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Geschäft des Monats: M41 Repair Café, Moritzstraße 41

Von Anja Baumgart-Pietsch. Fotos Kai Pelka.

Die Kundin ist zufrieden: Das Radio spielt wieder, der Wasserkocher dampft. Gleich zwei Geräte hat Yassine Djelassi repariert – und es ging ganz fix. Der junge Tunesier ist Mitarbeiter im „M41“, Wiesbadens neuestem Repair-Cafe. Von diesen gibt es mittlerweile fast in jedem Vorort eines. Im Westend war das erste, schon 2013 haben Klaus Wollner und Manfred Rosental damit angefangen. Dort gibt es auch immer noch eins, genau wie im Schelmengraben, in Kastel, Bierstadt, Klarenthal und noch einigen anderen Orten. (mehr …)

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Das Summen der Stadt – Imker/n in Wiesbaden

Von Laura Ehlenberger. Fotos Ivgenia Moebus.

Es ist ein warmer Tag im August. Bekleidet in voller Imker-Montur, kümmert sich Luise Kinder gerade um den Schutz ihrer summenden Honigproduzenten. Ein besonderer Schädling, die Varroamilbe, macht den Bienen seit geraumer Zeit, genauer gesagt seit den 1970er-Jahren, das Leben schwer – Aufgabe der Imker ist es, die Tiere davor zu schützen. Dabei kommt Ameisensäure zum Einsatz, die allmählich im Bienenstock verdunstet, um den unliebsamen Parasiten fernzuhalten. Behutsam geht die Jungimkerin vor, unterdes schwirren die fliegenden Tierchen in großer Zahl um sie herum, darunter weibliche Arbeiterinnen – und Drohnen, die Männer im Bienenvolk. „Man erkennt sie an ihrer Größe“, weiß Kinder, nimmt einen von ihnen zärtlich auf ihre Hand und verrät: „Sie können nicht stechen, die Weibchen schon.“ Davon bleibt auch ein erfahrener Imker nie vollkommen verschont. Etwa 40.000 Bienen, vier Bienenstöcke, sind es aktuell, um die sich die Wiesbadenerin kümmert. (mehr …)

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Geschäft des Monats: Marinedepot, Rheingaustraße 51, Wiesbaden-Schierstein

Von Anja Baumgart-Pietsch. Fotos Kai Pelka.

„Sie können so eine Yacht, inklusive Anhänger fürs Auto, für 34.000 Euro bekommen“, sagt Bodo Günther. Darauf legt der Inhaber des gleichnamigen „Marinedepots“ in Schierstein Wert: Seine Kunden sind keine „Milliardäre“. Auch wenn man den Besitz einer Yacht immer mit Superreichtum gleichsetzt: „Ein gebrauchtes Boot ist schon für 5000 Euro zu haben.“ Natürlich ist das Boot selbst nicht alles. Man benötigt den entsprechenden Führerschein, den Liegeplatz und allerlei Zubehör. Aber „superreich“ muss tatsächlich niemand sein, um Kunde bei Bodo Günther und seinem Sohn Kai zu werden. Das „Marinedepot“ eröffnete der Vater in den achtziger Jahren in Schierstein. Nach dem Start in Frankfurt verlegte er sein Geschäft hierher, wegen der Nähe zum Rhein. „Jetzt sind wir in ziemlich weitem Umkreis die Einzigen mit diesem umfangreichen Angebot“, sagt er. Wer möchte, kann sich hier auch einfach eine hochwertige Allwetterjacke, einen Fleecepullover guter Qualität, Gummistiefel oder rutschfeste Schuhe kaufen, eine Schiffsglocke zur Dekoration oder auch bestimmte, spezielle Schrauben und andere Kleinteile, die nicht nur bei Booten eingesetzt werden können. (mehr …)

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Das Repair Café on Tour neu mit fester Bleibe: Am Donnerstag öffnet das “M41” in der Moritzstraße!

Das ehemalige Repair Café on Tour ist sesshaft geworden und lädt am Donnerstag, 3. August, ab 19 Uhr zur Eröffnung der festen Werkstatt in die Moritzstraße 41 ein. Damit wird aus dem Repair Café on Tour das neue „M41 Repair Café“. Das Ziel ist jedoch geblieben: Dinge reparieren statt wegwerfen. So trägt das Repair Café in besonderer Weise zum Schutz von Umwelt und Ressourcen bei. Auch Umweltdezernent Andreas Kowol begrüßt diese Idee und kommt zur Feier. Geleitet und organisiert wird das M41 Repair Café von einem transkulturellen Team bestehend aus Wiesbadenern sowie wie aus geflüchteten Menschen. Neben Elektrogeräten werden aber auch Spielsachen, Textilien und andere Gegenstände nach Möglichkeit wieder instand gesetzt. Dabei bietet das M41 auch Hilfe zur Selbsthilfe an. Mit etwas Know-How, Kreativität und Geschick lässt sich so manches defekte Lieblingsstück wieder herstellen. Die Öffnungszeiten sind montags und dienstags von 16 bis 19 Uhr. (leh/Foto M41 Repair Café)

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So wohnt Wiesbaden: Almut Kocher, Kloppenheim, Photovoltaik als Statement

Von Stefanie Pietzsch. Fotos Rainer Hefele.

Vor vier Jahren tauschte Almut Kocher das Leben in einer alten Kloppenheimer Hofreite gegen ein anderes: Sie kaufte ein paar Straßen weiter kleines Stadthaus aus dem Jahre 1907, das sie kernsanierte. Schon beim Umbau legte die Diplom-Psychologin viel Wert auf nachhaltigen Umbau. „Die Eichentreppe hat hundert Jahre gehalten und wird wahrscheinlich noch mal so lange stehen“, erzählt sie. Seit vielen Jahren ist Almut Kocher bei Attac Mainz in der Ökologie-Gruppe. Dass heute eine Photovoltaik-Anlage auf ihrem Dach steht, war zwar nicht von Anfang an geplant, ist für sie jedoch ein Statement. (mehr …)

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Das Fahrrad feiert Geburtstag: Die Handwerkskammer blickt ab Mittwoch zurück – auf spannende 200 Jahre!

Das Fahrrad wird 200 Jahre alt – anlässlich dieses besonderen Jubiläums präsentiert die Handwerkskammer vom 5. bis zum 19. Juli eine Zwei-Rad-Ausstellung. Zu bestaunen gibt es hier historische Fahrräder, die einen Blick auf die spannende, 200 Jahre alte Geschichte des umweltbewussten Transportmittels liefern. Aktuelle Exponate zeigen zudem wie technisch die heutigen Fahrräder sind. Und das Rhönrad erweitert das Spektrum auf sportliche Ein-Räder. Am Dienstag, 4. Juli, um 18.30 Uhr, feiert die Ausstellung ihre Vernissage. Hierzu ist eine Anmeldung erbeten: veranstaltungen@hwk-wiesbaden.de.

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Lebenswege: Kräfte, Quellen, Grenzen – Sigrid Schellhaas ist eine der bekanntesten Heilpraktikerinnen der Stadt

Von Clia Vogel. Foto Cornelia Renson.

Die Heilpraktikerin Sigrid Schellhaas, seit der Gründung Vorsitzende des Wiesbadener Frauengesundheitszentrums Sirona, hat einen Platz im wichtigsten gesundheitspolitischen Gremium Deutschlands, dem Gemeinsamen Bundesausschuss. „Dieser Ausschuss entscheidet, welche Leistungen die gesetzlichen Kassen übernehmen und gestaltet so unser Gesundheitssystem. Mitglied sind die Vertreter aller gesetzlichen Kassen, der Ärzteschaft, der Ministerien und die Patientensprecher“, erklärt sie. Sigrid Schellhaas vertritt, gemeinsam mit verschiedenen Ärzten, die Patienten: „Ohne medizinisches Fachwissen könnte man in diesem Gremium nicht mitreden.“ (mehr …)

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Unter der Haube: Jörg Schäfer weiß, worauf es bei Oldtimern ankommt

Von Mara Braun. Fotos Nele Prinz.

Die Anschrift seiner Werkstatt in Erbenheim hätte Jörg Schäfer sich kaum besser ausdenken können: „Rennbahnstraße ist schon toll“, sagt der Kraftfahrzeugtechniker-Meister. Nur einen Nachteil hat die Adresse: Ein paar Hundert Meter weiter residiert ein Abschleppunternehmen. „Die Leute sehen hier Autos und landen mit ihrem Frust oft erst bei uns auf dem Hof“, erzählt er lachend. Seit 2013 führt Schäfer das „Schraubwerk65“, zunächst mit einem Kompagnon, der 2016 gesundheitsbedingt aussteigen musste. Ein festangestellter Geselle und ein Azubi unterstützen den Autoliebhaber, der auf Oldtimer spezialisiert ist. Kollege Lorenz Ehrhardt ist als Freischaffender in der Werkstatt. Deren Name bezieht sich auf die gemeinsamen Ziffern der Wiesbadener Postleizahlen. Und Schraubwerk? Wieder lacht Schäfer. „Wir haben lange getüftelt. Am Ende hat sich der Name herauskristallisiert. Er regt zu Fragen an, das ist gut.“ (mehr …)

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Aus der (T)raum: Das Kunsthaus soll saniert werden – die ansässigen Künstler verlieren ihre Arbeitsstätten

Von Laura Ehlenberger. Fotos Ivgenia Möbus.

In einem der großen, hellen Atelierräume sitzen sie auf einer alten Sofagarnitur beisammen: fünf Wiesbadener Künstler. Ihre Blicke lassen erahnen, welcher Ungewissheit sie sich in der momentanen Situation zu stellen haben. Seit gut zweieinhalb Jahren verfügt jeder von ihnen über ein eigenes Atelier im Kunsthaus. Mit Leidenschaft eingerichtet, nutzen sie ihre Räume zum Planen, Gestalten und Ausstellen. Nicht mehr lange. Nun sind sie dazu gezwungen, ihren Arbeitsplatz aufzugeben – denn dem in die Jahre gekommenen Gebäude steht eine umfangreiche Sanierung bevor. (mehr …)

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Geschäft des Monats: Chichino, Nerostraße 36

Von Anja Baumgart-Pietsch. Fotos Samira Schulz.

Chichino klingt irgendwie exotisch. Ist es aber gar nicht: Chichi-No! Also kein „Chichi“ Das hat sich Angelika Platte bei der Namensgebung ihres Modelabels gedacht. Chichi – laut Wikipedia „unnötiges Zubehör, siehe Firlefanz, Kokolores, Tand“ – gibt es nämlich wirklich nicht im Programm dieses cleanen, straighten Labels aus Wiesbaden. Angelika Platte hat es 2008 gegründet, seit 2010 residiert sie in der Nerostraße – „mein Kiez“, sagt sie. In der Tat fühlt sie sich hier gut vernetzt und arbeitet gerne mit anderen Kreativen zusammen: Fotografen, Galeristen, Tänzern. So ließ sie schon mal eine Kollektion von Tänzern des Staatsballetts tragen, die darin natürlich auch tanzten – im Pariser Hoftheater oder in der Galerie Rother Winter. (mehr …)

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Lebenswege: Tonton, der Meistertrommler aus Guinea, hat sein Glück gefunden – und verbreitet es weiter

Von Carola Pahl. Fotos Nele Prinz.

Das westafrikanische Guinea ist eine Militärdiktatur mit einer Analphabetenrate von 56 Prozent, einer Lebenserwartung von 42 Jahren und Platz 139 von 167 auf der Korruptionsskala von Transparency International. Wie wird man international anerkannter Meistertrommler, wenn man in diesem Land geboren ist? Mit Talent, natürlich. Aber auch mit Glück. Tonton ist ein  Meistertrommler, ein Djembefolla aus Guinea. Tonton ist sein Künstlername, es bedeutet so viel wie „Onkel“ im guten, respektvollen Sinn. Mit viereinhalb Jahren musste Tonton auf die drei Kinder, die seine Mutter mit ihrem neuen Mann hatte, aufpassen. Sie ließen ihn den ganzen Tag allein, abends schlug ihn der Stiefvater. Er flüchtete zur Oma, wo es ihm nicht besser erging. Er musste putzen und durfte nicht zur Schule gehen. (mehr …)

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So wohnt Wiesbaden: Peer „Auxpeer“ Koch – Glücklich im Kreativ-Refugium

Von Mara Braun. Fotos Jason Sellers.

„Dieses Haus hat einfach Seele. Das mag ich so daran!“ Peer Koch bewegt den Arm durch die Luft, als wolle er die Außenwände des Kutscherhäuschens berühren. Die Bewegung bezieht auch alles mit ein, was um das Haus herum ist: den verwunschen wirkenden Garten voller Efeu, die Terrasse, den Himmel über Sonnenberg. Knapp zwei Jahre wohnt der kreativschaffende Künstler und Designer in seiner Räuberhöhle vor den Toren der Stadt. „Die Wohnung war ein Glücksfall.“ Wer das Grundstück durch das eiserne Hoftor betritt, lässt das Vorderhaus links liegen, um AUXPEER, so Kochs Künstlername, zu besuchen. Im Hof: die ehemalige Garage der Kutsche, für den passionierten Radfahrer eine Art ausgelagerte Riesenabstellkammer. (mehr …)