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Editorial Juni-sensor: Was glauben Sie eigentlich, wer wir sind?

Gerade war Wiesbaden auch Konzert-Bundeshauptstadt. Auf dem ausverkauften Bowling Green gab Superstar Elton John (links hinten im Bild 😉 ) vor 11000 Fans das einzige Open-Air-Konzert seiner Abschiedstournee. Foto: Thorsten Haun

Was glauben Sie eigentlich, wer wir sind,

liebe sensor-Leserinnen und -Leser? Also wir hier in Wiesbaden, meine ich. „Provinzstadt!“, schnauben manche, wenn sie sich mal wieder aufregen über das, was hier so alles abläuft respektive nicht geht. Und liegen sicher manchmal nicht allzu sehr daneben. Landeshauptstadt sind wir. Das ist Fakt. Auch wenn es immer mal wieder gerne vergessen oder übersehen wird. Und Bundeshauptstadt!

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Bundeshauptstadt? Ist Wiesbaden natürlich nicht wirklich. Aber uns ist nach und nach aufgefallen, welch große Anzahl an nicht nur Behörden, sondern auch Firmen, Einrichtungen, Verbänden, Vereinen und Vereinigungen ihren (Deutschland-)sitz in Wiesbaden haben. Die entsprechende Liste wurde länger und länger. Deshalb erklären wir Wiesbaden in dieser Ausgabe zur und als „Bundeshauptstadt“. Oder ist das schon wieder provinziell? Zumindest ist es interessant, finden wir. Und relevant auch. Und eben, von BKA und Statistischem Bundesamt mal abgesehen, dem Großteil unter Ihnen vermutlich eher kaum bekannt.

Die geballte Präsenz all dieser Institutionen und Einrichtungen, und damit von Menschen, Wissen und Bedeutung, könnte auch Anlass und Ansporn sein, mehr herauszuholen aus unserer Stadt. Vielleicht können sich die Bundes-Einrichtungen ja (noch) mehr einbringen in das Wiesbaden-Geschehen, über ihre eigentlichen Aufgaben und ihre eigentliche Arbeit hinaus.

All diese vielen Akteure, oder zumindest die einen oder anderen darunter, zu identifizieren, miteinander bekannt zu machen, zu vernetzen und dabei Gutes und Voranbringendes für unsere Stadt herauszukitzeln, kann auf jeden Fall auch eine Aufgabe für unseren neuen Oberbürgermeister sein. Also für Eberhard Seidensticker oder für Gert-Uwe Mende. Von sieben KandidatInnen sind nach dem ersten Wahlgang noch diese Beiden übrig.

Wer wird OB? Am 16. Juni haben wir es nochmal in der Hand

Welcher eine von den Beiden letztlich den Chefsessel im Rathaus erobern wird, haben nun nochmal, und endgültig, Sie in der Hand. Gehen Sie zur Stichwahl am 16. Juni. So wie es immerhin 53,5% der Wahlberechtigten – nach nur 33,6% bei der OB-Wahl 2013 – im ersten Durchgang dieser OB-Wahl getan haben. Wir sind gespannt, mit welchem Rückhalt der Neue seinen neuen Job im Rathaus antreten wird, übrigens schon zwei Wochen nach der Wahl. Sie bekommen übrigens keine neue Wahlbenachrichtigung! Wie (einfach) das alles bei der Stichwahl geht, lesen Sie hier.

Der noch bis Ende Juni amtierende OB war am Wahlabend nicht im Rathaus, Sven Gerich gratulierte Gert-Uwe Mende per Facebook. Er hat übrigens tatsächlich bereits einen neuen Job in der Tasche, wie er kürzlich am Rande einer Party unsere Gerüchteküche-Meldung aus der letzten Ausgabe bestätigte.  Er werde künftig einen Chef haben, und er werde in Frankfurt arbeiten, ließ er sich entlocken. Näheres wollte er nicht verraten: „Der Vertrag ist ja noch nicht unterschrieben.“

Dirk Fellinghauer, sensor-Gernegroß

PS: Leider nur einen der beiden Stichwahl-Kandidaten, der andere hat terminbedingt abgesagt, können Sie beim sensor-Tresentalk Spezial am 11. Juni im Walhalla im Exil nochmal genauer kennenlernen – und per Bierdeckelfragen auch selbst auf den Zahn fühlen.

 

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