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Markt des Monats: Blaue Orangen Kreativmarkt

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Eine echte One-Woman-Show ist der Kreativmarkt „Blaue Orangen“ – ins Leben gerufen und mit viel Herzblut betreut von Lucie Richter. Die Wiesbadener Designerin entwickelt hauptberuflich Corporate Design und fotografiert im Industriebereich. Nebenbei liebt sie es aber, kleine schicke Dinge aus Stoff zu entwerfen und zu produzieren: Taschen mit Dackelmotiv, den röhrenden Hirsch mal ganz anders auf Papier, Kleider mit Vogel- oder Hasensilhouetten, Kulturbeutel  mit  lustigen Motiven – all das unter dem Label „Jute Dude“. „Mein Traum ist es, einmal davon leben zu können“, sagt Lucie Richter. Und probierte daher schon jahrelang, ihr Selbstgemachtes auf Kreativmärkten an Mann und Frau zu bringen: „Nur sind oft die Standgebühren unglaublich teuer“.

Viele Veranstalter wollten erst mal ordentlich Kohle sehen, bevor man sein Tischlein aufbauen darf. Also beschloss Lucie Richter, selbst tätig zu werden. Und traf auf Ulf Glasenhardt vom Kulturpalast: „Ich hab einfach mal mein Glück bei ihm versucht.“ Siehe da: Es hat funktioniert. Und nun geht am Samstag, 12. April, von 12 bis 18 Uhr schon zum vierten Mal der „Blaue Orangen“-Kreativmarkt im Kulturpalast und im Tattersall über die Bühne. Mittlerweile kommen Aussteller aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland. „Mit 85 Ständen sind wir echt am Anschlag“, so Lucie Richter, die sich über den Erfolg ihrer Idee sehr freut.

Absurd und einprägsam

Der Titel übrigens habe keinen tieferen Sinn, erklärt die Designerin: „Wir wollten etwas möglichst Absurdes, gut Einprägsames – und erst später fiel mir auf, dass das ja auch die nassauischen Farben Blau-Orange sind, dass es also ganz hervorragend nach Wiesbaden passt“. Über die Bewerber und ihre Platzierung auf dem Gelände entscheidet Lucie Richter selbst  – Textiles, Schmuck, Kunstwerke, gern auch Kindersachen, es muss ihr einfach gefallen. „Ich habe mittlerweile jedes Mal über 200 Bewerbungen“, freut sie sich. Es sei zwar nun auch viel Arbeit, aber dass „Blaue Orangen“ langsam zur Marke wird, nachdem es so etwas in Wiesbaden vorher überhaupt nicht gegeben habe, mache ihr wirklich Spaß. Mittlerweile gibt es auch ein Rahmenprogramm: Drei bis vier Musiker spielen kleine Konzerte – „im Singer-Songwriter-Genre, damit es möglichst unkompliziert und auch nicht zu laut wird“, sagt Ulf Glasenhardt. Dazu gibt es Catering mit starkem veganem Einschlag, was sehr gut ankomme. Und außerdem immer noch kleine künstlerische Aktionen, wie zum Beispiel Fotografen, die Porträts der Besucher machen oder, wie beim vergangenen Herbstmarkt, eine Malerin, die spontan „Schlechte Bilder“ anfertigt – die dann natürlich gar nicht wirklich schlecht waren. „Es soll halt mehr als nur Shopping sein“, meint Glasenhardt. Auch für die Kinder ist gesorgt: Im Außengelände gibt es einen Spielplatz, den sonst die im Gebäude ansässige Kita nutzt. „Vielleicht steht am 12. April ja schon unser neues großes Holzpferd?“ stellt Glasenhardt in Aussicht. Auf jeden Fall werden alle, die noch ein originelles Osterpräsent suchen, fündig: Vogelhäuschen oder Strickmützen, Kuscheltiere und Mundart-Magneten, T-Shirts und Taschen, Filzobjekte und kleine Einrichtungsgegenstände. „Blaue Orangen“, seit Anfang an präsentiert von sensor, ist ein „Pop-Up-Store“ der besonderen Art: Es gibt ihn nur einen Tag lang, immerhin zweimal im Jahr. Das nächste Mal dann erst wieder im Herbst. „Wir wollen diesmal ein bisschen dichter an Weihnachten ran“, meint Lucie Richter. Der Septembertermin sei nicht ganz so gut besucht gewesen: „1000 Leute wollen wir schon hier bei uns haben“. Was als Eigeninitiative von Lucie Richter begann – „ich hab´ meine Bekannten angesprochen und über die einschlägigen Internetportale nach Kreativen gesucht“ – ist jetzt richtig ins Rollen gekommen. Und die Organisatoren haben wirklich an alles gedacht: So finden junge Mütter, eine der Kernzielgruppen des Marktes, einen „Kinderwagenparkplatz“, damit sie nicht mit dem sperrigen Gefährt durch die engen Räume fädeln müssen. Und für „die Jungs“ wird sogar über Sky in einem Raum die Bundesliga übertragen „mit Hindernisparcours von der Bar zur Leinwand“.

www.blaueorangen.de

Text Anja Baumgart-Pietsch. Fotos Snezana Arsenovic.

 

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