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Das große 2×5 (+1)-Interview: Erdoğan-Statue, Eintagsfliege mit Langzeitwirkung

Interview und Foto: Dirk Fellinghauer

BERUF

Sie haben Wiesbaden mit Ihrem reichlich überraschenden Auftauchen auf dem Platz der deutschen Einheit ganz schön aufgemischt. Schlechtes Gewissen?

Nein, überhaupt nicht. Warum auch? Vor allem habe ich Wiesbaden und Wiesbadener miteinander ins Gespräch gebracht. Menschen mit Wurzeln in unterschiedlichsten Ländern, mit teilweise komplett konträren Ansichten, Kurden und Erdoğan-Fans, Schüler und Jugendliche und Rentner, Intellektuelle und sogenannte „einfache Leute“. Alle strömten herbei, viele von ihnen sprachen und stritten miteinander, mitten auf einem Platz in der Stadt, von Angesicht zu Angesicht, voller Temperament und Emotionen, ungefiltert und unmoderiert. So etwas war früher eigentlich selbstverständlich, heute kommt es kaum noch vor, höchstens hinter Bildschirmen und Tastatur versteckt in den Sozialen Medien. Und ganz nebenbei: Wiesbaden bundesweit in den Schlagzeilen, in Funk und Fernsehen und in der Weltpresse, von Washington Post bis New York Times – das hätte die Stadt ohne meinen Besuch wohl kaum geschafft. (mehr …)

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Nicht so oft – aber wenn, dann immer grandios: HessischeStaatsGalerie feiert heute Zehnjähriges

“Im metrischem System gehört es sich, an einem metrischem Ereignis was zu machen… “, haben die Akteure der buchstäblich staatstragend klingenden, in Wirklichkeit aber sehr abgefahrenen Oranienstraße-Hinterhof-Einrichtung “HessischeStaatsGalerie” gut erkannt und erklären ganz grundsätzlich: “Wir machen was.. Wir machen nicht so oft was.. Aber wir machen immerhin schon seit 10 Jahren nicht so oft was – und es war immer grandios.” Heute machen sie Geburtstagsparty, ab 20 Uhr bis Mitternacht in der Oranienstraße 6. Auch ein Grund zum Feiern: “Jetzt basteln wir an der nächsten Ausstellung und laden uns überraschenderweise wieder selbst als Künstler ein.” Angekündigt wird: “Diese Zwei altbekannten Haudegen sind die Hechte in der Suppe. 2 Fäuste für ein Ave Maria. Des Henkers bärtige Töchter.”. Geboten wird Kunst von Characterdesigner 28 und Monkey (HPZ), dem Graffiti Illustrator. Und die Einladung lautet: “Kommt und seht, auf dass es gut wird.” Am 3. November wird dann übrigens schon wieder was gemacht – Finissage zu der Ausstellung, für die heute Vernissage gefeiert wird. Und Geburtstag. Na, herzlichen Glückwunsch! (dif/Bild HessischeStaatsGalerie)

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Der Kurpark im spektakulär faszinierenden neuen Licht – “Lichtspiele Wiesbaden” starten heute

Der stimmungsvolle Genuss unter Sternen trifft auf ein imposantes Schauspiel aus funkelnden Lichtern. Dabei bewegen die Besucher sich frei auf dem Gelände, lassen sich treiben und entscheiden selbst, in welcher Reihenfolge sie die einzelnen Vorführungen und Attraktionen an den unterschiedlichen Schauplätzen bestaunen wollen. Vom 3. bis 14. Oktober finden im  Kurpark erstmals die “Lichtspiele Wiesbaden” statt – ein einzigartiges Programm mit professionellen Lichtspielprojektionen, die ein imposantes Schauspiel aus funkelnden Lichtern bieten – täglich bzw. abendlich ab 18 bis 23 Uhr. (mehr …)

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Eine Antwort schuldig geblieben – Wiesbaden, Erdoğans Zeigefinger und die Biennale

Von Malte Albrecht. Foto Dirk Fellinghauer.
Das Drama – oder die Tragödie? – um die Installation einer goldfarben besprühten – nicht goldenen – Statue des türkischen Präsidenten mitten in Wiesbaden war vielleicht das mutigste und klügste Projekt der diesjährigen “Wiesbaden Biennale”. Denn sie hat eines gezeigt: Es gibt sie noch, die politische Provokation, das demokratische Lebenselixier. Das Politische kehrt zu seinem eigenen Grundsatz zurück: dem Streit. Die Biennale hat dabei auch gezeigt, was passiert, wenn Politik im Angesicht demokratischer Praxis erstarrt und ihren Mut verliert. Denn es ist die Aufgabe von Politik, mutig Räume zu schaffen für öffentlichen Streit unter demokratischen Vorzeichen.
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MIDISSAGE “Positionen 2018 – Digitale Stadt” bei Kunst-Schaefer und im Kunstraum der IG Galerien Wiesbaden

Die Ausstellung “Positionen 2018 – Digitale Stadt” ist in vollem Gange, umso besser also, am Freitag den 7.9. um 18 Uhr  zur MIDISSAGE ganz analog auf ein Gläschen Wein in den Kunstraum der IG Galerien Wiesbaden Faulbrunnenstraße 5  und zu Kunst-Schaefer Faulbrunnenstraße 11 vorbeizuschauen und mit den Künstlerinnen und Künstler aus Wiesbaden, Darmstadt und Frankfurt ins Gespräch zu kommen.

“Positionen 2018 – Digitale Stadt” zeigt einen Querschnitt an Arbeiten, die sich mit der Digitalisierung und deren Auswirkungen auf Mensch und Gesellschaft auseinandersetzen. Die unterschiedlichen künstlerischen Positionen nehmen hierauf Bezug und reflektieren die Entwicklung aus Sicht der teilnehmenden Künstler. Dabei liegt der Fokus der Ausstellung nicht ausschließlich auf digitalen Medien. Es sind die gesamte Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen zu sehen, die dieses gesellschaftlich relevante Thema differenziert beleuchten. Von affirmativ bis kritisch spannt sich der weite Bogen an Arbeiten, der dazu beitragen soll, das Thema Digitalisierung in den Fokus eines breiten gesellschaftlichen Diskurses zu stellen.

Noch bis zum 23.9.18 sind die künstlerischen Positionen in der BBK SCHAUstelle Wiesbaden, Nerostraße 32,  samstags und sonntags von 14.00 – 18.00 Uhr und bei Kunst-Schaefer, Faulbrunnenstr. 11, während der Öffnungszeiten: Di – Fr: 10:00 Uhr – 18:30 Uhr,  Sa: 10:00 Uhr – 16:00 Uhr zu sehen.
Das Programm, Termine sowie Informationen zu den Künstlern können Sie über die Webseiten www.positionen2018.de  und www.bbk-wiesbaden.de erfahren.
Die Ausstellung ist ein Förderprojekt des Kulturfonds Frankfurt RheinMain und wird durch zahlreiche weitere Partner unterstützt.In Wiesbaden wird das Ausstellungsprojekt zusätzlich vom Kulturamt der Stadt Wiesbaden, der IG Galerien Wiesbaden, der SEG Wiesbaden und Kunsthistoriker Björn Lewalter Inhaber von  Kunst-Schaefer unterstützt.

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“Absurd, infam, unwahr” – Staatstheater-Intendant weist Attacken zur Erdogan-Statue zurück

Von Dirk Fellinghauer. Fotos Dirk Fellinghauer, Leonard Laurig.

Nicht nur auf dem Platz der deutschen Einheit  hat die im Rahmen der Wiesbaden Biennale aufgestellte und nach nur gut 24 Stunden auf Veranlassung der Stadt wieder abgebaute Erdogan-Statue für heftige Reaktionen gesorgt. Ebenso wird in der Kulturszene selbst – auch nach dem Abschluss der Biennale, die insgesamt knapp 50.000 Besucher angelockt hat (inklusive der Supermarkt-Besucher im Theaterfoyer) –  diskutiert. Und mit harten verbalen Bandagen gestritten. In einem ausführlichen persönlichen Kommentar attackiert nun Margarethe Goldmann, frühere Wiesbadener Kulturdezernentin und Sprecherin des “AK Stadtkultur”, die Aktion und die Verantwortlichen. Sie stellt darin der Skulptur jedwede Diskursfunktion in Abrede, ebenso hier lebenden türkischstämmigen Menschen die Kenntnis über und die Teilhabe an Kultur und Kunst. Schließlich spricht sie Deutschen ernstzunehmende Kontakt zu Türken ab (“Wer hat schon türkische Freunde?”). Und sie erhebt schwere Vorwürfe in Richtung Staatstheater. Die Antwort des Intendanten Uwe Eric Laufenberg ließ nicht lange auf sich warten. sensor veröffentlicht Goldmanns auch an die Presse und die kulturpolitischen Sprecher der Rathaus-Fraktionen verschickten Text, den diese ausdrücklich als persönliches Statement formuliert hat, und, mit seinem Einverständnis, die Replik des Intendanten im Wortlaut.

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Betörendes Fest für Augen und Ohren: Walkmühle geht ab heute “aufs Ganze” – Kunst vereint sich mit Musik

“Martin Albrecht – Scriabin Code”. Audiovisuelles Konzert. Im Hintegrund: Robert Delaunay, »Rythme«, 1934

Heute startet um 20 Uhr im Wiesbadener Künstlerverein Walkmühle das Festival »Aufs Ganze gehen II«  und verspricht bis zum 16. September eine Reihe von Veranstaltungen, die die Begegnung von bildender Kunst und Musik in den Fokus nimmt. Sieben Konzerte und audiovisuelle Performances mit Projektionen und Live painting werden ergänzt durch einen interaktiven und für die BesucherInnen bespielbaren »Klangraum« sowie eine Ausstellung mit Druckgrafiken, die Bezug auf musikalische Kompositionen nehmen. (mehr …)

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sensor enthüllt: Das ist der Künstler, der die umstrittene Erdogan-Statue in Wiesbaden errichtet hat

Von Dirk Fellinghauer (Text und Foto).

Viel wurde und wird über die Anfang der Woche in Wiesbaden überraschend aufgebaute und überstürzt wieder abgebaute überlebensgroße Erdogan-Statue diskutiert – und spekuliert. Der Künstler wolle anonym bleiben, seine Identität tue eigentlich gar nicht zur Sache, wimmeln die  Wiesbaden Biennale-Leiter Maria Magdalena Ludewig und Martin Hammer konsequent alle Anfragen ab. Sie selbst gerieten in den “Verdacht”, das Kunstwerk geschaffen zu haben, ebenso im Rennen  war für manche “Experten” Staatstheater-Intendant Uwe-Eric Laufenberg. Nun hat sensor herausgefunden, wer tatsächlich der Künstler ist. (mehr …)

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4-Meter-“Erdogan” in Wiesbaden erregt die Gemüter – und wurde nun vorzeitig wieder abgebaut

Von Dirk Fellinghauer (Text und Fotos).

Schon seit der Eröffnung am letzten Donnerstag sorgt die Wiesbaden Biennale auf vielfältigste Weise mächtig für Gesprächs- und Diskussionsstoff in unserer Stadt. Ein echter Supermarkt im Staatstheater-Foyer, ein Autokino auf der Theaterbühne, dazu natürlich jede Menge Theaterstücke, Performances und Kunstaktionen. All das Bisherige war aber noch gar nichts gegen das, was seit gestern Abend “los” ist – seit eine 4 Meter hohe, 2 Tonnen schwere Statue des türkischen Präsidenten Erdogan auf dem Platz der deutschen Einheit aufgestellt wurde, geschaffen von einem namentlich nicht “enthüllten” Künstler aus der Schweiz. Seinem Kunstwerk war nur ein kurzer Aufenthalt in der Kurstadt vergönnt. Am späten Dienstagabend wurde die Skulptur, die eigentlich bis zum Sonntag stehen sollte, bereits wieder abgebaut. (mehr …)

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Verstörung garantiert! Good News: Die „Wiesbaden Biennale“ mischt die Stadt auf

Foto: Florian Krauss

Aufregend, radikal, anders – und gewollt verunsichernd, verstörend, irritierend. Die Wiesbaden Biennale wird erneut kuratiert vom genialen, hellwachen und – wenn man sieht, welche verlassenen, verlorenen und eigentlich unzugänglichen Orte der Stadt sie (wieder)beleben – energischen, hartnäckigen und durchsetzungskräftigen Gespann Maria Magdalena Ludewig und Martin Hammer. Die Beiden bringen, mit dem Segen des Staatstheaters und dem Einsatz eines starken Teams, diesmal unter der Überschrift „BAD NEWS“ zeitgenössische Positionen und vor Ort entwickelte Neuproduktionen von 25 internationalen Künstlern, Kollektiven und Ensembles aus den Bereichen Performance, Theater und Bildende Kunst in die Stadt. Und das sind natürlich eigentliche gute Nachrichten. sensor präsentiert die Biennale, die am 23. August eröffnet wird und bis 2. September läuft, als Medienpartner. (mehr …)

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Biennale sucht Festivalzentrum-Gemeinschaftswerker – auch mit Zerstörungswut und zwei linken Händen

In nur 2 Wochen startet die von sensor präsentierte WIESBADEN BIENNALE. “Und damit rechtzeitig zur Eröffnung der goldene Glamour in die Schwalbacher Straße einzieht, brauchen wir euch”, ruft es aus dem Biennale-Büro: “Wer schon 2016 mit uns legendäre Enzo Mari Design-Möbel gebaut hat, weiß wie viel Spaß es macht, mit Hammer, Nagel und einfachsten Latten Möbel fürs Festivalzentrum zu zaubern.” Auch diesmal soll das Festivalzentrum – natürlich wieder ganz anders – ein Gemeinschaftswerk werden. An den kommenden Samstagen, 11. und 18. August, sind fleißige HelferInnen gefragt, gerne auch mit zwei linken Händen. (mehr …)

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Leidenschaftlich unperfekt: Sympathisch-chaotische Crew schenkt der Stadt “Poesie im Park – eine Art Festival”

Von Kaspar Lauck. Foto Veranstalter.

Da entsteht etwas Neues in Wiesbaden-Biebrich. Ein neues Festival. Oder besser gesagt eine Art Festival. So lautet nämlich der Untertitel von „Poesie im Park“.  Für zwei Tage, am kommenden Wochenende 4. und 5. August, soll der Biebricher Schlosspark mit einem großen Kulturangebot belebt werden. Dahinter steckt aber nicht etwa die Stadt oder irgendein etablierter Verein, sondern einfach ein Kollektiv an engagierten Kreativen. (mehr …)