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Neu-Bühne frei! Allen Klagen über schwierige Kultur-Umstände zum Trotz: Es entsteht vieles Neues in der Stadt

Von Dirk Fellinghauer. Fotos Veranstalter.

Allen berechtigten Klagen über schwierige Kultur-Umstände in Wiesbaden zum Trotz: Es entstehen gerade – mit viel Eigeninitiative, Herzblut und Ideenreichtum – reichlich neue Bühnen und Formate in der Stadt. Und sie finden ihr Publikum. Die meisten Veranstalter berichten von mächtig Zulauf und melden regelmäßig “ausverkauft”. Ein aktueller Überblick.

Die finale Lesebühne. Beat-Poesie trifft Jazz: In geselliger Kneipen-Atmosphäre gibt es seit Februar „Die Finale Lesebühne“ im „Finale“ in der Emser Straße 4. Vorgetragen werden Poetry-Slam-Texte, Witziges, Nachdenkliches und Satirisches, wobei jeder Künstler – darunter Organisator Hansi Kleingeld oder auch sensor-Kolumnist Falk Fatal – maximal zehn Minuten Zeit hat. Jazzig begleitet wird die Lesebühne vom Wiesbadener DJ Dr. Love. Für kurzentschlossene Lesewillige wird es am Abend eine Wildcard geben. Der Eintritt ist frei, die Besucher können im Anschluss an die Veranstaltung mit einem Beitrag für das „Phrasenschwein“ entscheiden, was ihnen der Abend wert war.   An jedem 1. Montag im Monat (also am 5. März wieder) – Schontag war gestern!  www.facebook.com/finalepoetry/

Walhalla im EXIL – bereit zum Durchstarten: Eine „neue Keimzelle für Kunst und Kultur als Aufbruch und Einladung an die Stadt” – das „Walhalla im EXIL“ hat als neue Spielstätte in der Nerostraße 24 eröffnet. Und soll sich in den radikal neu gestalteten Räumen des ehemaligen „Gestüt Renz“ als Kultur- und Kunstort etablieren als lebendige, aufregende, anregende, offene und provozierende Plattform für Medien, Sprache und Musik. Das Team tritt an, um das „Walhalla im EXIL“ zu einem zeitgenössischen und relevanten freien Kunst- und Performance-Zentrum zu entwickeln, das Aufsehen erregt.  Das Eröffnungswochenende wurde Mitte Februar zelebriert mit einem vielfältigen und überraschenden Programm als Vorgeschmack auf all das, was künftig neues Leben in die Räume mit langer Geschichte und viel versprechender Zukunft bringt. Auch „Der visionäre Frühschoppen“ kehrt zurück. Und der unvergleichliche Bernd Begemann holt seinen eigentlich für Januar angekündigten Besuch im April nach. Das Walhalla im EXIL ist nicht nur Kulturort, sondern auch Bar – diese hat, programmunabhängig, ab 14. März, mittwochs bis samstags geöffnet (Mi & Do 17 – 23 Uhr / Fr & Sa 18 – 1 Uhr, übrigens sind noch Jobs in den Bereichen Bar, Garderobe, Technik zu vergeben). www.walhalla-im-exil.de

Comedy Club: Wiesbaden hat seinen eigenen Comedy Club. Nach einem erfolgreichen ersten Jahr startet der „Wiesbadener Comedy Club im thalhaus“ weiter durch. Neue frische Künstler bereichern die Bühne des Theaters im Nerotal mit ihren Performances. Durch das Programm führt Berhane Berhane, von dem die Presse schrieb: „Er ist das neue Licht auf Deutschlands Comedybühnen. Klug, witzig, und er kann auch noch verdammt gut tanzen.“ www.thalhaus.de

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Tschillma – schön entspannt und Brotchen ohne ö: Unter dem Titel „Tschillma Poetry Jam“ startete kürzlich die von Daniela Daub – Jongleurin, Komikerin und Poetin, seit Herbst 2016 Wahl-Wiesbadenerin – in Kooperation mit dem Tschillma-Team organisierte neue Wiesbadener Lesebühne. Die Idee in dem „Ort für entspannte Momente und schöne Begegnungen“ in der Adolfstraße 8: Verschiedene Autoren lesen in netter Atmosphäre vor interessiertem Publikum eigene Texte – und am Ende wird kein Sieger gekürt.  Poeten aus ganz Rhein-Main sorgten für einen Abend ohne Langeweile und Peters frische Aufstrichbrotchen – mit Absicht ohne ö-, besondere Limonaden, pur oder als Longdrink, und Craftbeer für beste Verpflegung jenseits von 08/15. Tschillma versteht sich als „Bühne für besondere Events mit Live-Musik, Comedy, Kleinkunst oder Lesungen“. Ein „Ideenraum” steht für Meetings, Coachings, Kurse oder andere Anlässe zur Verfügung. Das nächste „Long Friday“-Highlight: “Farbgetuschel – ROT” mit Arno Hermer (9. März).  www.tschillma.de

Kulturstätte Montabaur – winzig, intim, familiär: In einer Hitparade der unbekanntesten Kulturorte Wiesbadens hätte dieses Einod beste Chancen auf einen Spitzenplatz – noch. Eigentlich sollte die aufgelassene Krankenhauskapelle der „Barmherzigen Brüder von Montabaur“ auf dem Schulberg 7-9 nur als Probenraum, Lager, für Meetings und hin und wieder für Kunstausstellungen genutzt werden. Nun hat sich der Verein „Brentanos Erben“ unter Regie von Kathrin Schwedler aber, nach vier Jahren mit vereinzelten Probeveranstaltungen, entschieden, den historistischen Saal mit 40 Bankplätzen dauerhaft für Veranstaltungen zu öffnen. „Wir verstehen uns als Nachbarschaftshaus mit Wohlfühlcharakter im etwas ungewohnten Ambiente einer kuscheligen Kirche“, sagt die Kulturmacherin und verspricht intime Abend im winzigen „Monta“. Auf dem Programm stehen die Reihe „Cabinet“, wo im kleinen Kreis dem Austausch zu verschiedenen Themen gefrönt wird,  aber auch Comedy oder literarisch Hochkarätiges mit Jan Costin Wagner (14. März).    www.kulturstaette-montabaur.de

RheinMain CongressCenter – der neue Gigant: Eine ganz andere Nummer als die kleinen feinen Bühnen unserer Stadt wird natürlich das RheinMain CongressCenter (RMCC) mit Platz für bis zu 12.500 Personen. Nach dem „Warm Up“ mit dem Ball des Sports Anfang Februar ist die eigentliche Eröffnung für April angekündigt – und schon massentaugliche Veranstaltungen wie diese: Ehrlich Brothers (15. April), Bülent Ceylan (6. Mai), Mario Barth (9. Dezember) www.rmcc.de

Noch mehr neue Bühnen und Formate:

Café Wunderbar: Ganz frisch eröffnet in der Dreiweidenstraße/Dotzheimer Straße – und schon, zusätzlich zum “Kerngeschäft” als Tagescafé (reguläre Öffnungszeiten 10 bis 18 Uhr), auch eine nette Konzertlocation. Auf den Einstand am 3. März mit My Friend The Immigrant folgt am 10. März The Sun Never Sets, künftig sollen etwa einmal im Monat Konzerte veranstaltet werden. Studio ZR6: Nach gelungener Eröffnung etabliert sich das Studio ZR6 mit einem breiten Programm vom Bob Dylan-Abend über Comedy und Poetry Slam bis zu Sängerin Kaye-Ree. „Kunstgefixe“– das neue Kultformat. Einmal im Monat gestalten junge Wilde des Staatstheaters einen unfassbaren und rasanten Abend (1 Stunde Show, danach Party), bei dem alles (un)möglich ist. Immer mit Prädikat „Besonders bumms!“ und präsentiert von sensor. DO3 – an jedem 3. Donnerstag im Monat wird Schloss Freudenberg in einen wunderbaren Ort des kompletten Abschaltens und Entspannens verwandelt. Raus aus der Stadt, rauf auf den Berg … Kleine feine Konzerte finden statt, drumherum schaffen die Macher eine einzigartige Atmosphäre. Theater im Pariser Hof: Bei den letzten Kultur-Haushaltsberatungen leider vorerst leer ausgegangen und geplagt von ungewissen Zukunftsaussichten seitens der Politik zur künftigen Nutzung des Hauses, lassen sich die Macher nicht die Laune verderben und bescheren der Stadt volles Kleinkunst-Programm. www.theaterimpariserhof.de Wakker am Wallufer Platz: Kaum Quadratmeter, aber Ideen ohne Ende an einem der charmantesten Ausgehorte der Stadt. Heaven am Sedanplatz: Bar, ja klar, aber immer wieder auch Schauplatz von Konzerten, oder Talk-, Comedy- und sonstwas-Formaten wie „Wir müssen reden“. Fragmente: „hören. denken. reden. tun & lassen“ lautet der Slogan in der Blücherstraße, der in der Regel auf hohem geistigem Niveau umgesetzt wird. Surf Film Nacht: Wenn die neue Reihe gut ankommt – und danach sieht es nach der quasi ausverkauften Premiere aus  -, wird es quartalsmäßig eine Surffilmnacht in Wiesbaden geben”, stellt Malte Loyal, der das ganze in seiner Freizeit im Murnau-Filmtheater organisiert, in Aussicht: “Grundsätzlich möchte ich die Veranstaltungen langfristig erweitern.” Als zweiter Termin steht schon am 26. April ein Doppelfeature mit “Church of the Open Sky” und “The Outrider” fest. Sogar ein kleines Surf- oder Surf-und-Skatefestival sei denkbar – “alles rund um das Thema Brett, Meer und Umweltschutz und Nachhaltigkeit.”Wingert´s Vinothek: Am Römerberg „bei Holger“ finden hin und wieder äußerst intensive Lesungen mit magischen Momenten und stets besonderer Note statt. Kulturstube Westend: Seit Oktober 2017 bietet die „Kulturstube Westend“ einmal im Monat bei Kubis in der Wellritzstraße 49 einen gemütlichen Rahmen für Events aus den Bereichen Musik, Literatur, Film, Theater und anderen interaktiven Events und. Ideen und Wünsche sind willkommen.

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