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Schöne Paare: Bender & Schillinger – Zwei, die sich verstehen

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Von Sophia Weis. Foto Annegret Arnold.

Nein, ein Paar sind sie nicht, das stellen Linda und Chris gleich klar. Als quasi unzertrennlich kann man sie dennoch bezeichnen, denn seit mehr als vier Jahren sind sie das energiegeladene und gleichzeitig einfühlsame Duo Bender & Schillinger. Im Juni bringen sie ihr zweites Album „It’s about time“ heraus und zeigen darauf, wie sie sich weiterentwickelt haben. Die Releaseparty, präsentiert von sensor, ist an diesem Freitag im Schlachthof-Kesselhaus.

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Angefangen hat alles mit zwei Gitarren und zwei Stimmen, trotzdem ließ sich ihre Musik nie so simpel in der Singer/Songwriter-Ecke platzieren. Wenn Linda und Chris gemeinsam auf die Bühne steigen, passiert da viel mehr, auch, weil sie unterschiedliche musikalische Fähigkeiten und Vorlieben haben. Zum Beispiel schreibt Linda ihre Texte gern auf Deutsch, während Chris stets auf Englisch singt. Auf ihrem ersten Album „[und]“, welches 2013 erschien, sind deshalb Songs in beiden Sprachen zu finden. Ungewöhnlich, aber kein Problem für die zwei. Sie lassen sich gegenseitig viel Raum innerhalb des Duos. „Am Anfang hatte jeder von uns noch seine eigenen Lieder, die der andere einfach mitvertont hat. Irgendwann haben wir begonnen, gemeinsam zu schreiben“, erzählt die 28-Jährige.

Gelassenheit und Vielseitigkeit machen sie aus

Was sie vereint, ist, dass Musik schon immer ein Teil ihres Lebens war. Chris wuchs mit „einem musikverliebten Dad“ auf, nahm schon als Kleinster an musikalischer Früherziehung teil, lernte Gitarre und gründete als Teenager seine erste Rockband im Schulkeller. Linda genoss zunächst eine klassische Klavierausbildung und entdeckte mit elf Jahren ihre Leidenschaft für das Schlagzeug. Mit Anfang Zwanzig verschlug es Chris zu einem Konzert von Lindas damaliger Band. „In einer Kneipe in Frankfurt hab‘ ich Linda zum ersten Mal gehört“, erzählt er. „Ja, meine engelsgleiche Stimme“, lacht sie daraufhin. Das ist es, was Bender & Schillinger so sympathisch macht: sie nehmen sich selbst nicht so ernst. Ihre lockere Art und ihre Freude an der Kunst übertragen sich auf das Publikum. Linda und Chris haben nichts vom eitlen Musiker-Klischee, ihre Musik hingegen hält, was ihr Bandname erahnen lässt: Sie ist authentisch (denn die beiden heißen tatsächlich Bender und Schillinger mit Nachnamen) und vielversprechend. Inspiriert von Musikgrößen wie Frank Turner, den schrammeligen Johnossi und der zauberhaften Wallis Bird erzeugen sie – stets zweistimmig – eine Atmosphäre, die den Zuhörer mit auf eine Reise nimmt und an Diversität kaum Wünsche offen lässt. Bender & Schillinger lassen mal leise und mal laute Töne anklingen und setzen mittlerweile die verschiedensten Instrumente ein, zudem wird für bestimmte Soundeffekte live geloopt. „Generell ist bei uns auf der Bühne aber alles handgemacht. Das ist unsere Philosophie. Deshalb wäre es möglich, alle unsere Songs wieder auf die Gitarren zu reduzieren. Wir hatten einfach Lust, Neues auszuprobieren“, erklärt Chris.

Atmosphärische Klänge auf der Marimba

Eines der Instrumente ist die Marimba, etine Art riesiges Xylophon aus Holz, das atmosphärische Klänge erzeugt und im neuen Song „Train“ von Linda gespielt wird. Darin singen sie „It’s uselsess to walk backwards on a train“, eine Anspielung darauf, dass es im Zug der Zeit immer vorwärts geht, auch wenn es sich in manchen Lebenssituationen nicht so anfühlt. Zu finden ist „Train“ auf dem zweiten Album von Bender & Schillinger, welches im Juni erscheint. „It‘s about time“ heißt es, beschäftigt sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit dem Thema Zeit und verrät viel über das, was Linda und Chris seit der Veröffentlichung ihres ersten Albums erlebt haben: „Darin stecken praktisch zwei Jahre unseres Lebens.“ Zwei Jahre, in denen sie neue Freunde gefunden und alte verloren haben. Zwei Jahre, in denen beide ihr Studium abgeschlossen und dadurch Unsicherheiten und Ängste bezüglich der eigenen Zukunft durchlebt haben. Zwei Jahre, in denen Linda und Chris beschlossen haben, dass sie auf die Sicherheit einer Festanstellung verzichten und lieber zu (fast) 100 Prozent Musik machen wollen: „Natürlich haben wir Nebenjobs, die die Miete bezahlen, aber unser Ziel ist es, hauptberuflich Musiker zu sein, weil es das ist, was uns erfüllt.“ Deshalb ist das neue Album nicht nur vom Konzept her runder als das erste, sondern auch die Produktion der neuen Platte sind Bender & Schillinger professioneller angegangen. Während „[und]“ noch durch die Aufnahme einer Live-Session entstand, wurde „It’s about time“ im Studio des bekannten Mainzer Musikers und Produzenten Marc Jullien produziert.

Bender & Schillinger haben sich Zeit genommen, zusammenzuwachsen. Mittlerweile ist das Projekt ihr Lebensinhalt. Was es bedeutet, über einen langen Zeitraum zu zweit in einer Band zu sein und sich fast täglich zu sehen, beschreiben die beiden so: „Wir sind extrem gut aufeinander abgestimmt. Nur wenn es doch mal zu Auseinandersetzungen kommt, kann jeder von uns ganz schön dickköpfig sein. Bis jetzt haben wir uns aber immer geeinigt. Es ist ja keiner für den anderen zu ersetzen.“ An diesem Punkt klingen Bender & Schillinger dann doch wieder sehr nach Paar.

www.benderundschillinger.de

Album Release Konzert von „It’s about time“ am 5. Juni im Schlachthof-Kesselhaus. sensor präsentiert und verlost 3×2 Freikarten: losi@sensor-wiesbaden.de