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Wiesbaden wanderbar

Von Selma Unglaube. Fotos: Ben Schroeter

Zum 45. Mal finden in diesem Jahr die Wiesbadener Wandertage statt. Der erste von zehn Terminen ist am 15. April. Wer schnürt da eigentlich seine Schuhe?

„Die jungen Leute geben lieber viel Geld für Fitnessstudios aus, wo sie den Walking-Kurs belegen und dann von Biebrich nach Schierstein laufen. Dabei könnten sie für wenig Geld sehr viel Spaß bei den Wiesbadener Wandertagen haben.“ Alexander Grautegein vom Sportamt Wiesbaden bedauert, dass die junge Zielgruppe für die Veranstalter der Wiesbadener Wandertage praktisch unerreichbar ist. Für etwas frischen Wind sorgt allerdings seit zwei Jahren die Teilnahme des Verkehrsclub Deutschland, deren Mitglieder laut Grautegein „weitaus jüngere Menschen“ sind. Auch Eberhard Mangelsdorf vom Volkssportverein Wiesbaden bemängelt, dass junge Leute heutzutage lieber unorganisiert trainieren. Dabei hat das Wandern neben jeder Menge frischer Luft weitaus mehr zu bieten. Es geht nicht alleine um das Runterlaufen von Kilometern, sondern auch darum, die schöne Landschaft zu genießen und kennen zu lernen und möglicherweise neue Freundschaften zu knüpfen.

„Jede Veranstaltung hat ihren eigenen Reiz“

Ein richtiges Urgestein ist Anneliese Illner, die gemeinsam mit ihrer Schwester seit den ersten Wandertagen 1967 mit dabei ist. „Das Wanderfieber haben meine Schwester und ich von den Eltern mitbekommen. Schon als Jugendliche war ich dabei, weil die Eltern mitgelaufen sind.“ Dabei geblieben sei sie, weil ihr beim Wandern „die Natur, das gemütliche Beisammensein, die Strecken und die Bewegung im Verbund“ gefielen.

Die Wiesbadener Wandertage finden dieses Jahr zum 45. Mal statt. Am 15. April geht es wieder los mit der ersten von zehn Wanderungen. Organisiert werden die Veranstaltungen vom städtischen Sportamt und Wiesbadener Sportvereinen. Jährlich nehmen zwischen 3500 und 4000 Menschen teil. Je nach Wetterlage sind es pro Wanderung ca. 300 Teilnehmer. Von den zehn Wanderungen möchte Grautegein keine besonders hervorheben. „Jede Veranstaltung hat ihren eigenen Reiz.“ Nennenswert findet er dennoch die achte Wanderung am 16. September, bei der ein Waldgottesdienst abgehalten wird. Diese Wanderung wird vom Verein Naturfreunde durchgeführt und beginnt am Heidehäuschen, gegenüber Schloss Freudenberg.

Startzeiten für Frühaufsteher und Langschläfer

Die Wanderschaften beginnen jeweils zwischen 8 Uhr und 13 Uhr und gewährleisten somit die Teilnahme von Frühaufstehern wie Langschläfern. An den jeweiligen Startpunkten können sich die Teilnehmer zur Wanderung anmelden und entweder eine Tageskarte für 2 Euro oder eine Jahreskarte, die sie zu allen zehn Wanderungen berechtigt, für 7,50 Euro erwerben.

Die unterschiedlichen Routen haben eine Länge von jeweils zehn bis zwölf Kilometern. Zwischendrin finden zusätzlich Wanderungen mit Kurzstreckenangeboten von etwa fünf Kilometern statt. Diese sind besonders geeignet für all diejenigen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, und für Familien mit kleinen Kindern. Einsteigern bieten die Kurzstrecken zudem eine schöne Gelegenheit, Geschmack am Wandern zu finden. Verhungern muss  übrigens niemand, denn bei den Zwischenkontrollen auf den Wanderrouten werden nicht nur die Jahreskarten der Teilnehmer abgeknipst, sondern auch belegte Brötchen und Kaltgetränke verkauft. Warme Speisen hingegen werden meistens am Ende der Wanderungen in den jeweiligen Vereinshäusern angeboten.  

Einige fleißige Wandersleute werden mit etwas Glück sogar für ihre Wanderfreude belohnt. Nach der letzten Wanderung haben alle Inhaber der Jahreskarte die Möglichkeit, an der ebenfalls jährlich stattfindenden Verlosung teilzunehmen. Dazu werden die abgeknipsten Jahreskarten an das Sportamt Wiesbaden geschickt. Zu gewinnen gibt es unter anderem Warengutscheine von Wiesbadener Sportfachgeschäften. Anneliese Illner hat übrigens schon häufiger etwas gewonnen.

Hier geht es zu den Infos und Terminen.

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