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Überall das Schöne: Olli Schneider ist der einzige staatlich geprüfte Bergwanderführer Wiesbadens

Bergsteiger_ganzseitig

 

Von Falk Ruckes. Fotos Katharina Dubno.

Wie oft ihm schon jemand eine Ähnlichkeit mit Reinhold Messner nachgesagt hat, kann Olli Schneider nicht mehr zählen. Nicht nur das Äußere verbindet den kernigen Naturburschen mit dem Star der Bergsteiger. „Mindestens hundertmal“, mutmaßt er amüsiert. Sogar in dem Teil Südtirols, wo der weltberühmte Bergsteiger Reinhold Messner lebt, kam es schon zu Vergleichen. Als Olli Schneider dort einmal bei einem Bäcker anstand, hörte er eine Dame hinter sich ihrer Freundin zuflüstern: „Du, der da vorne, der schaut ja aus wie der Reinhold.“

Die beiden ähneln sich aber nicht nur äußerlich, sondern teilen vor allem dieselben Leidenschaften: Denn auch Olli Schneider hegt eine tiefe Liebe zu den Bergen und verbringt mehrere Monate des Jahres in den Alpen.

Als der einzige staatlich geprüfte Bergwanderführer Wiesbadens weist Olli Schneider Interessierten auf mehrtägigen Bergwandertouren die verschiedensten Wege quer durch die Alpen. „Bei mir muss sich keiner Sorgen machen, er werde überfordert. Ich habe sowohl für Einsteiger als auch für echte Profis etwas im Programm“, verspricht der passionierte Bergsportler. Neben den klassischen Wanderungen von Hütte zu Hütte kommen im Winter noch geführte Schneeschuhwanderungen hinzu. Und auch wenn der Fokus seiner Touren auf Tirol und Oberbayern liegt, so bietet er den Wiesbadenern auch Tageswanderungen direkt vor ihrer Haustür, wie zum Beispiel im Odenwald, auf dem Rheinsteig oder im Hunsrücker Soonwald.

Passion seit frühster Kindheit

Der gebürtige Mainzer schwärmte bereits in frühster Kindheit für die Alpen, seit der Zeit, als er das erste Mal mit seinen Eltern in den Bergen Urlaub machte. Vielleicht, so spekuliert Olli Schneider, entflammte seine Begeisterung für monumentale Bergpanoramen, weil er die ersten Jahre seines Lebens in einer gesichtslosen Hochhaussiedlung verbrachte. „Die Berge hingegen waren für mich der Inbegriff von Schönheit.“

Während der Schulzeit verschlingt er die Werke legendärer Alpinisten wie Hermann Buhl oder Walter Bonatti. Als Fünfzehnjähriger überredet er seinen Vater, mit ihm zusammen das Allalinhorn im Wallis zu erklimmen. Es soll der erste von vielen Viertausendern sein, die er in den kommenden Jahren besteigen wird.

Parallel dazu entwickelte sich in ihm aber auch eine Leidenschaft fürs Bergwandern und er beginnt, mit Freunden mehrtägige Touren durch die Alpen zu unternehmen. In Olli Schneider keimt der Wunsch auf, einmal als Bergwanderführer zu arbeiten und andere in die Welt einführen, die ihm so viel bedeutet. Dazu lässt er sich zunächst über den Deutschen Alpenverein zum Fachübungsleiter für Hochtouren ausbilden, später folgt in Tirol die staatliche Prüfung zum Bergwanderführer.

Entschleunigt zu sich selbst kommen

Für den kernigen Naturburschen ist das Wandern die schönste Form, zu sich selbst zu kommen: „Durch die reduzierte Geschwindigkeit geht die Hast des Alltags verloren. Es ist, als löse sich ein Schleier von der Netzhaut und die unüberwindlich erscheinenden Probleme des Alltags können wieder gelöst werden.“

Auf seinen Touren versteht er sich aber nicht allein als schlichter Wegweiser, sondern vielmehr als eine Art von Vermittler. Er zeigt nicht nur den Weg durch die Natur auf, sondern auch den Weg zu ihr: „Im Alltag ist man oft isoliert, abgeschnitten vom Wesentlichen. Erst in der Natur begreift man sich wieder als Teil von diesem gewaltigen Wunder, das sich Leben nennt.“ Die Leute, so seine Erfahrung, wollen das Leben entwirren und die Sehnsucht nach einfachen Erfahrungen wächst wieder.

Daher baut er auf seinen Touren zahlreiche Zeitfenster ein, in denen er seinen Teilnehmern die Welt jenseits der Großstädte näher bringt. Dazu können einfache Dinge zählen wie elementare Naturkunde oder das längere Verweilen an einem beruhigend dahinplätschernden Gebirgsbach. Manchmal stellt er aber auch kleine Aufgaben. Beispielsweise sollen seine Tourenteilnehmer ein besonders schönes Stück Holz, das sie am Wegesrand entdecken, mit nach Hause nehmen. Er weist sie an, das Holz bei sich daheim auf ihren Arbeitstisch zu legen. Jedesmal, wenn sie wieder der Stress des Alltags plagt, sollen sie es in die Hand nehmen – als eine Art Erinnerungsstütze, dass es auch noch ein anderes Leben gibt. Durch diese pädagogischen Elemente erklärt Olli Schneider nicht irgendeinen Berggipfel zum Ziel, sondern den Weg selbst: „In der Natur erblickt man überall das Schöne. Wer von dieser Vielfalt an Pflanzen und Tiere umgeben ist, braucht nicht besonders religiös sein, um die Ahnung zu bekommen, dass es doch irgendetwas Übergeordnetes gibt. Und diese Einsicht spendet Zuversicht.“

Wer einmal Olli Schneider auf einer seiner Touren begleiten möchte, sollte einen Blick auf seine Homepage www.Bergsinn.de werfen.

 

 

 

 

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