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6 Tage Spannendes in Wiesbaden hören – hr2-Hörfest Wiesbaden startet am 23. Januar mit Doris Dörrie

Schon zum 17. Mal verwandelt sich Wiesbaden in eine Art akustisches Laboratorium. Hörspielkünstler, Geräuschemacher, Instrumentenbauer, Rockbands, Sänger, Schauspieler, Autoren, Musiktherapeuten und Filmemacher werden vom 23. bis 28. Januar an unterschiedlichsten Spielorten mit ihren Stimmen große und kleine Wiesbadener in unterschiedlichste Welten entführen und begeistern. Damit hat das hr2-Hörfest Wiesbaden eine lange Tradition, ohne dabei auch nur irgendwie langweilig zu werden. 

Die Stimme – der Star des Festivals

Die Stimme ist etwas wundervolles und einzigartiges und sie hat nahezu unbegrenzte Möglichkeiten. Und ebenso vielfältig wie die Stimme ist auch das, was man damit anstellen kann – Kleinkunst, Comedy, Sprachforschung, Musik und Ton. Das hr2-Hörfest nimmt seine Besucher mit zu den unterschiedlichsten Veranstaltungen und verspricht vorab schon mal 3 Highlights. Dazu gehören die große „hr2-Hörgala“, das „Labyrinth des Hörens“ und die Verleihung des „Hörbuch-Preises der Landeshauptstadt Wiesbaden“ für das beste Kinder- und Jugendhörbuch des Jahres. Bei einem Blick in das umfangreiche Programm findet aber sicher jeder seine eigenen Favouriten.

Eine Gala für die Ohren

Bei der hr2-Hörgala handelt es sich um eine bunt gemischte Kleinkunstrevue. Die A­capella­Band Delta Q, das Duo Carrington­Brown und die Kabarettisten Anka Zink und Frank Lüdecke sorgen für humoristische Unterhaltung. Frank Lüdecke zählt zu den besten des deutschen Kabaretts und wirft einen vergnüglichen Blick in die Seele zivilisationsgerechter Mitteleuropäer.

Beim „Labyrinth des Hörens“ gewährt Jan Heinke Einblick in die Geheimnisse der Stimmforschung und lädt dazu ein, neue Gesangstechniken auszuprobieren. Die Besucher werden aktiver Teil seiner For­schungsarbeit, indem sie ihre eigenen Stimmen auf ungewohnter Reise begleiten. Was Musik für Menschen mit Demenz bedeutet vermittelt dann die Musiktherapeutin Dorothea Muthesius. Und die Sopranistin Christina Maria Schauer lässt Besucher deren eigene Stimme erkunden, in dem sie am eigenen Körpfer erleben, wie ein Sound mit Hilfe von Atem, Lippen und Resonanzraum entsteht.

Die Bibel als Hörspiel

Wie vielfältig das Festival aufgestellt ist, zeigt auch das Bibelhörspiel, das es in der Kirche St. Birgid zu erleben gibt. Barbara Honigmann hat den Stoff des biblischen Buches Esther zu einem sehr spannenden Hörspiel verarbeitet. Sie möchte mit den Hörern in den Dialog treten und fragen, ob die erzählte Geschichte die Menschen heute noch berührt und bewegt. Dieses Hörspiel ist ein Teil aus der Reihe „Liturgie fürs Ohr“, dem Bibel-Projekt von hr2-kultur, in dem 18 Hörspiele öffentlich aufgeführt werden.

Wie kommen eigentlich die Geräusche in den Film?

Wer immer schon mal einem Geräuschemacher auf die Finger bzw. Füße schauen wollte, der ist bei der Vorführung des Films „Das kleine Gespenst“ genau richtig. Im Anschluss an den Film erklärt der Hamburger Geräuschemacher Martin Langenbach nämlich wie z. B. das Kettenrasseln oder das Getrappel von Füßen in den Film kommt.

Auch spannend für die kleinen Zuhörer ist die Verleihung des Hörbuch Preises der Stadt Wiesbaden. Er geht an das Hörbuch von Kai Pannen, der in „Mach die Biege, Fliege“ die Abenteuer der wundervollen Freundschaft zwischen einer Stubenfliege und einer Spinne erzählt. Begleitet wird die Preisverleihung von einer Mitmach-Show für die ganze Familie. RADAU!, die Rockstars aus KIKA und dem Kinderradio, werden die Bühne rocken und Eltern und Kinder gleichmaßen zum Swingen bringen.

Sound Experimente an Wiesbadener Schulen

Das Ergebnis ihrer kreativen Hör- und Klangprojekte präsentieren im Rahmen des Hörfestes acht Wiesbadener Schulklassen unter dem Titel „Klänge – Sounds – Geschichten“. Die Schüler haben zusammen mit Wiesbadener Künstlern mit Alltäglichem wie Plastik, Papier und Flaschen, aber auch mit ihren eigenen Stimmen und Geräuschen experiment und dazu eigene Klanggeschichten entwickelt.

Filme für die Ohren

Und auch die Filme dürfen bei diesem Hörfest nicht zu kurz kommen, wobei sie alle etwas mit Tönen und Geräuschen zu tun haben. „Zeit für Stille“ nimmt den Zuschauer mit auf eine faszinierende Reise um die Welt – von der traditionellen leisen Teezeremonie in Kyoto hin zu den lautesten Straßen der Welt in Mumbai.

John Travolta spielt eine der Hauptrollen in „Blow Out – der Tod löscht alle Spuren“. Die Story: Jack Terry zeichnet Geräusche für Horrorfilme auf und wird eines Nachts Zeuge des tödlichen Unfalls des Präsidentschaftskandidaten McRyan. Doch seine Aufnahmen erzählen eine andere Geschichte, als die eines Unfalls.

Und „Melody of Noise“ zeigt Musiker, denen das Bestehende nicht genügt und die sich neuen, noch nie gehörten Klängen verschrieben haben.

Eine tolle Zusammenstellung von vielen unterschiedlichen Gelegenheiten zum Hinzuhören. Und der Beginn ist so vielversprechend wie das ganze Programm – Los gehts mit dem Dokumentarfilm der Filme­macherin, Autorin und Vorleserin Doris Dörrie im Caligari um 17.30 Uhr mit ihrem Film „Dieses schöne Scheißleben“ und einer anschließenden Lesung in der Villa Clementine.

Veranstaltet wird das Festival von das breit gefächerte Festival von hr2-kultur, dem Kulturamt Wiesbaden in Kooperation mit dem Hessischen Staatstheater Wiesbaden und weiteren Partnern. Alle Infos, Termine und Veranstaltungsorte gibt es unter www.hr2.de/hoerfest oder www.wiesbaden.de/hoerfest. Die Veranstaltungen des hr2-Hörfestes Wiesbaden 2018 werden übrigens aufgezeichnet und in hr2-kultur gesendet. (nil/Fotos Veranstalter)