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Geschäftsstraße des Monats: Obere Webergasse

Von Anja Baumgart-Pietsch. Fotos Mary Goldfinger.

 „Wiesbaden heißt nicht nur Wilhelmstraße“, sagt Laura Wolf selbstbewusst. „Wiesbaden hat so viel mehr zu bieten –wer das Gegenteil sagt, war noch nicht bei uns in der Oberen Webergasse“. In der Tat: Dort sieht es ein bisschen aus wie in Paris oder Berlin, mit allem, was dazugehört: Kleine, schnuckelige Lädchen,  wo man auch einen Kaffee trinken kann, mit dem „Künstlerhaus 43“ auch ein besonderer Ort für Kultur;  viele Kinder, Radler  – die Obere Webergasse ist ein eigener, kleiner Kiez.

Damit ihn mehr Menschen entdecken lassen sich die Geschäftsinhaberinnen – meist Frauen – einiges einfallen und treffen sich monatlich, um gemeinsame Aktionen zu besprechen.
„Nur 30 Meter von der Haupt-Fußgängerzone entfernt sind wir doch schon“, meint Laura Wolf, Inhaberin des Ladens mit dem schönen Namen Tigermilk: „So hieß ein Song der Band Belle and Sebastian, den ich mochte.“ Und er bleibt im Kopf hängen – das bezweckte die junge Designerin auch, die nicht nur selbst kleine „Schönigkeiten“, wie sie es nennt, für Kinder entwirft, sondern auch ihre Regale anderen Kreativen aus der Region vermietet, selbstgebackenen Kuchen und Kaffee sowie eigenhändig geröstetes Müsli anbietet. Direkt nebendran entwirft und verkauft Ann-Kathrin Fischer nicht weniger süße Sachen unter ihrem Label „Little Heroes“. Man könnte glatt in den Pünktchenrausch geraten und findet in den beiden Lädchen ganz bestimmt was für den Gabentisch, ob ein Täschchen speziell für die „Wiesbadenerin“, mit Skyline bestickt, ob ein Schlüsselband, eine Halskette oder einen Stoff-Elefanten.

Gegenüber bieten die „Hauspralinen“ von Carolin Lindner und ihrem Vater Karl-Heinz Lindner nicht nur Vintage-Möbel aus Frankreich und anderswo an, sondern auch Kuchen, Kaffee und nette Accessoires. Das „Künstlerhaus43“ ist eine Wiesbadener Kultur-Institution. Das ganze Haus wird theatralisch genutzt, um beispielsweise „Romeo und Julia“ wieder zum Leben zu erwecken. Für die Schönheit gibt es in der „Upper Webergass“ einen Friseursalon, und Beauty-Expertin Gentiana Xhanari verspricht mit „Sauerstoff statt Botox“ erstaunliche Effekte, bietet aber auch unterschiedliche Wellness-Behandlungen für Gesicht und Körper an. Den „Einstieg“ in die Obere Webergasse bildet die Goldschmiedewerkstatt von Patricia Esser-Föhre. Auch sie ist bekennende Netzwerkerin, die ebenso viel Wert auf Gemeinsamkeit in der Straße legt wie Laura Wolf und zu den Initiatorinnen der regelmäßigen Treffen gehört. Sie verkauft nicht nur selbst entworfenen Schmuck, sondern gibt auch Goldschmiedekurse, von denen die Möglichkeit für Brautpaare, sich ihre Trauringe selbst zu schmieden, sicher der besondere Hit ist.

Kinder bilden die Webergassen-Gang

Weiter in der Oberen Webergasse zu finden sind ein Tattoo-Studio („Vollgetintet“), die Schneiderwerkstatt „Das Tapfere Schneiderlein“, der Fahrradladen City-Bike, ein Comicgeschäft, eine Werbeagentur, ein Haushaltswarenladen – und immer viele Kinder, „das ist unsere Webergassen-Gang“ sagt Laura Wolf: „Wir haben fast alle Kinder im gleichen Alter ,und die finden hier  überall Anlaufstellen“. Die  Obere Webergasse hat eine gemütliche Atmosphäre, besonders, wenn im Sommer (oder auch an sonnigen Herbst- und Wintertagen) draußen überall kleine Cafetische stehen. „Wir geben uns auch viel Mühe, gemeinsame Veranstaltungen zu konzipieren, haben uns zum Beispiel beim Stadtfest oder bei den Kulturtagen im Bergkirchenviertel mit verschiedenen Programmpunkten beteiligt und möchten in der Richtung gerne künftig  noch mehr machen – das ist auch einfach, weil der Kontakt untereinander so gut ist“, sagt Laura Wolf. Zu Weihnachten fand wieder eine Aktion statt: „Zieh die goldene Nuss“, hieß es, als sich verschiedene Läden in der Oberen Webergasse und den angrenzenden Straßen zu einer Verlosung zusammenschlossen.  Eine von vielen besonderen Einkaufsideen – nur 30 Meter von der Fußgängerzone entfernt…

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