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sensor-Wochenendfahrplan: Wärmespeicher auffüllen mit heißen Erlebnissen vor der arktischen Kälte

Von Nico Lange/Dirk Fellinghauer. Fotos Veranstalter.

Bevor die arktischen Temperaturen unsere Gefilde erfassen und wir uns gar nicht mehr vor die Tür trauen, sollten wir unbedingt nochmal rausgehen und all das erleben und genießen, was die Stadt an diesem Wochenende zu bieten hat – manches davon so heiß, dass alle, die dabei waren, anschließend auch die tiefsten Tiefstemperaturen nichts mehr anhaben können.

 

FREITAG

Einfach abhauen. Wolfgang Blanke steigt wohlgeplant aus dem geordneten Leben aus – Fahrtensegeln im Mittelmeer. Der Bogen seiner Reisen spannt sich von der Türkei über Griechenland, Italien und Frankreich wieder nach Deutschland zurück. Er fasst seine Erlebnisse in einem kleinen von ihm selbst illustrierten Band zusammen. Realitätsnah und bildkräftig erzählt er vom Fahrtensegeln als Lebensform – und spricht mit seinen Gedanken sicher vielen Seglern, die Ähnliches erlebt und gefühlt haben, aus dem Herzen. Eine spannende Lesung in der Galerie H22 in der Herderstraße. Beginn ist um 19 Uhr.

Physiker in der Turnhalle.  Die Werkstatt für Bühne und Film zeigt unter der Regie von Armin Nufer den Klassiker „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt in einem ungewöhnlichen Setting, der Biebricher Turnhalle. Die Komödie in zwei Akten aus dem Jahr 1961, zeigt manipulierte, verblendete, verrückte oder vermeintlich verrückte Menschen unter dem Dach einer Irrenanstalt. Und während sich im Original der Entdecker der Weltformel in einer Irrenanstalt versteckt, um die Welt vor seiner Erfindung zu schützen, wird in dem aktuellen Stück über noch Größeres diskutiert, nämlich um  Politik, Wirtschaft und Verantwortung sowie um Moral und Ethik in der heutigen Zeit. In gewohnt erfrischender Herangehensweise im TVB Biebrich am Rathenauplatz 13, nach der gestrigen Premiere nun am 23., 24.02. und 1.- 3.03.. Karten unter physiker@wfbuf-wiesbaden.de

Hörerlebnisse jazziger Art – und darüber hinaus. Das äußerst großartige “Beyond Jazz”-Festival JUST MUSIC, das an diesem Freitag und Samstag wieder im Kulturforum am Schillerplatz stattfindet, will aufwecken und aufhorchen lassen, Bekenntnis sein zu einer lebenswerten Welt trotz  biestiger Bedingungen. JUST MUSIC will zusammen mit herausragenden MusikerInnen aus aller Welt ein Fest feiern, um das Miteinander zu zelebrieren: Das Miteinander von Publikum mit offenen Ohren und großer Neugier, und Musikerinnen, die für ihre Musik alles geben sowie Veranstaltern, die alle zusammenbringen.  Drei Konzerte an einem Abend, drei immer außergewöhnliche Erlebnisse, und ein Festival in immer sehr besonderer, so knisternder wie entspannter Atmosphäre. Genau das Richtige für Entdecker, für Kenner und für einfach nur Neugierige, die bereits sind, sich mal auf etwas einzulassen. Um 19.30 Uhr geht´s jeweils los am Freitag und Samstag, an beiden Abenden stehen drei ganz unterschiedliche spannende Konzerte auf dem Programm. www.justmusic-festival.com

Lauschen und Gedenken. Beim Daniel-Honsack-Gedächtniskonzert stehen die Musikerinnen Tomomi Motomura und Kana Takeuchi am Freitag, 23. Februar, um 20 Uhr in Biebrich auf der Bühne im Trausaal der Biebricher Ortsverwaltung.

Zum Brüllen. Durch das Programm führt Berhane Berhane, von dem die Presse schrieb: „Er soll das neue Licht auf Deutschlands Comedybühnen und da ist er auf im Wiesbadener Comedy Club im thalhaus genau richtig. Sein Name ist Berhane Berhane. Klug, witzig, und tanzen kann er auch noch. Na dann sind wir gespannt, ob er nochmal wiederkommt oder gleich auf dem Bildschirm zu sehen ist. Beginn um 20 Uhr im thalhaus.

Theatererlebnis. Keine leichte Kost, aber das Freie Theater Wiesbaden mal anders als gewohnt: Drei Schauspieler sind auf der Suche nach Antworten. “Am Ende bleibt Schweigen” zeigt ihre Suche und das, was davon übrig bleibt – nach der am Donnerstagabend kräftig gefeierten Premiere heute um 19.30 Uhr erneut im Kulturpalast.

Hendrix im EXIL. Man kann sich schon mal dran gewöhnen, dass in der Nerostraße 24 im ehemaligen Gestüt Renz nun wieder regelmäßig Leben stattfindet. Das Walhalla im EXIL macht, so Mitgestalter Simon Hegenberg, einfach alles. Und  heute ist eben Konzert dran. Gechillter Blues wird da geboten. “Henderson plays Hendrix (Trio)” steht auf der Bühne. Frontman Tyler Henderson Baujahr 70 und aus Manhattan, Kansas, tourte seit 1994 durch Deutschland. Ein Abend mit authentischem Blues. unverfälscht und zeitlos. Und schön. Los gehts um 20.30 Uhr, die coole EXIL Bar hat ab 19 Uhr geöffnet.
Techno-Lichter aus. Bitter für die Fans und für das Nachtleben insgesamt. Das New Basement in der Schwalbacher Straße schließt. Heute wird zum allerletzten Mal getanzt im Kellerclub bei der Closing Party.
Schweinefuss? Ja, genau, das ist der Name eines Ladens, die man nicht unbedingt auf dem Schirm hat, aber haben sollte.  Wiesbadens Studenten feiern regelmäßig dort Parties und die Abende sollen so cool wie der Name sein. Heute gibts Pop & Wave. Von Sythi über Dark bis NDW. Vielleicht mal ne Chance am Kaiser-Friedrich-Ring auszugehen. Offen ab 22 Uhr.
Semester-Deadline feiern. Wochenlang habt ihr nichts anderes getan, als in der Bib zu schwitzen, von Heulkrämpfen geschüttelt euren Mitbewohner*innen auf die Nerven zu gehen und eure Dozent*innen zu beknien, die Deadline für die Hausarbeit doch noch um einen Tag zu verschieben?  Habt ihr gut gemacht. Zur Belohnung bietet der Hochschule RheinMain-AStA in Kooperation mit dem Kulturpalast Wiesbaden die Grand Semester Ending Party. Denn wenn man ehrlich ist, ist das Semesterende doch ein besserer Grund zu feiern, als der Beginn, oder? Abgetanzt wird dieses Mal zu einem bunten All-Styles-Mash-Up. Hier ist garantiert für jeden was dabei! Studi-Gedeck: Astra + Berliner Luft: 3€.
Sugar Baby. Ganz lange gab es hier leckere Thai Gericht. Nun gibts Musik. Na denn. Heute – Newschool with Sugar.  DJ Moe bringt genauso wie sein Vorgänger im zweiten Teil der New school with Sugar Party reihe die Bar zum Beben! Mit den besten Hip Hop Sounds aus den 2000ern. In der schönen Taunusstraße.

SAMSTAG

Letzte Kunst-Chancen. „Der Garten der Avantgarde“ heißt die noch bis zum 25. Februar. laufende Ausstellung im Museum Wiesbaden. Der bedeutende Kunstsammler Heinrich Kirchhoff sammelte ab 1914 Gemälde dieser Zeit und stellte sie in der damals eigens dafür erbauten Villa in der Beethovenstraße 10 aus.

International frühstücken. Und etwas über zweisprachige Erziehung erfahren. Dazu lädt der Verband binationaler Familien herzlich ein. Bei einem gemütlichen Petit Déjeuner, Breakfast oder Primacolazione geht es um Erfahrungsaustausch und themenorientierte Arbeit. Die Referentin Szilvia Keilani bringt zwischen Café und Brötchen das Thema “In vielen Sprachen zu Hause – mehrsprachige Erziehung” mit. Für alle, die am Frühstückstisch mehr als nur hessische sprechen. Für Essen, Trinken und Kinderbetreuung ist gesorgt. Beginn ist um 10 Uhr im Wellritzhof, Wellritzstraße 21.

Schusssicher. Die acht besten Teams messen sich beim Bundesligafinale Bogen in Wiesbaden und ermitteln in der Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit den Deutschen Mannschaftsmeister. Los geht es um 12.50 Uhr mit der ersten Partie. Zuschauer können sich auch selbst am Bogen versuchen.

Kinski im EXIL. Man muss schon eine gehörige Portion Neugier mitbringen, um diesen Film zu überstehen. So kennen wir ihn, schräg, nuschelnd, kreischend. Das alles sieht man auch im Film “Kinski – Jesus Christus Erlösung”. Ein Film über eine Rezitation von Klaus Kinski, uraufgeführt im Jahr 1971. Thema ist das Neue Testament, der vorgetragene Text ist von Kinski selbst verfasst. Definitiv einmalig. Beginn um 19 Uhr im Walhalla im EXIL.

Letzter Playmobil-Ring. Unglaublich, aber wahr: Wagners „Ring des Nibelungen“ geht auch kurz und knackig – und kann sehr komisch sein! In 80 kurzweiligen Minuten passiert, wofür Wagner 16 Stunden brauchte: Liebe, Mord, Intrigen, Walkürenritt und Wotans Abschied. Und zum Schluss ein fulminanter Weltuntergang. Das Ganze natürlich mit Original-Wagner-Soundtrack! Das Sängerensemble hat keine Launen und wird nie krank: Es besteht aus spielfreudigen Plastikfiguren. Die „Playmobilshows“ der Dramaturgin Dagmar Borrmann sind inzwischen Kult. „Der Ring des Nibelungen“  ist ein Muss für alle Wagner-Fans. Und die, die es werden wollen. Und die, die noch gar nicht wissen, dass sie es werden wollen. sensor präsentiert das Ereignis zum letzten Mal am Samstag, 24. Februar, um 19.30 Uhr (Einlass 19 Uhr) im Theater im Pariser Hof, Spiegelgasse 9,

Shoegaze-Konzert. Seit 2012 existiert das Berliner Trio Jaguwar (Foto oben) um Oyèmi und Lemmy. 2014 stieß Drummer Chris dazu und komplettierte die aktuelle Besetzung. Bisher veröffentlichten sie zwei EPs beim US-Label Prospect Records, gaben ungezählte Konzerte in UK, Dänemark, Frankreich, Serbien, Deutschland etc. Sie teilten die Bühnen mit Acts wie We Were Promised Jetpacks, Japandroids oder The Megaphonic Thrift und sorgten für pfeifende Ohren und glückliche Gesichter. 2017 zogen sie sich mit einer beträchtlichen Anzahl von Effektgeräten, Gitarren, Bässen und Verstärkern sowie genügend Kaffee und Zigaretten als Stärkung ins idyllisch im bayerischen Hof gelegene Tritone-Studio zurück und begannen die Aufnahmen zu „Ringthing“. Genretypisch wurde Schicht auf Schicht gelegt und, ebenso genretypisch, musste der ein oder andere Abgabetermin verschoben werden. Aber das Warten hat sich gelohnt: Noch mehr Noise und noch mehr Pop. Heute im Kulturpalast.

Immer das Gleiche. In ergreifenden Dialogen zwischen Mann und Frau wird das brisante Thema der geheimen Kammer in die Gegenwart transportiert und in atmosphärischen Gruppenbildern hochaktuell inszeniert. Für Paare wie Singles ein auf- und anregendes Event. Nach einer Vorlage des Märchens „Der Blaubart“. Um 22 Uhr im Galli Theater.

SONNTAG

Happy Sunday. Happy Wiesbadener. Es ist ein bunter Haufen, dieser Ort, der sich ZR6 nennt. Ein Kulturverein, gegründet mit allen, die da wohnen. Und dann haben sie auch noch viele Leute, die alles mögliche machen. Genauso bunt wie die Leute, ist auch das Programm. Gestern noch ausverkaufter Poetry Slam, heute Yoga. Das alles gibts im neuen Kulturzentrum ZR6 im Westend.  Soft Flow und Relax gibts Sonntag Vormittag. Mitmachen kann jeder, auch wenn man nicht weiß, was der Krieger, das Dreieck oder die Kobra mit Yoga zu tun haben. Alle, die Spaß an Bewegung haben oder auch einfach nur mal schnuppern wollen, sind willkommen. Beginn ist um 10.30 Uhr am Zietenring 6 im ZR6.

Nächste Generation – schon museumsreif. Die Mozart Gesellschaft Wiesbaden tut einiges, um auch ein neues Publikum anzusprechen und auch, um eine neue Musikergeneration auf die Bühnen zu holen. Neu ist das Konzertformat „Podium junger Künstler“. An einem Sonntagvormittag um 11 Uhr kann es eine hervorragende Idee sein, den Saal des Museum Wiesbaden anzusteuern. Den Anfang der neuen Reihe machen  die ukrainische Violinistin Elizaveta Fediukova und der in Usbekistan geborene Pianist Nuron Mukumi mit einem Programm von Mozart über Mendelssohn Bartholdy bis zu Brahms. Beide Ausnahmekünstler begannen schon in frühester Kindheit auf ihren Insturmenten und standen schon als Fünf- bzw. Siebenjährige auf Konzertbühnen, beide haben beeindruckende internationale Ausbildungswege bestritten und sind mehrfach preisgekrönt. www.mozartwiesbaden.com

Weltgästeführertag. “Menschen, die Geschichte schrieben” lautet das Motto des diesjährigen Weltgästeführertages. Die Gästeführer der Stadt Wiesbaden möchten Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste der Stadt aus diesem Anlass um 11 Uhr in den Wintergarten des Kurhauses einladen, um dann zwei Menschen zu präsentieren, die in der Stadt Wiesbaden Geschichte geschrieben haben. Ausgehend von einem kurzen Rückblick auf den ersten Kurdirektor Ferdinand Hey´l, plaudert Henning Wossidlo, der letzte Kurdirektor Wiesbadens, aus dem facettenreichen Fundus seiner ganz persönlichen Erlebnisse mit prominenten Künstlerinnen und Künstlern, von populären Veranstaltungsorten und beeindruckenden Bauprojekten.

Streich-Theater. Hans Glück ist ein drolliger, freundlicher Einfallspinsel, der liebenswürdig und mit großen Augen die Welt und ihre Bewohner bestaunt. Er spielt seinem Lehrer sechs Streiche. Er lernt, dass man vom hohen Ross tief fallen kann, die Milch nicht aus dem Tetrapack kommt und Nilgänse sehr gesprächig sind. Da auch das Handwerk des Scherenschleifers heute keinen goldenen Boden mehr hat – es wird ja nichts mehr repariert –  kehrt er nach vielen Abenteuern ohne Gold zu seiner Mutter zurück. Obwohl er alles verloren hat, findet er hier sein großes Glück: sich selbst und die Familie. Zu sehen für Kinder ab 4 im kuenstlerhaus43 um 15.30 Uhr.

Trilogie-Ausfall. Wegen einer Erkrankung im Ensemble muss die Vorstellung »Römische Trilogie« am Sonntag, den 25. Februar, um 19.30 Uhr im Kleinen Haus des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden leider entfallen. Bereits gekaufte Karten können gegen eine andere Vorstellung getauscht oder zurückgegeben werden. Besucherinnen und Besucher können sich an die Theaterkasse oder an die entsprechende Vorverkaufsstelle wenden.

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