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Neueröffnungszeiten – Wohltuender Wind weht durch Wiesbadener Gastronomie

 

 

Von Dirk Fellinghauer. Fotos Heinrich Völkel und Andrea Diefenbach.

Weniges ist so schnelllebig wie die Welt der Restaurants, Bars und Clubs, auch und gerade auf dem unberechenbaren Wiesbadener Gastropflaster. Die aktuellen Neueröffner stehen mit einer entsprechenden Portion Respekt, aber auch mit Enthusiasmus und Selbstbewusstsein in den Startlöchern. Und sie scheinen das zu haben, was manchen Schnellschuss-Gastronomen fehlt:  klare und durchdachte Konzepte.

Der Stadtentwicklungsgesellschaft SEG und ihrem Chef Andreas Guntrum dürfte ein Stein vom Herzen gefallen sein, als „die hofköche“ ihre Zusage machten, sie würden das nach dem insolvenzbedingten Aus des „Stammhaus Balzer“ seit Ende April verwaiste Kleinod am schwierigen Standort Kleine Schwalbacher Straße übernehmen – wenn auch nur auf Zeit. Der Name ist Programm: „Gastspiel“ heißt das viel versprechende Abenteuer, das vom 1. September bis zum 28. Februar wieder Leben in die leere Bude bringen soll. Unter Regie von Christoph Holderrieth (Foto) entsteht eine Art Pop-Up-Restaurant, oder auch, wie es der Macher in Anspielung auf sein eigentliches Metier nennt, „das längste Catering-Event des Jahres“. Der Aussicht, jetzt für den fest definierten Zeitraum ein  Restaurant zu betreiben, konnte er – „in Absprache mit der Familie und mit der Bündelung aller Kräfte für dieses halbe Jahr“ – nicht wiederstehen: „Klar ist, dass ich das auf mein übliches Arbeitspensum draufsatteln muss.“ Er wird wohl ein Workaholic auf Zeit.

Hauptspeisen im Glas

„Kleine Auswahl an großen Köstlichkeiten, große Auswahl an kleinen Köstlichkeiten“  werden dienstags  bis freitags von 12 bis 22 Uhr und samstags von 11 bis 17 Uhr angeboten, also zum Mittagstisch, zum Abendessen oder einfach zwischendurch. „Regional und nachhaltig“ soll Küchenchef Max Reif beim Schreiben seiner Einkaufsliste denken. Wer die Hofköche kennt, weiß, dass es auf den Tellern nie langweilig wird, schon gar nicht beim „Menü der Köstlichkeiten“ mit Hauptspeisen im Glas. „Wohlfühl-Portionen“ will Holderrieth servieren und meint damit, dass man seinen Laden stets gut gesättigt, aber nicht überfüllt verlässt. Der Macher brennt drauf, in diesem „Schmuckstück“, wie er es nennt, seine vielen Ideen – auch für eigene Veranstaltungen und bei der Vermietung der Räumlichkeiten für Privat- und Firmenfeiern – auf zwei Etagen in die Tat umzusetzen. Auf eine davon darf man besonders gespannt sein: „Chef kocht Schweinereien“ nennt er einen Abend nicht unbedingt für Feinschmecker, sondern für Alles-Esser wie ihn selbst.

Zwillingsschwestern eröffnen französisches Restaurant im ehemaligen Clöeb

Ausgewiesene Feinschmecker sind die Zwillingsschwestern Nathalie und Jennifer Dienstbach, die der Eröffnung ihres Restaurants „Les Deux“ am 22. September in der Unteren Albrechtstraße entgegenfiebern. Bis dahin haben sie noch viel zu tun und schuften fast rund um die Uhr. Der mehrjährige Betrieb des Szenetreffs „Clöeb Frisch“ hat deutliche Spuren hinterlassen. Damit sie auch nach der Eröffnung viel zu tun haben, setzen die 30-jährigen auf Bodenständigkeit. Sie wollen keine Haute Cuisine servieren, auch wenn sie das – nach Ausbildungen bei Spitzenkoch Harald Wohlfahrt im Schwarzwald und in der Paul Bocuse Akademie in Lyon – locker könnten. Gute Qualität, aber nicht abgehoben, lautet auch ihre Devise. Gutes Essen und Kochen sei in ihrer deutsch-französischen Familie seit jeher große Leidenschaft, erzählen sie. Tartines französicher Art, Entrecote mit selbstgemachten Pommes und Sauce Bernaise, Früchte-Tartes, Galettes, Crepes und „vielleicht einmal im Monat etwas richtiges Extravagantes“ soll auf einer kleinen feinen Karte stehen – „und freitags Fisch“.

„Frisch auf den Tisch“ lautet das Versprechen im Manteuffel, das Mitte Juli in der Klarenthaler Straße 26 gegenüber vom Elsässer Platz eröffnet hat und frische und saisonale Küche auftischt. Eine Institution aus dem Inneren Westend, das seit einer gefühlten Ewigkeit in der Frankenstraße ansässige Thai-Restaurant Pattaya, hat nun an einem ganz anderen Ort ein weiteres Restaurant eröffnet: auf der noblen Taunusstraße, in den Räumen des ehemaligen Brown Sugar. Sushi One gibt´s seit kurzem gleich zweimal in der Innenstadt – zusätzlich zum Standort in der Schulgasse jetzt auch in der Webergasse. Nachjustiert hat Sascha Poklikay sein „Gesunde Fast Food“-Konzept bei greenline in der Grabenstraße, das er zu einem „echten“ Restaurant ausgebaut hat und nun auch abends vegan-vegetarisches anbietet. Ein Happy End soll auch endlich der Wiesbaden-Start des „Restaurante y Bar Mexicano“ namens „Enchilada“ nehmen. Wo zuletzt lange die Hemingway Lounge und zuallerletzt lange gar nichts war, hat Erkan Tan nach dem „Soft Opening“ Ende August für Mitte September mit auflagenbedingter mehrmonatiger Verspätung die offizielle Eröffnung angekündigt. Das „Puro México“-Konzept, das deutschlandweit schon an fast dreißig Standorten zündet, soll nun auch die Wiesbadener begeistern.

www.facebook.com/DieHofkocheGastspiel

www.diehofkoeche.de/index.php/Gastspiel.html

www.enchilada.de/wiesbaden

http://pattaya-wiesbaden.de/

Hier geht zum sensor-Bericht mit Fotogalerie über das Pre-Opening

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