen der Wiesbadener Gastroszene. Traditionskneipen verschwinden, andere beliebte Läden kehren zurück.

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Die neueste schlechte Nachricht: Was schon seit Monaten immer mehr Spatzen von den Dächern pfiffen, steht nun fest: Das „Finale“ in der Emser Straße schließt zum Jahresende, weil der Vermieter den Vertrag nicht verlängern will, und reiht sich ein in die traurige Reihe Wiesbadener Szenekneipe-Institutionen, deren Tage nach Jahren und Jahrzehnten, über die sie Wiesbaden geprägt haben, gezählt sind.

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Besiegelt ist nun auch endgültig das „Aus“ für das „Winzerstübchen“ – zum 3. Dezember – und des „Sherry & Port“ zum 1. April 2022. Allesamt bittere Verluste für das gastronomische Leben, und auch für den Charakter, unserer Stadt. Im Fall von „Finale“ erscheinen die bisher als Gerücht kursierenden und noch nicht offiziell bestätigten Pläne für die Nachnutzung der Räume, die außer dem Kneipenalltag auch Schauplätze von Fußball-Guckereien und kulturellen Ereignissen und legendären Partys waren: Angeblich soll dort eine Fahrschule angesiedelt werden. Anders als „Winzerstübchen“-Wirtin Beate Arthen hofft „Finale“-Wirt Kai Ohnesorge auf einen anderen Standort für sein Lokal.

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Gute Nachrichten gibt es auch: Das „Heaven“ am Sedanplatz meldet sich endlich aus der Corona-Zwangspause zurück. An diesem Freitag, 15. Oktober, öffnet Linda Zimmermann um  19 Uhr wieder die Türen zur Bar – und dann auch gleich zum „Schwarzen Salon“. In diesem steigt eine „Re-Opening Party“ ab 22 bis 4 Uhr morgens mit den DJs Tante Kante und Paul Massow.

„Wir arbeiten am Eröffnungswochenende unter den 2G Bestimmungen – uns bleibt als kleine Bar (mit Dancefloor) zunächst keine andere Wahl“, kündigt Linda an: „Bei einem Bar- und Clubabend mit beschränkter Kapazität, Masken- und Abstandspflicht werden wir keinem gerecht.“ Künftig wolle man dann je nach Veranstaltung immer wieder neu entscheiden, was sich am besten umsetzen lässt: „Wir wünschen uns für alle die Normalität zurück, um jede/n wieder bei uns begrüßen zu dürfen.“  Vorerst wird das „Heaven“ nur am Wochenende geöffnet haben, freitags und samstags von 19 bis 2 Uhr.
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Endlich eröffnet hat auch am letzten Wochenende in der Altstadt mit verlockenden Angeboten und sehr gelungenem Ambiente das  „anstößig – Tapas und Wein“ im früheren „Weinhaus Kögler“ in der Grabenstraße. Allerdings sind die Macher, wie so viele Gastronomen gerade, noch dringend auf der Suche nach Personal, weshalb es erst ab dem 20. Oktober weiter und dann hoffentlich richtig losgehen wird.
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Richtig los- und abgehen soll es auch im neuen „Eckhaus“, das, wie bereits berichtet, am 16. Oktober Eröffnung feiern wird. Marco Müller, der bereits das „Weinod“ ein paar Schritte weiter unten auf der Oberen Webergasse betreibt, und Brendon O´ Reilly, der die letzten Jahre ein Gesicht des „Sherry & Port“ war, planen in den Räumen mit großer Vergangenheit ihre Bar und Bistro als „Ort, an dem vieles möglich ist“ – zuerst mal die Eröffnungsfeier am 16. Oktober ab 14 Uhr.
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Wein- und Kunstfreunde lockt Leander Rubrecht an den Kranzplatz. Sein Nizza des Nordens hat er nach zehn Jahren in die ArtVinothek Wiesbaden verwandelt und kombiniert dort die Kunst seiner Galerie Rubrecht Contemporary mit Prädikatsweinen aus der Region Mosel oder Rheinhessen, die Jawad Payez ausschenkt, erklärt und verkauft.

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Leider verabschiedet hat sich die kleine feine Mojo Bar aus der Nettelbeckstraße, ebenso wie das ebenfalls kleine und feine Crema Catalana in der Herderstraße, hier sind Nachmieter der noch vollständig eingerichteten Räume willkommen. Mustafa´s Gemüse Kebap ist seit neuestem in die Harput Bäckerei in der Wellritzstraße integriert.

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In die 1907 Lounge hat die neue Betreiberfamilie Benner den Biergarten im Kurpark verwandelt, inklusive entsprechenden Mobiliars. Neue Leitung und neuer Name für die Gastronomie im Thermalbad Aukammtal – Vanessa und Marcel Weinheimer betreiben dort – natürlich auch für Nicht-Badegäste – nun das 38 Grad, benannt nach der Wassertemperatur im Bad. Schon seit einiger Zeit am Start, aber erst jetzt richtig am Durchstarten ist die Paradise Lounge am Mauritiusplatz 1. Die mint.bar entsteht in der Dotzheimer Straße 15.  Die Restaurant Scala-Räume in der Dotzheimer Straße 57, Ecke Werderstraße, sind verwaist. Smoke Pops lockt vor allem Kids an als neuester qualmender Trend in der Wagemannstraße.

(Dirk Fellinghauer)

 

 

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