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Quel dommage! „Canal du Midi“ schließt

Traurige Nachricht aus dem äußeren Westend: Das Canal du Midi schließt. Die beliebte Weinbar mit besonderem Ambiente und einer einmaligen Sommerterrasse gibt im 15. Jahr ihres Bestehens auf. Inhaber Rainer Hefele bestätigte auf sensor-Nachfrage: „Am 31. März hören wir auf.“ Im Abschiedsmonat soll es noch einen Abverkauf der Weine geben.

Rainer Hefele hatte das Canal du Midi aus Leidenschaft neben seinem eigentlichen Beruf als Kameramann betrieben. Er hat gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Steffi einen besonderen Ort geschaffen mit einer einzigartigen Atmosphäre, ein Treffpunkt für Genießer mit vielen Stammkunden. „Er lebte lange Zeit in Paris und hat eine ausgeprägte frankophile Ader, ein Gespür für das Savoir-vivre, die guten Weine und die feinen, aber einfachen Speisen der Franzosen“, war im sensor-Porträt zum zehnjährigen Jubiläum der Bar zu lesen. Damit wird nun leider Schluss sein. Dem Vernehmen nach soll ein Café nachfolgen, das bis maximal 20 Uhr geöffnet haben darf. Eine der vielen Besonderheiten war, dass die Gäste auf der Canal-Terrasse bis Mitternacht laue und gesellige Sommernächte erleben durften.

Immer wieder war das „Canal“ auch Schauplatz kleiner, feiner kultureller Veranstaltungen, spezieller Verkostungen oder auch besonderer Partys, etwa bei der Reihe „DJs aus Canal“.  Richtig groß und legendär wurde im September 2015 zum Zehnjährigen gefeiert.

Der besondere Ort für den Weingenuss wird aus dem Westend und aus Wiesbaden verschwinden, die besonderen Weine, die Hefele direkt aus Frankreich importiert, jedoch nicht. Seinen Weinhandel wird er weiter betreiben und in Wiesbaden wie bisher Gastronomen wie das PAU oder die Badhaus Bar sowie das Caligari Kino beliefern, wo er auch als „Weinsponsor“ beim Exground Filmfest präsent war und weiterhin sein wird.

Für die Stammgäste, die logischerweise äußerst traurig auf die Nachricht reagieren, kann es nun nur heißen, in den nächsten Wochen noch möglichst oft in der Blücherstraße, Ecke Scharnhorststraße, reinzuschauen und das besondere Canal-Feeling zu genießen. Eine Abschiedsfete wird es nicht geben. Danach ist dem Betreiber so gar nicht zumute. Quel dommage!

(dif/Fotos Frank Meißner, privat)

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