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Restaurant des Monats: Sajo – Asian Cuisine & Finest Sushi, Bahnhofstraße 50

Von Jan Gorbauch. Fotos Frank Meißner.

„Da fehlt noch die Show“, sagt Kieu Tien Manh lachend, und gleichzeitig zaubert Bui Huy Hung durch die Kombination aus Trockeneis im Topf und heißem Wasser in der Kanne die inzwischen bei Sushi vielerorts populär gewordenen Nebelschwaden. Nun bettet sich darin der kunstvoll angerichtete Turm mit diversen klassischen wie modernen Maki, Nigiri und California Rolls.

Als säße man in Hanoi

Ein Aha-Oho-Effekt ist das fraglos immer wieder, und hier, im neuen Sajo Restaurant in der Bahnhofstraße fügt sich das mystisch-wabernde Weiß auch noch ziemlich szenisch in das generelle Ambiente: dunkle Wände, viele Winkel, dezente Deko, aber dann eine Blicke fangende Wand mit fast echt erscheinender, aber gerade noch plastik-seiender Regenwaldbegrünung lassen den Gast quasi mitten in der (hier in Wiesbaden aber gut gelüfteten) drückenden Schwüle von Hanoi sitzen.

Volle Absicht vermutlich, denn Vietnam ist die Heimat von Bui und Kieu und ihren Frauen Trang und My. Die zwei jungen Paare sind „beste Freunde“ und hatten schon lange den Traum vom eigenen Restaurant. Die Männer kommen – als Koch respektive Sushimeister – aus der Küche, die Frauen aus anderen Berufen. Sie haben den Service talentiert und mit Charme sicher im Griff.

Nachwuchs als Namensgeber

Der Standort Wiesbaden war dabei ebenso Zufall wie gezielt-sicherer Griff: Eigentlich kommen die Vier aus Berlin, wo der Markt aber gesättigt ist, so dass man in ganz Deutschland nach der idealen Location gesucht hat und diese dann tatsächlich kurzfristig in Wiesbaden gefunden hat. Und so ist hier ein echter Familienbetrieb entstanden, in dem auch die Kinder lebhaft durch die Räume flitzen und natürlich mit dazugehören – nicht zuletzt sind SAm und JOey Namensgeber des Sajo. Kulinarisch spannt man den Bogen quasi einmal über Asien.

„Dancing Beef“ und „Wiesbadon“-Udon

Neben den gekonnt frischen und modern servierten Sushi-Variationen dampft tiefgründige „Soul of Hanoi“-Pho, „Curry Deli“ nebst Reis und wahlweise mit Rind, Huhn, Ente oder Tofu, scharfes „Dancing Beef“ mit viel Koriander oder die „Wiesbadon“-Udon mit Lokalkolorit aus den Tellern. Egal wohin einen die Sajo-Fusion dann gerade regional treibt, belohnt wird man mit viel Frische und Aromatik. In Arbeit ist übrigens gerade noch die Terrasse, die dann spätestens, geschützt hinter viel Grün an der lebhaften Bahnhofstraße, beim Schließen der Augen auch wieder die atmosphärische Brücke nach Hanoi schlagen lassen wird.

Sajo Restaurant – Asian Cuisine & Finest Sushi, Bahnhofstraße 50, 65185 Wiesbaden, 0611 9889 6322, sajorestaurant@gmail.com, Di-Do 11-22 Uhr, Fr-So 11-23 Uhr.