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sensor-Wochenendfahrplan: Zwischen neuen Theaterstücken und alten Schmuckstücken

 

Von Laura Ehlenberger. Fotos Karl und Monika Forster (links) / Veranstalter.

Was für eine Woche! Obama-Abschiedsrede und Trump-“Pressekonferenz” in den USA, Verkündung großer Visionen für Walhalla und heimathafen/Altes Gericht in Wiesbaden. Und nu? Wochenende! Angekündigte Sturmböen und Schneefälle hindern Wiesbadens Kulturinteressierte und Feier- und Ausgehfreudige auch an diesem Wochenende nicht daran, das Haus zu verlassen. Der sensor-Wochenendfahrplan ist da unter Anbetracht der Wetterverhältnisse der passende Kompass, um schnell vom eigenen Heim wieder ins Warme zu gelangen.

FREITAG: 

Konvergenz (Bergbau): So heißt die Gruppenausstellung, in die der Nassauische Kunstverein ab 18 Uhr Einblicke gewährt. Unter dem Motto „Annäherung von Hängendem und Liegendem“ treffen ehemalige und aktuelle Studierende von Andrea Büttner, Professorin für Zeichnung an der Kunsthochschule Mainz, zusammen. Arbeiten aus den Bereichen Zeichnung, Malerei sowie Bildhauerei von zwei Generationen sollen zum Dialog und der Wahrnehmung künstlerischer Positionen anregen. Die Ausstellung wird heute eröffnet und läuft  bis zum 5. März.

Maria Sibylla Merian: Bereits als Kind begann die Frankfurter Bürgerstochter im elterlichen Garten die Natur zu erforschen. Dabei gelangen ihr Entdeckungen, die sie zu Lebzeiten berühmt machten: so zum Beispiel die Verwandlung der Raupe zum Schmetterling. Dank einer vielseitigen Ausbildung leistete Merian der Aufklärung einen großen Vorschub. Das Museum Wiesbaden präsentiert in ihrer Naturhistorischen Sammlungen Tafeln mit von Merian gesammelten Tieren, sie zählen zu den bedeutendsten Schätzen des Museums. Eröffnung ist um 19 Uhr.

Rebellisch ins Wochenende: Andersdenkende und Gleichgesinnte können sich ab 19 Uhr die Köpfe heiß reden. Ort des Geschehens ist der Infoladen. An jedem zweiten Freitag im Montag lädt der Wiesbadener Rebell zum Kneipenabend. Die Besucher erwarten Getränke, Musik und gute Gespräche – zuhause bleiben sollten alle Freunde faschistischen, rassistischen und sexistischen Gedankenguts.

Proberaumfestival #1/2017: In den Katakomben der Kreativfabrik schlummert großes musikalisches Talent. Beim traditionellen Proberaumfestival sollen auch 2017 wieder alle Bands aus allen nur denkbaren Genres und aus allen möglichen Proberäumen ihr Können unter Beweis stellen. Die Spielreihenfolge wird am Abend ausgelost. Bisher stehen die folgenden Bands auf dem Programm: die Amerikanerin Julia Nelson & the Krautboys, der Alternative Rock der Dauergäste Gentlemen’s Descent, Prog Rock von Gentle Gent und neu dabei: Foreign Faces.

Ab jetzt: Abgeschottet von der Welt arbeitet der Komponist Jerome besessen an einem Monumentalwerk über die Liebe. Dafür sampelt er Alltagsgeräusche und Sprachfetzen, die er ununterbrochen aufzeichnet. Frau und Tochter haben ihn wegen dieses Abhörwahns bereits verlassen. Doch als dann das Jugendamt das Besuchsrecht für seine Tochter prüfen will, ist er gezwungen, soziale Kompetenz zu zeigen. Anstelle seines Haushaltsroboters muss nun eine „echte“ Verlobte her Zoe. Während Jerome für das perfekte Kunstwerk all seine Lebenageräusche aufzeichnet und sich Schauspielerin Zoe beim Versuch, die Geliebte zu spielen, tatsächlich verliebt, wird all dies von einem dysfunktionalen Roboter endgültig ad absurdum geführt – erstmalig um 19.30 Uhr im Hessischen Staatstheater.

Raving Iran: So heißt der Schlachthof-Film des Monats. Wegen einer besonders großen Nachfrage zeigt der Schlachthof die Produktion über Anoosh und Arash, zwei DJs, die für ihre Leidenschaft Kopf und Kragen riskieren, erneut – um 20 Uhr. Die jungen Protagonisten sind die Stars der verbotenen Techno-Szene in Teheran. Das ersehnte Visum bringt sie als Gäste nach Zürich zur Streetparade und damit zu einem der berühmtesten House- und Techno-Events der Welt. Der Film ist ein echtes Underground-Werk – zum Nachdenken und Mitraven.

Hitzewelle (Kafsonas): Klirrende Kälte draußen, während die Caligari Filmbühne um 20 Uhr ein Griechenland der nahen Zukunft skizziert: Unerträgliche Hitze und Wasser ist eine äußerst kostbare Ressource. Ashraf, ein arabischer Migrant, soll in diesen Zeiten Villa und Swimmingpool einer reichen Familie bewachen. Die Stimmung ist angespannt. Gewalt und Aggression liegen in der Luft. Auch die abgeschiedene Villa scheint kein sicherer Rückzugsort zu sein. Joyce Nashawatis besonderer Mystery-Thriller ist realistischer, als wir es wahrhaben wollen.

Nightcrawling #64 mit Schwefelgelb: Zur Saisoneröffnung hat der Schlachthof bei seiner dienstältesten Party eine besondere Live-Performance organisiert: Schwefelgelb. Das Body Music Duo aus Berlin hat sich mit seinen Live-Shows samt Projektionen und Strobos schon bis nach Japan gespielt. Um 21.30 Uhr heizen sie das Kesselhaus ein, wo die Nightcrawling seit einem Jahrzehnt zum festen Repertoire gehört – mit einem Mix aus Elektro, Industrial und Goth-Pop.

Mischbar – Open Turntables – Strictly Vinyl: Die Idee der “Mischbar” ist es, junge und alte, erfahrene und unerfahrene DJs zusammenzubringen. Es ist ein Podium zum Platten drehen für alle, die es bereits können oder sich probieren wollen – und für die, die einfach nur zuhören möchten. Start ist um 22 Uhr im Kontext.

SAMSTAG: 

Mit dem Ski-Express auf die Platte: Der Ski-Express von ESWE Verkehr fährt jeweils am Samstag und Sonntag ab 8.27 Uhr auf die Platte: Die Busse der Linie 30 fahren im Stundentakt ab der Haltestelle Hauptbahnhof, Bussteig B, zum Jagdschloss. Die letzten Fahrten erfolgen jeweils um 15.27 Uhr. Zurück geht es im Stundentakt zwischen 10 Uhr und 17 Uhr.

“Farm of Hope”: Das St. Josefs Hospital lädt um 14 Uhr zu einem Vortrag über ein Kinderhilfsprojekt in Ghana. Nach seiner viermonatigen Ghana-Reise wird der Projektleiter Kwasi Heiser “Farm of Hope” vorstellen und gleichsam über aktuelle Entwicklungen berichten. Eine Voranmeldung wird gewünscht.

„Cyclomania – Radelnde Frauen”: Das Frauen Museum feiert den 200. Geburtstag des Fahrrads und lädt Technikinteressierte, Hobbyradler und Sportfreunde zu einer Zeitreise in die Geschichte des Damenradfahrens ein.
Eine Führung durch diese besondere Ausstellung findet um 14:30 Uhr statt. Ein Besuch – ohne Führung – ist für jeden ab 12 Uhr möglich.

Akustikkonzert mit Polly Garter: Polly Garter, das ist eigentlich Sarah Williams. Unter ihrem Pseudonym ist die Britin als Singer-Songerwriterin unterwegs. Ihre Karriere startete sie als Schlagzeugerin im Indie-Pop-Trio „The Research“, später war sie Lead-Sängerin der Band „The Birthday Kiss“. Nach einiger Zeit abseits der Musik, begann die aus Brighton stammende Musikerin wieder Lieder zu schreiben. Derzeit nimmt sie neues Material für ihre Debüt-EP auf. Eine Geschmacksprobe gibt es ab 19 Uhr im Schlachthof. Der Eintritt ist frei.

Auerhaus (Foto oben): „Birth, school, work, death“ – ist es das, was das Leben letztlich sein wird? Mitte der Achtziger in der dörflichen Provinz sieht jedenfalls alles danach aus. Dass es für Höppner trotzdem anders läuft, hat mit seinem Freund Frieder zu tun. Dessen Versuch, dem normalen Leben durch Selbstmord zu entgehen, ist missglückt – damit dieser aber weiterhin am Leben bleibt, darf er mit Höppner und ein paar anderen ins leere Haus seines Großvaters ziehen: Diese skurrile Schüler-WG mitten auf dem Land, dargestellt von Maximilian PulstNils Strunk und Llewellyn Reichman in einer Inszenierung von Barbara Hauck nach dem Roman von Bov Bjerg, wird um 19.30 Uhr in der Wartburg erstaufgeführt.

„Katz & Maus – Eine Milieustudie“ des Freien Theaters Wiesbaden ist ein Theaterstück über Schein, Sein und Liebe während der wilhelminischen Epoche, hineinprojiziert in einen einzigen Abend im Leben der Protagonisten. Wie eine Moritat erzählt sie feinsinnig von Sehnsüchten und Widersprüchlichkeiten dreier Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können und deren Drang nach Freiheit zu einer unheilvollen explosiven Mischung wird. Begleitet wird das „Köstliche Theater“ von den Hofköchen, damit wird dieser Abend ab 19 Uhr im Kulturpalast für den Zuschauer ein unvergessliches Erlebnis.

Wound / Vidargängr / the Fog: Wound aus Wiesbaden ließen in den letzten zwei Jahren relativ selten von sich hören. Nachdem sie fleißig an ihrem zweiten Album gearbeitet haben, steigt nun die Spannung, ob sie ihrem Death-Crust-Rock’n’Röll treu geblieben sind. Um 20 Uhr steigt im Kesselhaus des Schlachthofs die Pre-Release-Party. Auch am Start:  Vidargängr aus Leipzig und The Fog aus Mainz.

Leichenschmaus und schwarze Katzen: Dieses skurrile Dinnertheater erwartet Besucher um 20 Uhr im Kuenstlerhaus43. Nach den Geschichten E.A. Poes wird Sir Wilson die Anwesenden mit auf eine Zeitreise zurück ins Jahr 1850 nehmen – zu einem Leichenschmaus. Während die stumme Hausangestellte Eleonore mit großen Augen die Geschehnisse verfolgt, filmt Wellington, der freundliche Diener, das ganze schaurige Geschehen und die Reaktionen der Besucher.

Orchestra Haydn di Bolzano e Trento: Unter der Leitung von Arvo Volmer und mit Alexey Stadler am Violoncello hört das Publikum ab 20 Uhr im Kurhaus ausgewählte musikalische Meisterwerke Beethovens, Dvoráks und Schuberts.

Wackerschnuppen – Impro im Dreivierteltakt: Improtheater in der Tanzschule Weber- das verspricht eine dynamische Mischung aus Musik und Theater. Im Gegensatz zur einstudierten Tanzchoreografie ist hier alles unvorhersehbar. Niemand, weder Zuschauer noch Spieler, weiß zuvor, welches Bühnenspiel aus dem Augenblick heraus ins Leben gerufen wird. So folgt eine Uraufführung der anderen. Jede Szene gibt es nur ein einziges Mal. Um 20 Uhr startet die Session.

„Zu alt für den Scheiß!“: Juan Valle, Chef und Gründer der Technorebellen feiert seinen Geburtstag. Dass er noch lange nicht zu alt für den Scheiß ist, beweist er immer wieder aufs Neue. Ab 22 Uhr wird er im Kontext „richtig dick“ gefeiert.

Love is the answer: „Gerade in Zeiten wie diesen ist es immer wichtiger, dass wir zusammenrücken“ – mit diesen eindringlichen Worten kündigt das Wohnzimmer eine ihrer Partys an. Ab 23 Uhr wird im Namen der Liebe getanzt und gefeiert.

Extraordinary: Zur gleichen Zeit öffnen sich im Kulturpalast die Türen zu dessen Lieblings-Indie-Rock-Sixties-Soul-Whatever-Party, die den Wiesbadenern auch im sechsten Jahr treu bleibt. Angekündigt sind geile Musik und einige Specials.

SONNTAG:

Schachliga: Um 9.30 Uhr treten die Schachfreunde Stiller Zug gegen die erste Mannschaft des TuS Makkabi Wiesbaden 1 an. Es ist das zweite Heimspiel der insgesamt fünften Runde der Bezirksliga.

Neujahrs-Kammerkonzert: Unter dem Titel „Heimweh & Elfentanz“ entführt das Salon-Ensemble des Hessischen Staatsorchesters sein Publikum um 11 Uhr im Hessischen Staatstheater. Mit Musik von Edvard Grieg, Jean Sibelius, Christian Sinding, Joseph Lanner, Josef Strauß und Johann Strauß geht es in den Norden.

Weiberkram: Um 11 Uhr öffnet der Schlachthof endlich wieder seine Pforten für den Mädelsflohmarkt. Willkommen sind Schnäppchenjäger, Trödelfans und Modeverrückte auf der Suche nach Außergewöhnlichem. Das Motto: Klamotten, Musik, Kunst und Bier. Mit von der Partie sind ein Straßentheater, ein Upcycling-Workshop, Essensstände und DJs, die für den passenden Soundtrack sorgen.

Benefizgala “Die Welt der Kampfkünste”: Kampfsport hat viele Facetten. Wie groß und vielseitig die Welt der Kampfkünste tatsächlich ist, wird auf der Benefiz-Gala der Kampfsportvereine gezeigt. Um 16 Uhr zeigen die Vereine Budo-Schule, Judo-Club Kim-Chi, Judo Club JC, PSV und Han-Dok in der Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit ihr Können. Der Erlös geht an Wiesbadens Sportförderung.

Der Ring des Nibelungen – Die Walküre: Im Großen Haus des Hessischen Staatstheaters feiert um 17 Uhr diese Oper ihre Premiere in neuer Inszenierung: „In eig’ner Fessel fing ich mich, ich unfreiester Aller!“ – Wotans verzweifelter Aufschrei zeigt die Veränderung seiner Position: Ohnmacht statt Macht, Stillstand statt Gestaltungsspielraum. Er ist nicht Herr, sondern Knecht der von ihm geschlossenen Verträge. Der die Weltherrschaft verheißende Ring, dessen sich Wotan widerrechtlich bemächtigt hatte, entfaltet nun seinen Fluch… Im Vorfeld der Premiere  findet um 15.30 Uhr die offizielle Eröffnung der Ausstellung “Richard Wagners Der Ring des Nibelungen in der Welt des Plakats” im Hessischen Staatstheater statt. Die Ausstellung zeigt Exponate aus der Kollektion des Münchner Sammlers Heinz Lukas Kindermann und enthält kunstvoll gestaltete Theaterplakate aus Europa, Amerika und Asien, die für Richard Wagners Meisterwerk werben.

„Schuhe, die passen!“: Ein neues Stück von Franz das Theater feiert Premiere. Das Theaterprojekt ist von und mit Menschen mit Handicap entstanden. Ihre neuste Inszenierung handelt vom Suchen und Finden, Reden und Schweigen, von verpassten Momenten, zu großen Schuhen und einer unerwarteten Liebe. Weitere Vorstellungen finden am 18., 19., 20. und 21. Januar – jeweils um 19.30 Uhr – und am 22. Januar um 17 Uhr statt.

Das Beste aus 10 Jahren Tobias Mann: Um 20 Uhr tritt Tobias Mann anlässlich seines zehnjährigen Bühnenjubiläums im Herzog Friedrich-August-Saal mit seinem „Best Of“-Programm auf – die Crème de la Crème aus einem Jahrzehnt exquisiter komödiantischer Feinkost. Altes aufpoliert und mit neuen Nummern zum Tagesgeschehen garniert, erwartet das Publikum eine einzigartige Show.

Geschichten aus Teheran (Ghesse-ha): Die iranische Filmemacherin Rakshan Bani-Etemad kehrt mit ihrem neusten Film zu ihren Wurzeln zurück. Sie widmet sich Menschen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen und verwebt deren Geschichten zu einer mutigen vielschichtigen Erzählung aus Teheran. Es sind Geschichten über Liebe in Familien, Freundschaften und Beziehungen, sie schenken den Menschen Kraft, um für ein besseres Leben zu kämpfen. Ihr Werk entstand nur durch Unterwanderung der Zensurbehörde. Beginn ist um 20 Uhr in der Filmbühne Caligari.

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