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Warum plötzlich mitten in Wiesbaden eine Anti-Apartheid-Bank steht – Trigger und Einladung

Als „Sinnbild für systematische Ausgrenzung“ wurde jetzt mitten in Wiesbaden eine besondere Bank aufgestellt – „mit Trigger zum Nachdenken und für freie Gedanken“. Heute nahm auch der Kulturdezernent der Landeshauptstadt darauf Platz.

Nach früheren Stationen in Frankfurt, Offenbach, Kassel und Hanau steht vor dem Kaiser-Friedrich-Ring 8 , auf einer der Hauptverkehrsadern der Stadt, die Anti-Apartheid-Bank von Norbert Biba (Foto oben, links, daneben Kulturdezernent Axel Imholz). Die Idee für diese Projektarbeit entstand im Dezember 2006 in Südafrika und soll Passanten auf das Thema Rassismus und Ausgrenzung aufmerksam machen.

„Es gab immer wieder Orte im öffentlichen Raum, deren Zugang ausdrücklich nur für Menschen mit einer bestimmten Hautfarbe, Herkunft oder Religion vorgesehen oder verwehrt war“, “erklärt der Künstler Nobert Biba: „Im Fokus meiner Arbeit steht eine Sitzbank, die sinnbildlich für diese systematische Ausgrenzung steht, die auch gerade in Deutschland an dunkelste Zeiten erinnert. Sie kann dazu anregen, über die allgemeinen und aktuellen Entwicklungen nachzudenken, die das Potenzial haben, die Gesellschaft zu spalten.“

Anstoß zur Realisierung der Bank war im Jahr 2013 die Schweizer Volksabstimmung, als es dort um ein restriktiveres Asylgesetz ging. Als Abschlussarbeit fertigten Schülerinnen und Schüler der Heinrich-Kleyer-Schule in Frankfurt gemeinsam mit dem Berufsschullehrer Norbert Hieronymi und Norbert Biba die Sitzbank an, die seitdem an verschiedenen Orten aufgestellt war und derzeit in Wiesbaden steht.

„Ich freue mich, dass wir mit der Anti-Apartheid-Bank von Norbert Biba nicht nur ein weiteres, wenn auch nur temporäres Kunstwerk im öffentlichen Raum in Wiesbaden präsentieren können, sondern auch über die politische Botschaft, die dieses Projekt mit sich bringt. Selten werden wir in der Realität so mit direkter Ausgrenzung konfrontiert – das Kunstobjekt erinnert uns daran, dass es in unserem Alltag abseits einer ‚schwarz-weißen‘ Sitzbank leider zu Genüge Diskriminierung und Ungleichbehandlung in der Gesellschaft gibt“, so Kulturdezernent Axel Imholz, als er heute auf der Bank Platz nahm.

Einladung zum Gespräch

Alle sind dazu eingeladen, die Sitzbank aus der Nähe zu betrachten und ins Gespräch zu kommen. Darüber hinaus bietet Norbert Biba an, die Bank auch an anderen Orten aufzustellen. Interessierte können sich hierzu an den Künstler wenden – mehr Infos darüber gibt es auf www.dieBank.info. Dort heißt es, die Bank sei ein „Trigger zum Nachdenken und für freie Gedanken, denn Freiheit und Frieden sind nicht selbstverständlich.“ (dif/Fotos Stadt Wiesbaden)

 

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