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Veganes Statement auf der Kinoleinwand – mit Wiesbadener Aktivist als Darsteller

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Von Dirk Fellinghauer. Szenenfotos Jangland.

Es gibt ja inzwischen fast nichts mehr, was es nicht auch vegan gibt. Aber einen Kinofilm? Den gibt es jetzt auch. Ein Wiesbadener wurde unverhofft zum Darsteller.

So kann es gehen, wenn man einen vernünftigen Blog betreibt. Ehe man sich versieht, sieht man sich auf der Kinoleinwand wieder. So erging es dem Wiesbadener Jan Hegenberg. Auf seinem Blog „Graslutscher“ schreibt der überzeugte Veganer seit geraumer Zeit fleißig, geistreich, witzig und kämpferisch für die Ernährung, die er für richtig hält und gegen die Ernährung, die er für falsch hält. Er findet sein Publikum, seine Fans, natürlich auch seine Hater – und er wurde nun von einem Regisseur gefunden, der den Blogger zum Kinodarsteller machte.

Der Regisseur, gleichzeitig auch Drehbuchautor, heißt Lars Oppermann. „Ich habe Jan damals angerufen, weil ich in den veganen Facebook-Gruppen auf der Suche nach passenden Charakteren für den Film war und dabei auf seiner Seite gelandet bin“, berichtet er, wie er zu seinem Darsteller und sein Darsteller zu der Rolle kam: „Ich habe ihn angeschrieben, wir haben telefoniert und uns später zum Casting getroffen. Es war Zufall, aber es war perfekt!“ „`Los Veganeros´ ist eine proveggie Spielfilm-Dramödie, die einen spannenden Spagat zwischen aufklärenden Fakten und unterhaltsamer Komödie schafft“, heißt es auf der Webseite zum Film, der am 20. März bundesweit in die Kinos kommt. Schon der Trailer zeigt, dass es tatsächlich einiges zu lachen gibt, dass aber auch handfeste Argumente von der Leinwand herab prasseln.

 

Die perfekte Besetzung: Veggie-Aktivist spielt Veggie-Aktivist

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Daran, dass Jan Hegenberg die perfekte Besetzung für einen Veggie-Aktivisten ist, zweifelt man keine Sekunde, wenn man nur die „About me“-Beschreibung auf seinem Blog liest: „Geboren, studiert und vermutlich gestorben wurde und wird in Wiesbaden, wo ich mein krankhaftes Gutmenschengehabe gegen das insbesondere hier aus allen Poren triefende Schnöseltum ausleben kann.“ Weil er es irgendwann albern fand, dass seine Ergüsse bei Facebook innerhalb von Sekunden nach unten rutschten, startete er seinen Blog. „Der Name ist Programm! Ich bin wirklich ein verfressenes Viech – kann diese Passion oftmals aber nur bedingt ausleben, da ich viele Zutaten weglasse, die in der Gesellschaft als unabdingbar gelten (Hühnerperiode und die Muttermilch 300 Kilogramm schwerer Paarhufer z.B.)“, schreibt er und weiter: „Anstatt mich also in Ruhe essen zu lassen, werde ich oft als naiver Gutmenschen-Salatist abgekanzelt und schlage rhetorisch um mich, bis der Fraß dann kalt ist.“ Dabei esse er wesentlich abwechslungsreicher als so mancher „Schnitzel-Priester“ das gerne darstelle: „Neben Gras lutsche ich ab und zu an Steinen oder rühre mir an hohen Feiertagen schon mal ein bisschen Rindenmulch in meinen verdünnten Brennessel-Tee.“ Wer es nochmal eine Nummer seriöser haben will erfährt, dass Jan am 23. Dezember 1978 in Wiesbaden geboren ist, dort Abi gemacht hat und anschließend „erfolglos Mathe in Mainz und erfolgreicher BWL in Wiesbaden“ studiert hat. Er ist seit 2011 selbstständiger IT-Berater, seit 2014 auch Blogger und Kolumnist (Volume.at, Veggie Journal, Kochen ohne Knochen), ist verheiratet und Vater dreier Kinder.

Im Film wird Jan zu Tim. „Jan spielt Tim, den `Anführer`/Chef der `Los Veganeros`. Er moderiert die Treffen der Aktionsgrupe und koordiniert die Aktionen, die geplant werden. Außerdem ist er selbst aktiv, unter anderem schleicht er sich bei einem Supermarkt ein und leistet Aufklärungsarbeit der ganz besonderen Art“, macht Kameramann Andy Barthel mit seiner Rollenbeschreibung neugierig auf den Streifen.

Die meisten Menschen haben kein Problem mit der Schweinemastanlage – die 94-jährige Alma schon …

Die Story: Der Regenwald wird für Viehweiden und Futteranbauflächen abgeholzt, der Fleischkonsum der Deutschen steigt weiter an, und in der Region Hannover sollen neue Schweinemastanlagen gebaut werden. Die meisten Menschen scheinen damit nicht wirklich ein Problem zu haben. Alma schon. Sie ist 94 Jahre alt und passionierte Umweltaktivistin. Durch Annoncen in der Lokalpresse versucht sie regelmäßig Kontakt zu Gleichgesinnten aufzunehmen. So lernt sie auch die junge Kindergärtnerin Vicky – dargestellt von Rosalie Wolff, die im echten Leben vegane Unternehmerin ist (Smilefood, Veggiefriends) – kennen. Bei regelmäßigen Treffen im Restaurant „Los Veganeros“ werden Pläne für Aktionen geschmiedet. Als Vicky schon nach kurzer Zeit vorschlägt, den örtlichen Schweinemäster Heinz Granitzka für eine Nacht zu entführen, um so auf die Missstände in seinem Betrieb aufmerksam zu machen, trifft die Gruppe eine Entscheidung mit fatalen Folgen.

Auf seiner Kinotour kommt „Los Veganeros“ am Sonntag, 29. März, in die Caligari Filmbühne. Bei der Vorführung um 17.30 Uhr wird auch Darsteller Jan Hegenberg anwesend sein.

 www.losveganeros.de

www.graslutscher.de

 

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