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sensor-Wochenendfahrplan: Gitarrenlegende-Geburtstag, Filmfestival-Finale, Vorlesetag und Alkoholverkäufe

Happy birthday, Tom Woll. Der Wiesbadener Kult-Gitarrist wird 70 – und mit einer Radiosendung geehrt. Foto: Biggi Trost

Von Annika Posth und Selma Unglaube. Fotos Veranstalter.

Brrr, ist das plötzlich kalt da draußen. Da fällt es vielleicht etwas leichter, zuhause zu bleiben und (fast) nirgends hin zu dürfen. Erst recht, wenn man die Angebote durchstöbert, die dieses Wochenende für das Daheim-Vergnügen bietet. Und ein bisschen was läuft „draußen“ auch, in erster Linie Alkohol.

///FREITAG///

Finale beim exground filmfest – on demand. Das letzte Wochenende exground filmfest in diesem besonderen Jahr läuft. Die heutigen Highlights: Um 17 Uhr startet „Nasir“ von Arun Karthick und um 17.30 Uhr läuft „Simple Women“ von Chiara Malta. Abends um 20 Uhr „Rose stone war“ von Marcello Sannino und „Once were brothers: Robbie Robertson and the band“von Daniel Roher um 22 Uhr. Zudem gibt es Videobotschaften von Michele Pennetta von „Il mio corpo“ (15.30 Uhr), Chiara Malta von „Simple women“ und Marcello Sannino von „Rose stone war“ (20 Uhr). Angeschaut werden kann alles 48 Stunden ab „Startzeit“ Tickets für alle Filme unter www.exground.com.

Fridays for Future Kundgebung auf dem Mauritiusplatz . Im Dannenröder Wald wird geräumt und gerodet. Die Maßnahmen zum Bau des Streckenabschnitts der A49 zwischen Schwalmstadt und dem Ohmtal nahe Marburg sind in vollem Gange, ebenso wie die Proteste. Bundesweit finden Solidaritätsaktionen von Fridays for Future für den Dannenröder Wald und die Aktivisten statt. Auch in Wiesbaden rufen die Mitglieder der Klimaschutzbewegung zu einer Kundgebung und damit verbundener Kreideaktion auf und fordern „Stoppt die Rodung im Dannenröder Wald“. Um 16 Uhr.

Videolesungen zum Bundesweiten Vorlesetag. Zigaretten, Bier und Édith Piaf – das ist alles, was Arnolt Streich, dem Protagonisten aus „Die Rote Hand“, Freude bereitet. Anlässlich des Bundesweiten Vorlesetages stellt der in Mainz lebende Autor Jürgen Heimbach seinen aktuellen Kriminalroman „Die rote Hand“ in einer Videolesung vor. Die Lesung ist auf der Homepage des Literaturhauses Villa Clementine auf www.wiesbaden.de/literaturhaus und auf Youtube zu finden. Heimbach nimmt den Zuhörer mit in ein dichtes Netz aus Waffenhändlern, algerischen Befreiungsgruppen und kriminellen Machenschaften. Für den Roman wurde er in diesem Jahr mit dem Friedrich Glauser-Preis, einem der wichtigsten Krimipreise im deutschsprachigen Raum, ausgezeichnet.

Weitere Lesungen: Samira Schwarz liest „Heidi“ von Johanna Spyri, Elli Eggers, Lesepatin und ehrenamtlich im Team Vorlesetag, liest „Emil, das Einschlafschaf“ von Nico Sternbaum und Gedichte von Theodor Fontane „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“, „In trauter Verborgenheit“ von Wilhelm Busch und „Vom schlafenden Apfel“ von Robert Reinick. Diese und weitere Videolesungen finden Interessierte auf dem Youtube Kanal des Freiwilligen-Zentrums Wiesbaden e. V.

Alice im Wunderland-Hörspiel-Download gratis. Der wunderbar-wandelbare Stefan Senf hat aus „Alice im Wunderland“ zum Vorlesetag eine großartige Hörspielversion gezaubert (ohne Lockdown ist er auch im gleichnamigen Live-Hörspiel beim Theater 3-D zu sehen). Wer das Hörspiel haben möchte, schickt einfach eine kurze Nachricht an krist@theater-3-d.com und bekommt umgehend einen Link zum downloaden und genießen

Wir im Norden – Die Facebook Live-Talkrunde des SPD Ortsvereins Wiesbaden Nord. Isabel Maino-Amer begrüßt dieses Mal Kaweh Mansoori (Vorsitzender SPD Hessen Süd), Margrieta Wever (Lehrerin und Künstlerin) und Tom Schwarze (Schuldirektor und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Bildung (AfB) SPD Wiesbaden). Um 18.30 Uhr Live.

///SAMSTAG///

Zoom-Singen mit Elka Aurora. Corona hin oder her – das Singen sollte man sich nicht nehmen lassen, denn bekanntlich hält Singen gesund! Die Musikerin und Musiktherapeutin Elka Aurora plädiert deshalb dafür, die digitalen Möglichkeiten zu nutzen, um unsere Stimmen weiterhin mit Freude erklingen zu lassen.  Die Teilnehmenden lassen ihre Stimmen spielen und erleben das gemeinsame Lied mit vielfältigen Anregungen aus allen Kulturen. Nach Anmeldung unter p.janssens@hotspot-theater.de wird ein Zugangslink verschickt. Das Angebot ist gratis, über eine Spende an semiramis e.V., IBAN DE43 5109 0000 0008 0707 09 freuen sich die Veranstalter trotzdem. Von 10 bis 11 Uhr. Übrigens: „Das Angebot kam gleich beim Start so gut an, dass wir es wohl im Dezember weiterführen werden, immer samstags von 10 – 11 Uhr“, sagt Priska Janssens.

Eva Engelhorns „Ich und Ich“-Performance im Kunstraum Wiesbaden. „Ich habe eine zweite Version meiner Selbst geschaffen, eine Puppe, ein zweites Ich, ein Ich, das ich sehen kann, das ebenso wenig perfekt ist wie das Original, aber mindestens ebenso liebenswert.“ Die Künstlerin Eva Engelhorn ist mit ihrem zweiten Ich in die neu gegründete Künstler-WG im Kunstraum Wiesbaden in der Faulbrunnenstraße eingezogen, lebt dort mit sich selbst und erlebt sich selbst. Und Passanten erleben das Geschehen sicher von der Straße aus. Starkes Stück! Nicht verpassen. Samstag 11 bis 16, Sonntag 12 bis 16 Uhr.
Foto: Ingo Fischer.

„Waldschutz ins Grundgesetz!“ Kundgebung für den Erhalt des Dannenröder Forsts. Gemeinsam mit Umweltschützern aus der Region Mainz/Wiesbaden werden Anwohner des Dannenröder Forsts an einer Kundgebung teilnehmen. Darunter sind auch zwei Brüder, acht und zehn Jahre, aus dem ebenfalls von Rodungsarbeiten betroffenen Maulbach (Vogelsbergkreis), die laut Ankündigung der Veranstalter „zusammen mit ihrer Mutter eine aufrüttelnde Rede halten werden“. Umrahmt wird die Veranstaltung von einer Aufführung der Klimaschutz-Theatergruppe Mainz/Wiesbaden. „Waldschutz gehört explizit ins Grundgesetz, einschließlich gesetzlich verankertem großflächigem Rodungsverbot“, sagt die Organisatorin der Veranstaltung, die Mainzerin Julie Fischer mit Blick auf eine Konkretisierung des Art. 20a GG. „Wälder dürfen nicht mehr großflächig gerodet werden – egal ob für Autobahnen, für den Tagebau oder für E-Auto-Fabriken oder für Windräder -Unsere letzten Wälder sind tabu.“ Von 12 bis 14 Uhr auf dem Mauritiusplatz.

Schätze & Schnäppchen: Weinmarkt im Hinterhof der ARTbar, Blücherstraße 23. Auch im November muss niemand auf gute Weine verzichten. Jeden Samstag findet der Weinmarkt im Innenhof der ARTbar oder nach Absprache, wie und wo es am besten passt, statt! Von 13 bis 19 Uhr.

Bier- und Glühweinverkauf auf der Schloss Freudenberg-Terrasse. „Hilfe wir haben noch 30 Kästen feinstes Lammsbräu“, ruft es vom Freudenberg herunter. #gemeinsamdicht ist das Motto: Das Wochenende lädt zum Flanieren auf dem Freudenberg ein, das Schloss ist dicht, der Park ist frei. Die Vogeltränke derKreativfabrik Wiesbaden hat´s vorgemacht: „Wir bieten Euch heißen Glühwein und Kaffee zum Mitnehmen und plündern mit Euch unsere Vorräte an kalten Getränken – Flaschen- und Kistenweise“, getreu dem Motto: „Was hilft gegen ein dunkles Tal, mehr als ein Helles?“ Von 14 bis 18 Uhr können alle, die wollen, Schätze, Flüssiges und Traumhaftes aus dem Schloss Freudenberg mitnehmen: „Flaniert oder fahrt direkt vor. Wir versorgen euch von der Schlossterrasse aus!“

Happy 70th Birthday Tom Woll auf Rockradio.de. Eigentlich ist es müßig, Tom Woll überhaupt  vorzustellen: Er ist 1950 in Saarbrücken geboren, lebt von der Musik seit seinem 18. Lebensjahr und wohnt seit 1966 in Wiesbaden. Studium der Kunst und Musik in Frankfurt am Main. Tom Woll spielt Gitarre und Ukulele und gibt auf beiden Instrumenten Unterricht. Er spielt in verschiedenen Bands, z. B. „Tom Woll Band“, „Midnight Mover“ sowie „Cotton Club Band“ und tritt als Solo-Musiker auf. Und da man in dieser Zeit keine wirklichen Geburtstagsfeiern planen kann – selbst wenn es ein runder ist – wird zur Radio-Geburtstagsfeier eingeladen, zur „Local Music Radio Show“, moderiert von Sam Matthias Kuhfuss. Natürlich mit ganz viel Musik und der ein oder anderen Überraschung. Zu hören über rockradio.de , alle Infos und Links hier. Um 20 Uhr. (Foto oben)

///SONNTAG///

Foto: Dennis Pesch.

„Incels“ –  Lesung mit Veronika Kracher zur Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults. „Incels“ ist die Kurzform für „Involuntary Celibates“ – unfreiwillig im Zölibat Lebende. Männer, so die Incels-Ideologie, hätten ein angeborenes Recht auf Sex, der ihnen jedoch von Frauen verweigert wird. Dafür müssten Frauen verurteilt und bestraft werden. Ventil für den eigenen Frust ist das Internet, wo man sich mit Gleichgesinnten über die angebliche Verkommenheit von als „Femoids“ dehumanisierten Frauen austauscht und gleichzeitig das eigene Image als Opfer von Feminismus und der Gesellschaft etabliert, denn: Selbst- wie auch Frauenhass bestimmen das komplette Dasein der Incels. Diese permanente, nur vermeintliche Kränkung ist untragbar, und so findet sie ihre „Wiedergutmachung“ im misogynen Terror. Der Vortrag liefert einen sozialpsychologischen und feministischen Einblick in die wohl toxischste Subkultur, die Patriarchat und Internet je hervorgebracht haben. Um 19 Uhr. Die Zugangsdaten zur Zoom-Veranstaltung werden kurz vorher auf Facebook veröffentlicht.

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