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In malerischer Kulisse Schönes, Unterhaltsames, Schreckliches erzählen – Literaturfestival startet heute

Die 1973 in Lwiw geborene Natalka Sniadanko ist aus ihrer Heimat in der Ukraine mit ihren Kindern nach zurzeit Marbach geflüchtet. Als Schriftstellerin hat sie ein Herz für exzentrische Figuren, wie sich beim Literaturfestival im Burggarten Sonnenberg zeigen wird.

Mit Unterstützung mehrerer Kooperationspartner lädt der Förderverein des Literaturhauses Villa Clementine zu literarischen Entdeckungsreisen im Burggarten Sonnenberg ein. Heute startet das Literaturfestival „Ins Offene“ und lädt, so Initiatorin Rita Thies, „in ein Land aufzubrechen, in dem mehr möglich ist als in allen anderen Ländern dieser Welt – das Reich der Literatur“. Gelesen und erzählt wird in malerischer Kulisse Schönes, Unterhaltsames Dramatisches, Spannendes, Inspirierendes. Auch der Krieg ist Thema.

Die offizielle Eröffnung  startet um 18 Uhr mit einer Lesungspremiere – Oliver Bottinis neuester Spionage-Thriller „Einmal noch sterben“ wird erstmals öffentlich präsentiert.  Der Autor wird in seinen Roman  vorstellen. Die Veranstaltung zu dem brandaktuellen Thriller vor dem Hintergrund des Irakkrieges wird von Stefan Schröder moderiert, Oliver Wronka liest vor. Im Anschluss gibt es eine kleine Eröffnungsfeier.

Hochpoetische und lebenskluge Geschichten aus der Ukraine

Zu Gast sind bei dem Festival, das sensor als Medienpartner präsentiert, in den folgenden Tagen bis Sonntag, 28. August, bei etwa zwanzig Einzelveranstaltungen unter anderem die aus der Ukraine stammende Autorin Svetlana Lavochkina (Foto links) mit ihrem Roman „Die rote Herzogin“ und die gerade nach Deutschland geflüchtete Schriftstellerin Natalka Sniadanko mit „Der Erzherzog, der den Schwarzmarkt regierte, Matrosen liebte und mein Großvater wurde“. Die Vorsitzende des veranstaltenden Literaturhaus-Fördervereins, Rita Thies, meint speziell mit Blick auf die ukrainischstämmigen Gäste: „Entdecken Si die Fabuliermeister:innen und ihre hochpoetischen und lebensklugen Geschichten – und mit ihnen auch ein wenig einen Kosmos, dem sich die breite Öffentlichkeit erst mit Beginn des russischen Ankriegskrieges zugewandt hat“.

Von Soko-Schauspieler bis Paul McCartney

Steffen Schroeder 
Eva-Maria Damasko.

Ukraine ist ein Thema und Schauplatz des dargebotenen Lesestoffs, aber längst nicht der einzige. Es geht auch nach San Sebabstián, Irak, USA, Prag, London und viele weitere Orte. Der als Kriminaloberkommissar Kowalski in Soko Leipzig bekannte Steffen Schroeder kommt mit seinem Roman „Planck oder als das Licht seine Leichtigkeit verlor“ nach Wiesbaden.

Musikfans kommen auf ihre Kosten, wenn  Peter Richter und Rainer Zimmermann spielen und Eva-Maria Damasko liest aus „Lyrics“ von Paul Mc Cartney. Damasko hat am Abschluss-Sonntag einen weiteren Auftritt, wenn sie liest aus „Die militante Madonna“ über eine historisch verbürgte Transvestiten-Vita aus dem 18. Jahrhundert. Weitere Vorlesende und Mitwirkende aus Wiesbaden oder mit Wiesbaden-Bezug sind unter anderem Hanns Jörg Krumpholz, Patrick Twinem, Oliver Wronka, Katalyn Hühnerfeld, Mario Krichbaum, Ulrich Cyran und der frühere Staatstheater-Intendant Manfred Beilharz, der eine szenische Lesung („Über Menschen“ von Juli Zeh) mit Viola Pobitschka bestreitet.

„Graue Bienen“, ein Roman des Präsidenten des ukrainischen PEN, Andrej Kurkow, über einen Bienenzüchter im Donbass, wird in einer Schauspielerlesung vorgestellt. Neben spannenden Autor:innenlesungen gibt es auch weitere moderierte Schauspieler:innenlesungen, prominente Leseempfehlungen sowie Diskussionen und einen Wettbewerb um ein Kurzfilmdrehbuch zum Thema „Krieg und Frieden“, der gemeinsam mit dem exground filmfest ausgeschrieben wird.  (sas/dif, Fotos Veranstalter)

Autor:innen und  Schauspieler:innen und Sprecher:innen beim Open-Air-Literaturfestival „Ins Offene“: