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“Lokale Aspekte” auf der Kunstmole im Schiersteiner Hafen

Am 27. April 2018, 16 Uhr wird auf der Kunstmole im Schiersteiner Hafen, 65201 Wiesbaden-Schierstein die diesjährige Ausstellung eröffnet, und täglich vom 27. April – 7. Oktober 2018 bei gutem Wetter von 9 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit kostenlos zu besichtigen sein. Die vier KünstlerInnen Gabrielle Hattesen, Ingrid Heuser, Wladimir Olenburg und Horst Reichard blicken aus verschiedenen Perspektiven auf die “Lokalen Aspekte” des am Rhein gelegenen Ausstellungsortes. Kooperationspartner dieser Freiluft-Ausstellung sind der Ortsring Schierstein e.V. und der Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Wiesbaden e.V.

Das Duo Gabrielle Hattesen/Ingrid Heuser interessiert an Schierstein die weit in die Vergangenheit zurückreichende Geschichte als Wohnstätte von Fährleuten, Schiffern, Fischern, Bootsbauern und Seifenherstellern. In den Fokus stellen sie dabei, dass in dem Alltag dieser sehr hart arbeitenden Menschen aber auch erzählt und gesungen wurde, um Kraft und Hoffnung zu gewinnen. Aus der Ambivalenz dieser von Realismus und Unwirklichkeit, Anmut und Hässlichkeit, Güte und Grausamkeit, Demut und List gekennzeichneten Inhalte der Märchen und Lieder haben sie ihre Objekte entwickelt.

Einen Ansatz, der sich direkt aus dem Hafen ableitet, wählt Wladimir Olenburg für seine Installation „Tauwerk“ . Das Tauwerk der Segelboote verleiht ihnen ein filigranes, lineares Korsett. In ihrer Abfolge, nebeneinander fein säuberlich angeordnet, bieten Masten und Taue ein Bild sich überschneidender, bewegender Linien. Alles ist in leichter, kaum wahrnehmbarer Bewegung.“

Für seine Arbeit „Husch, Husch. Pfusch, Pfusch.“ hat Horst Reichard einen ca. 170 Jahre alten Eichenholzbalken auf einem eisernen Bock mit einer beweglichen Achse montiert, so dass er wie eine Wippe bewegt werden kann. Die Oberseite des Balkens ist wie eine zweispurige Fahrbahn mit Fahrzeugmodellen bestückt und mit einer dünnen Bleifolie überzogen, aus der sich die Modellautos nur konturenhaft abzeichnen. Die Installation steht für die Labilität der überbordenden Verkehrsströme einschließlich ihrer tragenden und überbrückenden Architekturen und bezieht sich explizit auf die in unmittelbarer Nähe der Schiersteiner Hafens  ca. 60 Jahre alten Rheinbrücke, die derzeit durch ein neues Bauwerk ersetzt wird.