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Kolumne: Falk Fatal deckt auf – und eine Leserin stopft den sensor empört (und heimlich lesend) in die Tonne

Diese Kolumne ist dem unbekannten Leser gewidmet, der immer noch glaubt, die Presse allgemein und der sensor im Speziellen würden nicht frei berichten, sondern nur schreiben, was die Regierung befiehlt. Als Beleg dazu dient ihm auch diese Kolumne. Früher sei der Kolumnist bissig gewesen, heute würde er nur noch angepasst schreiben. Tja, was soll ich sagen? Es ist alles wahr. Man ist uns auf die Schliche gekommen. Wir schreiben nur, was man uns vorgibt.

Jeden Morgen klingelt um 8 Uhr bei allen 72.500 deutschen Journalisten (und zeitversetzt bei den Auslandskorrespondenten deutscher Medien) das Telefon. Im Display leuchtet eine Berliner Vorwahl auf. Ich weiß dann schon, wer am anderen Ende der Leitung sein wird:  Regierungssprecher Steffen Seibert oder jemand aus seinem Mitarbeiterstab, um mir mitzuteilen, was ich heute schreiben soll. Diese Gespräche sind kurz und knapp, aber dennoch auf das jeweilige Fachgebiet der Journalisten abgestimmt.

Der Kollege vom Inlandsressort muss etwas Positives über Bundeskanzlerin Angela Merkel schreiben, die Kollegin des Auslandsressorts muss Putin und Erdogan ordentlich in die Pfanne hauen. Und selbst die Kollegen vom Sport werden angehalten, Fußballspieler wie Mesut Özil oder Mario Götze auch nach schlechten Spielen nicht allzu hart anzufassen.

Nachdem wir unsere Instruktionen bekommen haben, geht es an die Arbeit. Wir interviewen die Personen, die uns das Bundespresseamt genannt hat. Wir schreiben, drehen oder sprechen unsere Beiträge ein. Dann kontrolliert der Zensor, ob der Beitrag die gewünschten Inhalte vermittelt. Tut er das nicht, muss der Bericht umgeschrieben oder umgeschnitten werden – solange bis der Zensor zufrieden ist.

Das klingt jetzt mühsamer, als es wirklich ist. Aber was macht man nicht alles, um seinen Job zu behalten. Leider leben wir nicht in einem Land wie der Türkei oder Russland, in dem die Presse frei ist. Wo Journalisten kritisch über die Machenschaften der Regierung berichten können, ohne Angst haben zu müssen, sofort in den Knast zu wandern oder Opfer eines Giftanschlags zu werden. Deshalb machen wir mit. Niemand verliert gerne sein Leben.

Natürlich gibt es Kollegen, die sich von denen da oben nicht einschüchtern lassen, die beharrlich ihre Meinung schreiben und nach der Wahrheit suchen. Wie Udo Ulfkotte zum Beispiel. Aber zu was für einem Preis! Offiziell starb Ulfkotte an einem Herzinfarkt. Aber es ist ein offenes Geheimnis, dass der Geheimdienst ihn mit einer Herzinfarkt-Pistole ermorden ließ. Diese modifizierte Pistole verschießt Pfeile mit gefrorenem Gift, das Herzinfarkte auslöst und nicht nachweisbar ist.

So, ich muss jetzt Schluss machen. Mein Telefon klingelt. Steffen Seibert will mich sprechen.

P.S. Achtung, Satire!

Mehr Verschwörungstheorien: http://fatalerror.biz


PPS_ Nach der Veröffentlichung dieser Kolumne in der sensor-April-Printausgabe erreichte uns dieser Leserbrief:

Betreff:

SENSOR: Keine Zustimmung

Sensor Wiesbaden

Chefredakteur Dirk Fellinghauer

65183 Wiesbaden

hallo@sensor-wiesbaden.de

 

Zur Kenntnisnahme:

VRM Verlagsleitung, Vorstand und Geschäftsführung

 

Zur Kenntnisnahme:

Kolumnist und Lehrbeauftragter Falk Sinß

 

SENSOR: Keine Zustimmung

Sehr geehrter Herr Fellinghauer,

in der aktuellen Ausgabe 52/17 des „Stadtmagazins für Wiesbaden“ SENSOR stellen Sie eine angeblich „überwältigende Zustimmung“ der LeserInnen für Ihre „großartige Arbeit“ fest.

Soweit sich das auf die vom SENSOR vorgetragenen politischen Inhalte bezieht, kann ich Ihnen diese Zustimmung nicht erteilen..

Die Artikel und Kolumnen des SENSOR nehmen bei vielen Gelegenheiten einen belehrenden, politisch deutlich linksgerichteten Standpunkt ein, bei dem auch frauenfeindliche und diskriminierende Positionen gegenüber der Bevölkerung bezogen werden.

Unvergesslich bleibt die Relativierung der massenhaften Übergriffe auf Frauen in Köln und vielen anderen Städten in der Kolumne des Sensor 2016/02. Herr Sinß glaubte die weibliche Leserschaft darüber aufzuklären, dass Herr Brüderle von der FDP und das Münchner Oktoberfest für Frauen mindestens ebenso gefährlich seien, wie der Domplatz in Köln zu Sylvester.

Ein meiner Meinung nach nicht allzu intelligenter Standpunkt, den der Sensor unter seiner Leserschaft konsensfähig machen wollte.

Gesellschaftlich und politisch nicht deutlich Links orientierte Menschen werden vom Team Fellinghauer/Sinß unter bigotter Empörung beschimpft, beleidigt, herabgewürdigt, bisweilen auch mittelbar bedroht – so geschehen rund um die Kommunalwahlen, als Falk „Fatal“ in seiner Kolumne der Ausgabe April 2016 zu entschlossenen Aktionen gegen die seiner Meinung nach „falsch Gewählten“  und deren verdammenswerte WählerInnen aufrief. Auch die darauf folgende Ausgabe widmete sich diesem Thema.

Ihr Magazin ist meiner Ansicht nach ein übles Hetzblatt in politisch einseitiger Positionierung, ein kommunales Möchtegern-„Neues Deutschland“ mit einem pseudointellektuellen Kolumnisten, dessen Vorbild Eduard Schnitzler sein dürfte und einem allmonatlich von sich selbst zutiefst begeisterten „Chefredakteur“. Hier sind keine Journalisten am Werk, sondern linkspopulistische Akteure, selbsternannte Volkserzieher und Hetzredner.

Die aktuelle Ausgabe Nr. 52 / April 2017 belegt meine Vorbehalte:

Kolumnist Falk „Fatal“ belehrt mit vermeintlichem Spott einmal mehr zum Thema Wahrheit – die natürlich er alleine verlässlich zu kennen glaubt. Ihm bleibt dabei jede Sichtweise, die nicht der Seinen entspricht, vollkommen unverständlich und deshalb fordert er erneut auf, Andersdenkende zu diskriminieren und entschlossen zu bekämpfen. Seinen Text kennzeichnet er als “Satire” und verweist für “Weiteres” auf seien Blog. Gut fügt sich in den Tenor dieser Ausgabe der Aktivist und selbsternannte Zensor Martin Kraft ein, der ganzseitig vorgestellt wird und stolz darauf ist, ihm nicht zusagende Meinungen und Beiträge aus Wikipedia zu löschen. Der sensor applaudiert dazu. Alledem voran steht das vom Eigenlob berauschte Editorial.

Ein Fall für den Presserat.

Ich bedauere, dass dieses entbehrliche Magazin dank Werbe- und Fördergeldern in nicht unerheblicher Auflage überall in der Stadt kostenlos herumliegt. Ich bräuchte es nicht. Es sei denn, meine Abfalltonnen mit Papier auszulegen.

MFG

Gabriele Bauer

Sehr geehrte Frau Bauer,

es freut uns, dass es Ihnen offenbar gelingt, den sensor, auch wenn sie ihn, wenn überhaupt, nur brauchen, um ihre Abfalltonnen damit auszulegen, so intensiv zu lesen.

Ach ja: Als rein anzeigenfinanziertes Magazin erhalten wir übrigens keinerlei Fördergelder.

Und eine Frage noch: Sie schreiben: “in der aktuellen Ausgabe 52/17 des „Stadtmagazins für Wiesbaden“ SENSOR stellen Sie eine angeblich „überwältigende Zustimmung“ der LeserInnen für Ihre „großartige Arbeit“ fest.” Wir können diese Zitate in der Ausgabe gar nicht finden. Helfen Sie uns bitte nochmal auf die Sprünge? Vielen Dank!

 

Ein Kommentar “Kolumne: Falk Fatal deckt auf – und eine Leserin stopft den sensor empört (und heimlich lesend) in die Tonne

  1. Könnte es sein, dass die Schreiberin eine Freundin von Frau Rose-Lord Scholz ist? Mit der seid Ihr ja recht unfreundlich umgegangen.
    Liebe Grüße
    Diana Verena Krämer

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