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Hey, hier kamen Die Toten Hosen! Vorhang auf für die sensor-Fotoschau – Black Devils-Sause

Von Dirk Fellinghauer.

„Das schlägt alles“, meint Dietmar Krah, als er die nicht enden wollenden Reihen beeindruckender Motorräder an der Murnaustraße entlangläuft. Der Mann, der in Jahren und Jahrzehnten Schlachthof und Kulturpark schon einiges erlebt hat, ist so schnell nicht zu beeindrucken. Aber das hier … so etwas hat Dietmar Krah, so etwas wie das, was die Black Devils hier zu ihrem 50. Geburtstag veranstaltet und ausgelöst haben, haben der Schlachthof und der Kulturpark, so etwas hat vielleicht sogar Wiesbaden wohl noch nicht erlebt.

Die Black Devils riefen, und Tausende aus ganz Deutschland, aber auch Europa, vor allem Italien, kamen, um das Jubiläum des vor 50 Jahren in Wiesbaden gegründeten Motorradclubs zu feiern – ausgelassen, deftig, fröhlich, friedlich (sensor-Fotoalbum hier), mit viel PS und auch reichlich Promille. Im Kulturpark gab es nicht nur die üblichen Bierstände, sondern auch Whiskystände. Hier war auch hochprozentiges Feiern angesagt.

Drei Tage und zwei Nächte lang bestimmten schwarze Kutten und unzählige Motorräder das Bild rund um Schlachthof und Kulturpark, der im hinteren Teil auch als Zeltplatz für die teilweise von weither angereisten Rocker diente . Die dicke Sause war, wie auch sonst abseits dieses Jubiläums manch „reguläre“ Veranstaltung zum Beispiel im Clubhaus in Taunusstein oder auch in Mainz, aber ausdrücklich offen für alle. Und so mischten sich auch „Zivilisten“ unters Feiervolk. Ein Höhepunkt der wilden Feierei war das ausverkaufte Clubkonzert der befreundeten Toten Hosen in der Schlachthof-Halle.

Und da war dann das „Kutten“-„Zivil“-Verhältnis schon deutlich ausgewogener. Rund 1000 der insgesamt knapp 2500 Tickets sollen frei verkauft worden sein für das sehr besondere Konzert. Hartgesottene Fans hatten schon nachts vor der Vorverkaufskasse campiert, wer beim regulären Verkauf leer ausging, hatte fast nur noch die Chance auf überteuerte Ebay-Tickets in 250-Euro-Dimensionen.

Morgens in Cornwall im Meer, abends in Wiesbaden auf der Bühne

Wenn Frontmann Campino anfangs aus der Nähe betrachtet etwas angeschlagen wirkte, hatte das einen Grund: „Heute morgen stand ich noch in Cornwall im Meer, dann habe ich drei Flieger verpasst, nun bin ich aber trotzdem hier“, rief der 57-Jährige der begeisterten Menge in der pickepackevollen bier- und schweißgetränkten Schlachthof-Halle zu und ließ die Fans wissen, dass von London keine Flüge nach Deutschland gingen und er deshalb über Zürich nach Wiesbaden kam. Augenzeugenberichten zufolge erreichte er die Halle um erst um halb neun, was den massiv verspäteten Beginn der Show erklärte.

Mitgrölen, Pogo, Crowdsurfing – Standard und immer wieder besonders

So richtig störte das lange Warten aber eh kaum jemanden, und spätestens die fette Show der bestens aufgelegten Kultband machte alles mühelos wieder wett. Mitgrölen, Pogo, Bierbecher schmeißen, Crowdsurfing – Standard bei den Toten Hosen und für die Fans doch immer wieder besonders. Auch der Frontmann kam dann doch schnell in Fahrt, die Wahnsinnsstimmung in der Halle dürfte ihn zusätzlich befeuert haben, an diesem Abend alles zu geben – und die Gastgeber natürlich. Mehrfach erklärte er („Es bedeutet mir viel, dass ihr das schnallt“) den Ursprung, die Entwicklung und den bis heute andauernden Geist der langen Freundschaft mit den Black Devils, dem vor fünfzig Jahren in Wiesbaden gegründeten Motorradclub.

„Immer wenn wir in der Scheiße standen, wenn es Ärger gab, kam ein Anruf aus Wiesbaden: Wir stehen hinter euch“, berichtete der Sänger: „Wir selbst haben es ja nicht so mit Motorrädern, aber mit den Black Devils haben wir uns immer verbunden und verbrüdert gefühlt“. Campino erzählte von Manfred Meyer, dem Black Devils-Mann, der ein ein eigenes Security-Unternehmen gründete und eine Legende der Frankfurter Batschkapp war, wo alles seinen Anfang nahm mit den Black Devils und den Toten Hosen. Ehrensache, dass dem 2009 Verstorbenen an diesem besonderen Abend auch ein Song gewidmet wurde.

Hey, sie kommen wieder!

Und Ehrensache, dass Campino am Ende der gut zweistündigen Show mit alten Hits – „Tage wie diese“, „Hier kommt Alex“, „Eisgekühlter Bommerlunder“ … – und neueren Songs, versprach, dass Die Toten Hosen immer wieder „runter nach Wiesbaden kommen werden“, wenn die Black Devils besondere Geburtstage zu feiern haben. Nach der letzten Zugabe dieses Geburtstagskonzerts hatte er aber erst mal etwas ganz anderes im Sinn: „Vor der Show durfte ich ja nichts essen. Wisst ihr, wie ich mich auf diese Steaks da draußen freue!“ Darüber freuten sich wiederum die Hofköche, die auch an diesem Abend das Catering für die Musiker zauberten.

Und jetzt – Vorhang auf für unsere Die Toten Hosen im Schlachthof-Fotoshow:

Fotos (c) Dirk Fellinghauer/ sensor Wiesbaden

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