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2×5-Interview: Andrea-Eva Ewels, Geschäftsführerin der Gesellschaft für deutsche Sprache, 46 Jahre, 1 Sohn

Interview Hendrik Jung. Foto Arne Landwehr. 

Beruf

Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) mit Sitz in Wiesbaden feiert in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen. Wofür braucht es eine solche Institution?

Die GfdS versteht sich als wissenschaftlicher Repräsentant unserer Sprache im In- und Ausland. In weltweit über hundert Zweigstellen sind führende Germanisten und Sprachwissenschaftler für uns tätig. Als Mitglied des deutschen Sprachrates, derzeit in Leitungsfunktion, sind wir auch für die Entwicklung und Ausrichtung der deutschen Sprache zuständig. Besonders wichtig ist für uns, diese für jeden verständlich zu gestalten. Aus diesem Grund beraten wir auch Ministerien und andere politische Einrichtungen bei der Gestaltung von Gesetzestexten. Aber auch Firmen und Privatpersonen bekommen bei uns Rat. Unsere bekannte und viel genutzte Sprachberatung ist für jeden zugänglich. Neben dem „Wort des Jahres“ ermitteln wir auch die häufigsten Vornamen des Jahres zusammen mit dem Statistischen Bundesamt. Alle zwei Jahre gibt es einen besonderen Höhepunkt: Dann verleihen wir den Medienpreis für Sprachkultur im Kurhaus Wiesbaden. (mehr …)

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Restaurant des Monats: Singh’s, Albrechtstraße 21

Von Jan Gorbauch. Fotos Frank Meißner.

Das Singh’s in der Albrechtstraße wird von Balwinder Singh Thind und Sukhdev Singh geführt. Die beiden stammen aus dem Punjab, einem indischen Bundesstaat an der Grenze zu Pakistan. In Wiesbaden sind sie keine Unbekannten, führten sie doch zuvor schon unter gleichem Namen ein Restaurant im Westend. „Das war dann aber leider schnell zu klein“, berichten sie stolz. Der dortige Erfolg hat sie in dem bestärkt, was sie nun auch seit Dezember 2015 in der neuen Location anbieten: „Unsere Heimat begeistert uns – denn Indien ist nicht gleich Indien, und auch der Punjab ist ganz speziell, genau das wollen wir vermitteln“. Und dazu setzen die Singhs nicht nur beim Essen entscheidende Akzente, sondern bieten das Rundum-Paket. (mehr …)

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Geschäft des Monats: Die Radler, Hauptbahnhof, Gleis 11

Von Anja Baumgart-Pietsch. Fotos  Nele Prinz.

Ganz weit hinten rechts im Wiesbadener Hauptbahnhof steht ein ganz besonderer Waggon. Er ist blau angemalt wie der von Peter Lustig. Aber hier ist kein lustiger Typ zu Hause, und der Waggon wird sich auch nicht wieder auf Reisen begeben. Es ist „Der Radler“. 2008 startete das Projekt der BauHaus-Werkstätten und der Stadt Wiesbaden. Seitdem sind hier nicht nur Tausende von Fahrrädern repariert worden, sondern auch viele Menschen wieder an eine regelmäßige Beschäftigung herangeführt worden. Beim „Radler“ handelt es sich nämlich um ein Beschäftigungsprojekt. Es ist zur Win-Win-Situation für ganz unterschiedliche Bedürfnisse geworden: Die ehemalige „Schmuddelecke“ auf Gleis 11, die voller Fahrradleichen und Müll war, ist nun sauber und einladend – das freut die Bahn und das Bahnhofsmanagement. (mehr …)

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Stiftungen zukunftsfähig machen: Forum im Museum Wiesbaden bietet regen Austausch – Nachwuchs fehlt

“Nullzins und Nachwuchsmangel: Wie bleiben Stiftungen handlungsfähig?”. Diese Frage steht im Mittelpunkt des “Stiftungsforum  Rhein-Main & Nordhessen `17″ am 26. April ab 14 Uhr im Museum Wiesbaden. Stiftungsexperten und -interessierte erwartet ein Nachmittag voller Spezialwissen und aktueller Themen. Der Hintergrund: “Gemeinnützige Stiftungen verlieren durch Nullzins und Nachwuchsmangel zunehmend ihre Handlungsfähigkeit – zum Leidwesen unserer Gesellschaft”, erklären die Veranstalter des Wiesbadener Start-ups “Stiftungsführer”. Ziel der Veranstaltung: neue Leute an die gemeinnützigen Stiftungen heranführen und deren Vernetzung fördern – untereinander sowie mit Wirtschaft und Gesellschaft.  (mehr …)

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sensor-Straßengespräch: Hakan, 34 Jahre, Rapper (Hako Fontaine)

Interview & Foto Laura Ehlenberger.

Sonntagmittag, strahlender Sonnenschein, mitten im Westend: Eine große Gruppe junger Männer ist vor dem „Pundy Bistro“ in der Gneisenaustraße versammelt, einer von ihnen filmt das Geschehen.

Hey ihr, was macht ihr da?

Wir drehen hier gerade ein Musikvideo.

Warum gerade hier? Und für wen ist das Video?

Für mich, besser gesagt für die Single „Meine Gang“, um sie auf meinem YouTube-Channel zu veröffentlichen. Ich mache Hip-Hop/Rap … Der Laden hier gehört einem Kollegen und passt einfach dazu. Das „Pundy“ ist nämlich eine Spiel- und Pokerlounge. (mehr …)

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So wohnt Wiesbaden: Peer „Auxpeer“ Koch – Glücklich im Kreativ-Refugium

Von Mara Braun. Fotos Jason Sellers.

„Dieses Haus hat einfach Seele. Das mag ich so daran!“ Peer Koch bewegt den Arm durch die Luft, als wolle er die Außenwände des Kutscherhäuschens berühren. Die Bewegung bezieht auch alles mit ein, was um das Haus herum ist: den verwunschen wirkenden Garten voller Efeu, die Terrasse, den Himmel über Sonnenberg. Knapp zwei Jahre wohnt der kreativschaffende Künstler und Designer in seiner Räuberhöhle vor den Toren der Stadt. „Die Wohnung war ein Glücksfall.“ Wer das Grundstück durch das eiserne Hoftor betritt, lässt das Vorderhaus links liegen, um AUXPEER, so Kochs Künstlername, zu besuchen. Im Hof: die ehemalige Garage der Kutsche, für den passionierten Radfahrer eine Art ausgelagerte Riesenabstellkammer. (mehr …)

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Das Walhalla ist wieder im Exil – diesmal im Chopan mit “Raum (0)” und dem kritischen Stück “Fressen”

Freiheit: nicht kämpfen – nicht zweifeln. Liebe: weder vertrauen noch glauben. “Raum (0)” zeigt in Uraufführung ein Stück Theater. Das moderne Überfließen der Menschen in den dauermöglichen Überfluss drückt sich im vielfältigen Akt des Fressens aus. Der Mensch frisst die Tiere, die Pflanzen, die Erde, die Waren, alles Weitere und sich selbst. Am Fressakt schimmert die Konstruktion des Ichs, das angetrieben in ständiger Unruhe niemals satt wird. Die Menschen können noch so viel in sich hineinschlingen, unsterblich werden sie dennoch nicht. In traumhaft grausamen Bildern inszeniert “Raum (0)” assoziativ die inneren Zustände hinter diesem Fressen. Die besondere Vorführung läuft am Freitag, 7. April, und Samstag, 8. April, jeweils um 20 Uhr im Chopan – das sich wie so viele Wiesbadener Kulturstätten solidarisch zeigt und dem Walhalla im Club in der Bleichstraße ein passendes “Exil” zur Verfügung stellt.

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Ein Licht in der Dunkelheit: Das „Café Nachtlicht“ ist eine offene Anlaufstelle für Menschen mit seelischen Sorgen


Von Laura Ehlenberger. Fotos Offert Albers.

Samstagabend, halb zehn in Wiesbaden: Die einen sitzen in ihren vier Wänden, die anderen zieht es in die Kneipen der Stadt – und einige wenige besuchen zu dieser späten Stunde das Café Nachtlicht. Es ist eine besondere Anlaufstelle für Menschen mit seelischen Sorgen. Hier finden sie einen Ort zum Reden und Beisammensein. Dieser Ort liegt ein wenig versteckt nahe des Bahnhofs, hinter der Lutherkirche. Am Anfang der Sartoriusstraße verweist ein unscheinbares Schild mit der Aufschrift „Café Nachtlicht“ auf das Angebot zum Hereinkommen, und ein brennendes Licht macht deutlich, dass im Inneren des Hauses zu dieser Uhrzeit noch Leben herrscht. (mehr …)

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So wohnt Wiesbaden: Kai hoch zwei – Kai Korn und Kai Geweniger, Kapellenstraße

Von Stefanie Pietzsch. Fotos Kai Pelka.

Steil geht es hinauf zum Ende der Kapellenstraße. Von der Villa mit der Hausnummer 91 sind es nur noch wenige Meter hinauf auf den Gipfel des Nerobergs. Ein herrlicher Blick dorthin, ebenso auf die Stadt hinunter. Auch wenn man als Wiesbadener daran gewöhnt ist, in einem der bedeutendsten Historismus-Stadtdenkmälern Deutschlands zu leben: Der  Besuch in einem denkmalgeschützten Haus löst dennoch immer wieder Staunen aus. So auch diesmal. Aber erst mal den Puls vom Aufstieg runter kommen lassen. (mehr …)

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sensor-Straßengespräch: Iggy, Türsteher, 28 Jahre

Interview & Foto Laura Ehlenberger.

Zurzeit bewachst du den Eingang der „Litfassäule“ mitten in der Altstadt. Ist das die erste Tür, vor der du stehst?

Nein, ich arbeite seit über zehn Jahren als Türsteher. Deswegen stand ich auch schon vor einigen Türen hier in der Region, erst in Mainz und Bad Homburg und jetzt auch in Wiesbaden.

Was hältst du vom Wiesbadener Nachtleben?

Durchmischt. Es könnte auf jeden Fall sozialer sein. Einen besseren Umgang der Leute untereinander fände ich ganz cool. (mehr …)

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Flüchtlingsunterkunft American Arms Hotel schließt – Pläne der Stadt für Areal an Mainzer Straße noch unklar

Das hessische Sozialministerium hat überraschend bekannt gegeben, dass die Wiesbadener Flüchtlings-Erstaufnahmeeinrichtung American Arms Hotel an der Mainzer Straße aufgegeben wird – im Zuge einer weiteren Anpassung des “Standortkonzeptes” der Landesregierung zur Unterbringung von Flüchtlingen und als Reaktion auf “die seit Monaten niedrigen Zugänge im Bereich der Erstaufnahme”, wie es in einer Mitteilung heißt.  Was die Schließung des Standortes für die ursprünglichen Pläne der Stadt Wiesbaden auf dem Areal bedeutet, ist noch nicht klar. (mehr …)