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Geschäft des Monats: JuMa Aquaristik, Boelckestraße 81 (Kastel) & Teufelssprung 6 (Kostheim)

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Von Anja Baumgart-Pietsch. Fotos Arne Landwehr.

„Die berühmte Baracke“, sagt Jürgen Herrmann und lacht.  An der ist wohl schon jeder mal vorbeigefahren. „JuMa Aquaristik“, das Schild an der Boelckestraße kurz vor Kastel, weist auf den Aquarien-Fachhandel von Jürgen Hermann und seinem Neffen Manfred Rühl hin. Von außen ist wirklich nur eine Wellblechbaracke, wenn auch mit buntem Fisch-Graffiti. Auch drinnen keine durchgestylte Optik – aber viele, viele Fische und Menschen, die mit Leidenschaft für sie sorgen. Halbschleierschwänze und Schmetterlings-Buntbarsche, „Micky Mouse-Platys“ und Phantomsalmler, Schwertträger, Goldfische, Kois und sogar Piranhas: Alles, was das Herz eines echten Aquarianers begehrt, findet sich im Süßwasser. Um die Ecke sind dann Salzwasseraquarien mit knallbunten Fischen zu bewundern: Die leuchten in Neonfarben, pink-orange oder blau-gelb oder gestreift, wie der „Nemo“ aus dem Film, der korrekt „Clownfisch“ heißt. „Als dieser Film im Kino lief, kamen viele und wollten so einen haben“, sagt Jürgen Hermann.

Aufklärung über hohe Anforderungen

Für ihn gehört es jedoch auch dazu, potenziellen Kunden nicht einfach einen Fisch mit Becken zu verkaufen, sondern auch auf die Anforderungen zu verweisen, die ein Aquarium an seinen Besitzer stellt. Es ist nicht nur Dekoration, sondern braucht Aufmerksamkeit: Filter säubern, Wasser wechseln, Pflanzen pflegen und auf die richtige Zusammensetzung seiner Insassen achten. Das ist für echte Aquarianer, wie Herrmann selbst einer ist, Bestandteil des Hobbys. Deswegen macht ihm auch die aufwendige Pflege seiner zahllosen Becken im Laden nichts aus, sondern sogar Spaß. Ganz früher hat der ausgebildete „Zoo- und Samenkaufmann“ – eine Berufsbezeichnung, die es so nicht mehr gibt – habe er einen Laden im „Wertkauf“ in Wiesbaden betrieben. Später dann die „Baracke“. Und weil es ja schon längere Zeit im Raum steht, dass im Petersweg ein Gewerbegebiet ausgewiesen werden könnte, hat er vorgesorgt und nur wenige Meter weiter in Kostheim, in der Straße Teufelssprung, ein zweites Geschäft angemietet. „Dann ziehen wir komplett dorthin um und beschränken uns ein bisschen mit dem Platz“, sagt Herrmann und erzählt noch ein bisschen von seinem Rundum-Service für Fischfreunde.

Salzwasser teurer als Süßwasser

Auf Wunsch richtet er ein komplettes Aquarium ein, liefert es ins Haus, befüllt und bepflanzt es und sorgt bei Bedarf sogar für den Umzug. Er hat Futter, Kies, Steine und Wurzeln, Filtermaterial, Lampen, Schränke, gebrauchte Aquarien – und alles für Süß- oder Salzwasserfreunde, wobei Letzteres sehr viel teurer ist. Aber dafür sind im Salzwasser die Fische eben auch viel bunter. Und man hat noch die Option, Korallen, Seeanemonen, Seeigel oder Seesterne, Einsiedlerkrebse und andere spannende Beckenbewohner einzusetzen. Im Kostheimer Teufelssprung ist „der Gerry“, Gerhard  Datz, zuständig für Terraristik. Er hat Raritäten wie den „Schrecklichen Pfeilgiftfrosch“ – der heißt wirklich so! –  oder die „Gelenkschildkröte“, Schlangen und Vogelspinnen, Geckos und Leguane, Kornnattern oder Baumsteiger. Er züchtet auch gerne mal selbst, sagt Gerry, und zeigt ein Terrarium mit winzigen blauen Echsen. „Da bin ich auch nach 35 Jahren immer noch total gerührt, wenn die ausschlüpfen.“

Die Kundschaft des Ladens hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert,  sagt sein Chef Jürgen Hermann: „Früher hatten viele Kinder ein Aquarium. Jetzt sitzen die halt lieber am Computer.“ Also sind es eher die Älteren, die sich ein exotisches Haustier leisten – auch die, die eben früher als Kinder eins hatten und sich jetzt daran wieder erinnern. Die Reptilien und Vogelspinnen hingegen „werden jetzt oft von Familien gekauft“, meint Gerry. Die Mitarbeiter von JuMa finden das richtige Tier für jeden, ob kleines Aquarium oder Gartenteich, ob pflegeleichter Neon- oder Guppyschwarm oder seltener, teurer Koi. Und gibt es mal ein Problem, finden die „Fischköppe“, wie sie sich selbst liebevoll nennen, meist die Lösung. Die meisten Tiere sind übrigens europäische Nachzuchten, versichert Herrmann. In punkto Artenschutz ist alles wasserdicht. Aber von der ursprünglichen Herkunft her sind – gerade bei den Reptilien – alle Kontinente vertreten.

www.juma-aqua-terra.de

 

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