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Walhalla-Projektleitung besetzt – Wiesbaden-Wurzeln und Berlin-Horizont: Vanessa Remy startet am 1. Februar

Während sich in Sachen Walhalla-Zukunft hier und da vermehrt eine „Das
wird doch eh´ nichts mehr“-Stimmung breit macht, kommt diese Personalie genau zu diesem Zeitpunkt vielleicht genau richtig: Vanessa Remy tritt am 1. Februar die neu geschaffene Stelle für die Projektleitung Walhalla an.

„Ich freue mich sehr!“, war ihr erster Satz im sensor-Gespräch (ausführlicher Beitrag folgt) nach Bekanntgabe ihrer Berufung. Die 46-jährge Kulturmanagerin vermittelt den Eindruck, dass sie richtig Lust hat auf die ganz bestimmt nicht einfache Aufgabe, dass sie viel Erfahrung, einen breiten Horizont und große Neugier und Fähigkeit zum Zuhören mitbringt aus Berlin. Dort lebt und arbeitet die gebürtige Limburgerin und langjährige Wahl-Wiesbadenerin seit vielen Jahren.

Kulturbeirat: Walhalla-Prozess kann wieder Fahrt aufnehmen

Als einer der ersten begrüßt in einer Stellungnahme der Kulturbeirat Wiesbaden die nun nach offener Ausschreibung und einem mehrstufigen Verfahren erfolgte Besetzung der Stelle für die Entwicklung der Walhalla zu einem neuen Kulturort. Damit wird eine der zentralen Forderungen erfüllt, die das ehrenamtlich besetzte Gremium seit Beginn seiner Begleitung des Projekts 2019 aufgestellt hatte. Der vereinbarte iterative Prozess hin zur neuen Walhalla beschäftigt sich aufgrund des hohen Zeitdrucks gleichzeitig mit baulichen Themen, Quartiersentwicklung, Förderungsfragen und der so wichtigen Frage der kulturellen Nutzung. Mit der Besetzung der Stelle soll er weiter an Fahrt aufnehmen.

„Ich gratuliere Vanessa Remy herzlich und freue mich ausdrücklich auf die Zusammenarbeit mit der neuen Projektleitung“, sagt dazu der Kulturbeiratsvorsitzende Ernst Szebedits. „Die starke Einbindung der Kulturpraxis ist ein Novum und wird den Charakter des Prozesses bedeutend prägen. Die Walhalla soll in der Kulturszene und bei den Wiesbadenerinnen und Wiesbadenern Stadtgespräch bleiben und werden, dafür erhoffe ich mir weiteren Input von der neuen Kollegin.“

Diese macht im sensor-Gespräch klar, dass sie den intensiven Austausch mit der hiesigen Kulturszene sucht, dass sie vieles kennenlernen und aufmerksam zuhören will, ausdrücklich auch der freien Szene.  Sie setzt auf die Walhalla-Realisierung als „Leuchtturmprojekt“ für die Stadt und wertet es als starkes Zeichen, dass die Stadt Wiesbaden nach dem pandemiebedingten allgemeinen Kahlschlag für die Kultur „viel investieren will in einen neuen Kulturort, der bereichern soll.“

Stelle mit Spagat-Aufgaben

Laut Stellenausschreibung wird von Vanessa Remy nun der Spagat erwartet, die Steuerungsgruppe Walhalla zu koordinieren und organisatorisch zu leiten, eine Projektstruktur aufzubauen, aber auch die Entwicklung eines inhaltlichen Programmkonzeptes sowie eines Raumprogramms und das Mitarbeiten an einem Konzeptentwurfs für die künftige Betriebsstruktur. Dass sie sich all das zutraut, daran lässt sie im Gespräch keinen Zweifel.

Nach ihrem Schauspiel-Studium in Frankfurt und ihrer Arbeit in diesem Beruf, mit allererstem Auftritt am Staatstheater Wiesbaden und später unter anderem in Frankfurt am  Theater am Turm und dem Schauspiel Frankfurt, ging Vanessa Remy ab 2001 andere Wege, in Richtung Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Sie hatte Positionen unter anderem beim Suhrkamp Verlag und als Leiterin des damals neu gegründeten Textor Verlag mit besonderem Interesse für den Bereich der Neuen Medien und des digitalen Publizierens. Beim Internationalen Literaturfestival Berlin war sie für Programm und Organisation zuständig und etablierte einen Literatursalon in der legendären – und denkmalgeschützten – Karl-Marx-Buchhandlung in Berlin. 2010 machte die verheiratete Mutter einer Tochter sich mit ihrer eigenen Kulturagentur „Kulturhain“ selbstständig und engagierte sich dabei auch bei Veranstaltungen zu gesellschaftlichen Themen.

(Dirk Fellinghauer / Foto privat)

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