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Restaurant des Monats: Tapas Bar Madrid, Kostheimer Landstraße 42, Kostheim

Tapas Bar Madrid-9

 

Von Jan Gorbauch. Fotos Frank Meißner.

Spanisches Flair erwartet man in Kostheim am äußersten Rande von Wiesbaden nicht unbedingt. Und so wirkt auch die Tapas Bar Madrid an der Kostheimer Landstraße gerade jetzt im Winter, wenn die Terrassenmöbel zusammengestellt sind, zunächst relativ unscheinbar. „Laufkundschaft ist hier natürlich wenig“, gibt Inhaber Azzakriti Kamal auch unumwunden zu, „aber gute Qualität spricht sich schnell herum, und die Leute kommen bewusst zu uns“. Dem sympathischen Spanier gefällt es hier seit der Eröffnung seiner Tapas-Bar im Sommer 2014 ausgesprochen gut. Mit viel Liebe zum Detail und zum Essen sowie mit spanischer Lebensfreude und Gastfreundschaft sorgt er dafür, dass seine hervorragende Mittelmeerküche schnell über die Grenzen Kostheims hinaus Bekanntheit erlangt hat.

Der Chef ist am Herd groß geworden

Das entsprechende Handwerk dazu bekam er in die Wiege gelegt: Sowohl sein Großvater als auch sein Vater Antonio waren in der Gastronomie tätig, sodass Azzakriti quasi am Herd groß geworden ist. Ursprünglich stammt die Familie aus der Hafenstadt Melilla, einer spanischen Exklave im Norden Marokkos. Das Flair ihrer Heimat transportieren sie durch dunkle Holzmöbel, grob weiß verputzte Wände, schwere rote Vorhänge und eine große Schiefer-Menütafel in Form eines Stieres stimmungsvoll auch optisch nach Kostheim.

Fast schon zwangsläufig sind Meeresfrüchte in allerlei Varianten die Spezialität des Hauses. Drei Mal in der Woche kommt Fisch vom Großhändler, alles wird in dem kleinen Familienbetrieb frisch zubereitet. Tiefkühlware ist ein Tabu. „Sogar die Kroketten machen wir immer selbst“, erzählt Azzakriti stolz. Wenn man sich einmal quer durch die Karte isst, merkt man dies sofort. Die Tapas, egal ob warm oder kalt, sind durchgehend ausgezeichnet.

Ein besonderer Tipp ist der Tapas-Tag am Mittwoch, an dem man die kleinen und auch größeren Happen in unterschiedlichen Kombinationen nach Herzenslust probieren kann. Nach Champinones al Alioli, würzigem Spinat a la Catalana, kleinen gegrillten Tintenfischen und Gambas mit Knoblauch, frittierten Sardellen, Spinat- und Kartoffelbällchen, Serrano-Schinken und Chorizo, begleitet von einem fruchtigen spanischen Rotwein, ist man eigentlich schon satt und zufrieden. Gäbe man sich damit zufrieden, würde man jedoch die köstliche Paella in verschiedenen Varianten verpassen, die egal ob mit oder ohne Meeresfrüchten wahnsinnig würzig und aromatisch schmeckt. Wer danach immer noch einen winzigen Restplatz im Magen hat, sollte sich zum Abschluss die zitronige Crema Catalana gönnen, die den spanischen Abend dann erst so richtig abrundet.

 

Tapas Bar Madrid, Kostheimer Landstraße 42, 55246 Mainz-Kostheim, Tel. 06134/6013199, Dienstag – Sonntag 11-14.30 Uhr und 17-23.30 Uhr

Rezept für Crema Catalana

Zutaten: 50 g Speisestärke, 750 ml Milch, 6 Eigelb, 50 g Zucker sowie etwas Zucker zum Karamellisieren, 1/2 unbehandelte Zitrone

Eigelb und Zucker in einer Schüssel mit einem Schneebesen und Geduld schaumig schlagen. Die Speisestärke zunächst in 150 ml Milch auflösen und dann diese Mischung in das Eigelb einrühren. Die restliche Milch aufkochen, die Zitronenschale hineinreiben. Auch die heiße Milch unter Rühren heiß zum Eigelb geben. Das ganze im Topf bei wenig bis mittlerer Hitze unter Rühren so lange erwärmen, bis es zu einer dicken Creme bindet und vom Herd nehmen, bevor es kocht. Die Schüssel sofort in einem kalten Wasserbad abkühlen und dann auf 4-5 Schalen aufteilen. Jeweils mit Zucker bestreuen und einem Bunsenbrenner karamellisieren.

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