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„Mephistos Bullenstall“ macht Schluss mit „Schubladengastronomie“ – voraussichtlich ab Februar

 

Mit dem für heute angepeilten Eröffnungstermin wird es nix, was aber keine Überraschung ist. Eher das Gegenteil wäre eine Überraschung gewesen. Mit den geplanten Eröffnungsterminen wird es nämlich eigentlich nie etwas bei größeren Gastronomieprojekten, zumindest nicht – warum auch immer, an den Gastronomen selbst liegt es in der Regel nicht – in Wiesbaden.  Also auch nicht bei „Mephistos Bullenstall“, wie die lange verwaiste Wartburg-Gastronomie künftig heißen wird. „Grob ist der 1. 2. geplant“, teilte Sten Brüderlin sensor heute auf Nachfrage mit. Sten ist einer der zwei langjährigen ReizBar-Macher und damit, wie wir bereits berichtet haben – gemeinsam mit Daniel Delrue – einer der zwei künftigen Macher von „Mephistos Bullenstall“ in der Schwalbacher Straße. Ein eingespieltes und erfahrenes Gespann, dem die dauerhafte Wiederbelebung der klasse Räumlichkeiten, in  denen so vieles möglich ist, aber in den letzten Jahren gar nichts ging, gelingen sollte. Daniel erklärte sensor, warum.

„Locker trotz des sehr noblen Ambientes“ soll es im Erdgeschoss des geschichtsträchtigen Gebäudes  bald zugehen, wofür auch „innenstadtuntypische Preise“ sorgen. Vom Qualitätsniveau wird das Angebot bei Cocktail & Co – Daniel ist professioneller „Barmeister“ – mit edelsten Häusern der Stadt wie Nassauer Hof oder Schwarzer Bock mithalten können, das Preisniveau allerdings deutlich niedriger liegen. Drinks sind nur eine von vielen Möglichkeiten, wie man die Abende – garantierte Öffnungszeiten Montag bis Samstag 17 bis 1 Uhr, Freitag bis 2 Uhr, „es kann auch mal länger werden“ – genießen kann. In der Vollküche werden Crossover-Gerichte aus der ganzen Welt, gepaart mit Eigenkreationen, zubereitet. Hausgemachte Nachos werden à la minute serviert, Hähnchenspieße mit hausgemachter Erdnusssauce haben das Zeug zum Klassiker.

Livemusik, Kleinkunst, Partys

Für Essen und Trinken ist also gesorgt. Fehlt noch die Kultur. Ein eigens engagierter professioneller Booker, der sich schon jetzt über mangelnde Bewerbungen spielwilliger Bands nicht beklagen kann, wird für regelmäßige Livemusik sorgen. Ein fester Pianist ist bereits engagiert, Kleinkunst, Comedy und mehr werden ein neues Forum finden, auch in Absprache mit dem Staatstheater und dem Kulturamt. Selbst zur Partylocation könnte sich „Mephistos Bullenstall“ mausern. Alles, was sich jenseits von Tellern und Gläsern abspielen wird, muss sich aber nach Daniels Willen langsam und wohl bedacht entwickeln: „Unser Hauptaugenmerk ist die Gastronomie, der Eventbereich ist nur ein Zuckerguss. Wir sind kein Eventtempel, kein Mini-Schlachthof“. Ungenutzt soll die vorhandene Bühne, inklusive fester PA, aber keineswegs bleiben. Und auch an den Wänden wird sich immer was tun. Die erste Ausstellung bestreitet der Wiesbadener Stefan Schaefers mit, passend zur Historie des Hauses, Bandfotografie.

Von der Westend-Institution ReizBar in der Goebenstraße wollen die Neuen in der Wartburg große Teile ihres bewährten Konzeptes übertragen. Dazu gehört auch, „keine spezielle Zielgruppe“ im Sinn zu haben: „Von jung bis alt, von Banker bis Punker, sind alle, die Spaß am Weggehen haben, willkommen“. Der Effekt, dass Gäste trotz großer Unterschiedlichkeit miteinander in Kontakt kommen, sei ein großer Erfolgsfaktor der ReizBar, auf den man auch im neuen zusätzlichen Domizil setze: wie im Westend will man nun auch in der Innenstadt einen Laden jenseits der üblichen „Schubladengastronomie“ etablieren.

“Es wird sich etablieren”

Die große Frage, ob und wie sie zwei Läden parallel schmeißen können, ist für Daniel keine Frage. „Ich bin nicht so begehrenswert, dass die Gäste mich jeden Abend sehen müssen“, verweist er darauf, dass er auch in der ReizBar „nur“ zwei Abende in der Woche persönlich präsent sei. Nichtsdestotrotz wird er natürlich gerade in der Anfangszeit verstärkt am neuen Ort, der ungefähr doppelt so groß ist wie die ReizBar und ab dem Frühling mit gleich zwei Terrassen aufwartet, vor Ort sein. Das ehrgeizige und dabei fast tiefenentspannt auftretende Duo, das vom Kulturamt angesprochen wurde und den 3-Jahres-Pachtvertrag nach “sehr angenehmen Verhandlungen” unterschrieben hat, startet das neue Projekt mit Respekt, aber fast ohne Zweifel: „Wir haben uns das so überlegt, dass es funktionieren kann. Es wird sich etablieren.“ Zu wünschen ist es den Machern, den Gästen und der Stadt. (Dirk Fellinghauer)

http://mephistos-bullenstall.de/

Ein Kommentar “„Mephistos Bullenstall“ macht Schluss mit „Schubladengastronomie“ – voraussichtlich ab Februar

  1. Super, das hört sich klasse an. Dann drück ich mal die Daumen für den Start. Wird auch Zeit, dass diese Location mal wieder mit Leben gefüllt wird und die ReizBar hat ein klasse Konzept. Haut rein!

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