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Editorial Dezember/Januar-sensor: Ist es Ihnen auch egal, ob Sie in Wiesbaden oder in Mainz wohnen …

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Ist es Ihnen auch egal, ob Sie in Wiesbaden oder in Mainz wohnen, liebe sensor-Leser?

Mir nicht! Dem OB aber schon. Nicht unserem. Dem Mainzer. „Es ist doch egal, ob einer in Wiesbaden oder Mainz wohnt.“ Hat er gesagt neulich. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Ich besuche Mainz sehr gerne, „lebe“ dann sozusagen auch dort, habe ganz selbstverständlich Freunde da und halte die angebliche Rivalität für komplett albern. Aber Wohnen in Mainz, das käme für mich nicht in Frage.

Wohnen will ich in Wiesbaden. In der Stadt, in der ich geboren wurde und aufgewachsen bin. In der Stadt, in die ich, nach Weg- und Umzügen quer durchs Land und aus dem Land hinaus, nach Abi und Zivildienst umso überzeugter zurückgekehrt bin. Die Stadt, in der ich lebe und arbeite, einschlafe und aufwache, in der ich Familie und beste Freunde habe. All das und noch einiges mehr – ja, auch das Gefühl, dass hier gerade einiges passiert, dass jede Menge Neues entsteht und sich vieles, was mir bisher fehlt(e), entwickelt – machen Wiesbaden zu der Stadt, in der ich auf absehbare Zeit wohnen bleiben will. Was nicht heißt, dass ich Wiesbaden nicht auch immer mal wieder gerne verlasse. Und sei es nur in Richtung Mainz. Die – ja, Sie lesen richtig – enge Verbundenheit zwischen Wiesbaden und Mainz ist, passend zum Fest der Liebe, das große Thema dieser Ausgabe.

Ob Wiesbaden, Mainz oder sonst wo: Wo zu wohnen, heißt im besten Falle auch, sich dort einzubringen, sich zumindest dafür zu interessieren, was in der und mit der Stadt geschieht, in der man wohnt. Bei den Wiesbadenern halte ich dieses Interesse für, sagen wir mal, ausbaufähig. Klar gibt es immer ein paar, meistens die immer gleichen, die sich zu Wort melden. Und sei es nur in den einschlägigen Facebook-Gruppen, wo man natürlich schnell sein glasklares und unumstößliches Dafür zum Thema X und sein ebenso unerschütterliches Nein zum Thema Y hineingetippt hat. Aber das Gefühl, dass die Stadtgesellschaft wichtige Themen – und daran mangelt es derzeit in Wiesbaden gewiss nicht – wirklich und ernsthaft – und: miteinander – diskutiert, das fehlt mir oft. Fehlt es an denen, die eine Meinung haben und äußern? Oder fehlt es an Gelegenheiten, wo man Position bestimmen und beziehen kann?

Die Stadt  startet nun ein Angebot an uns, die Wiesbadener, uns stärker einzubinden. Am  Freitag, 28. November, sind alle um 19 Uhr ins Rathaus eingeladen zur „ersten öffentlichen Informationsveranstaltung zur Bürgerbeteiligung in Wiesbaden“. Hinter der etwas sperrig klingenden Einladung lauern konkrete Versprechen wie:  „Bürgerbeteiligung soll höheren Stellenwert erhalten.“ „Mehr Transparenz, Information und Mitwirkung.“ „Bürger werden mit ins Boot genommen“. „Über Veranstaltungen, Workshops, Online-Portal und jede Menge Gespräche mit Einwohnern sollen bis Ende 2015 Leitlinien zur zukünftigen Bürgerbeteiligung vereinbart werden.“

Mein Vorschlag: Gehen wir mal da hin und nehmen die Stadt beim Wort. (Infos auch unter www.wiesbaden.de/buergerbeteiligung) Bringen wir uns ein. Auf dass wir in Wiesbaden nicht nur wohnen, sondern auf dass wir in Wiesbaden gut und genau deshalb gerne wohnen.

Dirk Fellinghauer, sensor-Brückenbauer

PS: Dieser Doppel-sensor begleitet Sie durch die Monate Dezember und Januar. Ab Februar 2015 machen wir dann wieder monatlich weiter. Und schon  am 25. Januar um 12 Uhr machen wir im Walhalla mit „Der visionäre Frühschoppen“ weiter. Der Countdown läuft auf www.wiesbadenervisionen.de/der-visionaere-fruehschoppen

– Foto: Katharina Dubno – 

Ein Kommentar “Editorial Dezember/Januar-sensor: Ist es Ihnen auch egal, ob Sie in Wiesbaden oder in Mainz wohnen …

  1. Nein, ich wohne nicht in Wiesbaden; ich wohne in Mainz-Kostheim und fühle mich und werde mich immer fühlen als Mainzer. Trost spendet mir, daß ich in 5 Minuten im Herzen von Mainz bin, was ich in Ebersheim oder Laubenheim nicht wäre. Von Wiesbaden erwarte ich leider gar nichts mehr – im günstigsten Fall soll uns Wiesbaden einfach nur in Ruhe lassen.

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