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So wohnt Wiesbaden: Ein Leben im Wohncontainer – 15 Quadratmeter Würde

Von Stefanie Pietzsch. Fotos Kai Pelka.

Was für eine Idylle! Oben am Schloss Freudenberg scheint die Welt in Ordnung: üppiges Grün, friedliche Stille und der weite Blick über das Rheintal. Auch die Bewohner am südöstlichen Ende des Schlossparks wissen diesen beschaulichen Landstrich sehr zu schätzen. Das große Glück für sie ist vor allem, dass sie wieder ein festes Dach über dem Kopf haben. Ihre Freude ist spürbar. Ihr Schicksal, dass sie zu ehemals Wohnungslosen gemacht hat, bitter. (mehr …)

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Restaurant des Monats: Zum Kortheuer, Nerostraße 26

Von Jan Gorbauch. Fotos Frank Meißner.

Manuela El Aissaoui (geborene Kortheuer) ist ein echtes Wiesbadener Original. Die Wirtin des Kortheuer in der Nerostraße, von allen nur Elchen genannt, hat immer einen Spruch auf den Lippen. Meistens direkt aus der Küche, oft frech, manchmal laut, aber immer herzlich und vor allem genauso, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Sie ist im Haus in der Nerostraße 32 tief verwurzelt, dort geboren und aufgewachsen. 1987 hat ihr Vater Karl, der im letzten Jahr verstarb, den Gemüseladen im Erdgeschoss zu einer Kneipe umfunktioniert, „in der er bis spät in die Nacht die Puppen hat tanzen lassen“. 2006 kam Elchen dann aktiv dazu und hat den Kortheuer zu dem gemacht, was er heute ist. Und was ist das? „Das sag ich lieber nicht“, sagt Elchen erst laut lachend, aber nachdem ein Gast „Kneipe mit Herz“ dazwischenruft, ergänzt sie dann aber noch mit einem Augenzwinkern: „naja, weniger Trinken, mehr Essen“. (mehr …)

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Agiles Arbeiten. Das absolute Glück!? Innenansichten einer schönen neuen Arbeitswelt

Von Lisa Goldmann. Fotos Arne Landwehr.

Eigentlich sollte Martin Seibert gar nicht hier sein. Er hustet, ist erkältet, möchte niemanden anstecken. Nur einen Termin nimmt er heute wahr, dann fährt er gleich wieder nach Hause. Inzwischen kann er das: seine Mitarbeiter allein lassen, vertrauen, dass der Laden auch ohne ihn läuft. Früher war das anders. „Ich war ein Patriarch“, sagt Seibert. Er bittet in das Wohnzimmer, so heißt der kleine Sitzungsraum bei Seibert Media. Es gibt eine Couch, einen Beistelltisch, ein Bücherregal. Die Büroräume liegen im fünften Stock des Einkaufszentrums „LuisenForum“ in der Fußgängerzone von Wiesbaden, mit Panoramablick auf die Innenstadt – und über die Innenstadt hinaus. Auch im dritten Stock ist Seibert Media zu finden, dazwischen belegt mit der Firma AOE ebenfalls ein global führender agiler Dienstleister die vierte Etage. Martin Seibert gründete sein Softwareunternehmen vor 21 Jahren, da war er gerade mal 17. Inzwischen hat es gut 130 Mitarbeiter und macht 14,4 Millionen Euro Umsatz. (mehr …)

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Impression einer Depression: Markus Bock spricht über das, was viele nur denken – Donnerstag im heimathafen

„Verbockt – die Depression hat mich bestimmt“: Markus Bock spricht über das, was viele nur denken können… Wie fühlt sich Depression, gar ein Suizidgedanke an? Was passiert bei einer Therapie und im persönlichen Umfeld? Es geht nicht um Zahlen, Daten, Fakten, Medikamente. In „Die Depression hat mich bestimmt. Jetzt bin ich dran. Vielleicht…“ geht es um einen ungeschönten Blick auf die Gefühlswelt in depressiven Lebensabschnitten und deren Auswirkungen. Die Lesung – am Donnerstag, 12. Oktober, um 19 Uhr im heimathafen – ist kein Ratgeber, sondern ein verständnisvoller Tatsachenbericht.

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Spanien vor der Explosion? Die “Autonomiebewegung in Katalonien” – ein Vortrag im Infoladen (Dienstag, 20 Uhr)

Autonomiebewegung in Katalonien – Spanien vor der Explosion? Miguel Sánchez, Mitglied der “Izquierda Unida” (Spanische Vereinigte Linke) und der Partei “Die Linke” in Marburg spricht am Dienstag, 10. Oktober, um 20 Uhr, im Infoladen in der Blücherstraße über die aktuelle, sich weiter zuspitzende Situation in Katalonien nach dem Unabhängigkeitsreferendum vom 1. Oktober und stellt die Hintergründe dar. Mit der Abstimmung Anfang Oktober hatte die katalanische Bevölkerung neue Tatsachen geschaffen. Die Massen ergreifen die Initiative. Nach jahrelanger Krise wollen die Menschen einen radikalen Bruch mit der Vergangenheit. Längst geht es um viel mehr – um Selbstbestimmung, soziale Fragen, demokratische Rechte und Abschaffung der Monarchie…

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La vie en WI: Frankreich und Franzosen in unserer Stadt

Von Hendrik Jung. Fotos privat/Denislav Kanev/Hendrik Jung.

In Wiesbaden leben Menschen aus 162 Nationen. Wir schauen uns in loser Folge die Präsenz und das Leben einzelner Nationalitäten in unserer Stadt genauer an. Diesmal – passend zum Gastland der Buchmesse, die am Dienstag Staatspräsident Emmanuel Macron persönlich eröffnen wird – Frankreich.
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Vision für Wiesbaden: „Meine Küche & mein Herz”“ – In einem Kochbuch (aus dem Schelmengraben) um die Welt

Text: Projektgruppe „Meine Küche & mein Herz“. Fotos Ludmila Lorenz/Michael Link.

Blitzschnell führen die Hände das Messer, zerhacken Zwiebeln und Knoblauch und werfen die Zutaten ins heiße Öl. Es zischt und brutzelt. Der Duft von Kardamon, Piment und Paprika erfüllt den Raum. Als auch Linsen im Topf landen und mit Brühe abgelöscht werden, nimmt der Klassiker der äthiopischen Küche Form an.  Doch vor dem Genuss steht im Fotostudio Arbeit an. Wie so oft – immer donnerstags vormittags in den vergangenen Monaten – sind ganz besondere Protagonistinnen zum Shooting gekommen: Die Frauen der Projektküche aus dem Schelmengraben. Coco und Rahael sind diesmal die Gäste und machen mit ihren Paprika-Schiffchen mit Injera und zweierlei Linsengemüse dem selbstgewählten Gruppennamen „Die Linse“ alle Ehre. (mehr …)

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Lebenswege: Jan-Filip Ťupa – Ein Universalgelehrter der Musik / “Panakustika”-Auftakt am 5.10. im Museumssaal

Von Tim Gorbauch. Fotos Samira Schulz.

Musik war schon immer da. Sein Vater war Geiger, fest angestellt beim Opernorchester in Gelsenkirchen. Im Wohnzimmer thronte damals ein altes Tonbandgerät, ein Mittel der Selbstkontrolle, mit dem der Vater immer wieder das, was er zu Hause probte, aufnahm und abhörte. Mit 5 bekommt Jan-Filip Ťupa ein Cello. Es ist tatsächlich Liebe auf den ersten Blick, der Sound, die unendlichen Klangfarben. Aber bevor er den Plan fasst, Musiker zu werden, hat er als kleines Kind eine andere Idee: Universalgelehrter will er sein, belesen in Alchimie, Astronomie, Mathematik, Metaphysik. Seine Mutter musste ihm, 6 Jahre alt, mühsam erklären, dass dieser Beruf heute nicht mehr existiere. (mehr …)

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Jetzt bewerben: OB gewinnt Auto bei Balltombola – und verschenkt es an eine engagierte Einrichtung

So ganz konnte es OB Sven Gerich nicht fassen, als ausgerechnet er kürzlich bei der Olympischen Ballnacht im Kurhaus den Hauptpreis der Tombola gewann: einen Seat Mii Ecofuel im Wert von 14.399 Euro. Sofort, als er den Gewinn entgegennahm, verkündete der Wiesbadener Rathauschef, dass er das Auto auf keinen Fall selbst behalten werde. Profitieren solle eine soziale, karitative oder ehrenamtlich engagierte Einrichtung – nur das “wie” wolle er sich nochmal in Ruhe überlegen. Nun hat er seinen Wohltäter-Plan geschmiedet: Er schenkt das Fahrzeug einem Verein oder einer Institution, die ein zusätzliches oder überhaupt erstmal ein Auto benötigt. Der einfache Weg zum möglichen Autoglück: Brief an Oberbürgermeister Sven Gerich, Rathaus, Schlossplatz 6, 65183 Wiesbaden oder Mail an oberbuergermeister@wiesbaden.de mit Beschreibung des Vereins oder der Institution und Schilderung des Bedarfs, warum das Auto benötigt wird. Nach einer ersten Sichtung, welche Bewerber in Frage kommen, wird unter allen Vorausgewählten das Auto bei einer Ziehung in den Räumen des Wiesbadener Kurier verlost. (dif/Bild Wiesbadener Kurier)

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Raus aus der Komfortzone: Marco van Marle war als Lebensretter für Flüchtlinge im Mittelmeer unterwegs

Von Falk Sinß. Fotos Bente Stachowske.

„Sea Eye, Sea Eye für Charlotti 2, charlotti 2, radiocheck 1“, spricht Marco van Marle in sein Funkgerät. Es ist Mitte Juni, und er sitzt mit drei anderen Freiwilligen in einem kleinen Beiboot auf dem Mittelmeer, das kurz zuvor von der „Sea Eye“, einem umgebauten, alten DDR-Fischkutter der gleichnamigen Hilfsorganisation, zu Wasser gelassen wurde. Nachdem die „Sea Eye“ geantwortet hat, tuckern er und seine Kollegen los. Kurz danach umkreisen sie ein hoffnungslos überfülltes Schlauchboot voller Flüchtlinge. Etwa 140 sind es dieses Mal. Einige von ihnen sitzen auf dem Bootsrand, um Platz zu finden. Darunter auch schwangere Frauen und Kleinkinder. Marco van Marle und seine Kollegen verteilt Schwimmwesten an die Schiffbrüchigen. Anschließend beginnt das Warten auf ein Boot der italienischen Küstenwache oder ein Militärschiff anderer EU-Staaten. Diese patrouillieren im Mittelmeer. Sie sollen die Flüchtlinge aufnehmen und nach Italien bringen. „In Ausnahmefällen nehmen wir Flüchtlinge auch an Bord, etwa wenn Kranke, Schwangere oder Kinder unter den Flüchtlingen waren. Die werden dann auf der Sea Eye ärztlich versorgt“, sagt der 33-jährige Erzieher. (mehr …)

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Geschäft des Monats: M41 Repair Café, Moritzstraße 41

Von Anja Baumgart-Pietsch. Fotos Kai Pelka.

Die Kundin ist zufrieden: Das Radio spielt wieder, der Wasserkocher dampft. Gleich zwei Geräte hat Yassine Djelassi repariert – und es ging ganz fix. Der junge Tunesier ist Mitarbeiter im „M41“, Wiesbadens neuestem Repair-Cafe. Von diesen gibt es mittlerweile fast in jedem Vorort eines. Im Westend war das erste, schon 2013 haben Klaus Wollner und Manfred Rosental damit angefangen. Dort gibt es auch immer noch eins, genau wie im Schelmengraben, in Kastel, Bierstadt, Klarenthal und noch einigen anderen Orten. (mehr …)

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Rollen für Hansi, die gute Seele vom Schlachthof – Charity-Skatecontest am Samstag ab 14 Uhr

Für die gute Sache: Am Samstag, 23. September, 14 bis 20 Uhr, steigt der Charity-Skatecontest am Schlachthof, um Hansi (auf den ersten Blick Pfandflaschensammler, auf den zweiten Blick die gute Seele und absolute Kultfigur vom Schlachthof und Kulturpark – für alle, die ihn noch nicht kennen). Um ihn für seine Verdienste zu ehren – und weil er nach 30 Jahren aus seiner Wohnung geschmissen wird, gibt es an diesem Samstag:  Charity-Skatecontest im Skatepark am Schlachthof – oder “Rollen für Hansi!” Ausgedacht und organisiert von dem jungen Skater Leon Nussbeutel mit ein paar Freunden aus der Skaterszene. Alle, die Lust haben bei guter Laune, Musik (DJ Kenny und The Shrooms), gutem Essen, kühlen Getränke, Preisen und interessantem Skateboarding einen schönen Tag verbringen, sind willkommen – nach dem Motto: Alle miteinander! Alle Infos hier(leh/Bild Leon Nussbeutel)